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Martin »Foster« Schulz

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Die Koalitionsvehandlungen sind als abgeschlossen verkündet worden. Die Agitatoren fragen sich, was es Merkel kosten wird.

Schulz »trat« wieder vor den Butt an die Mikrofone. Noch nie hat er den Ton getroffen.
Nun will er Außenminister werden.
Das könnte an dem Fischer sin Fru erinnern, wäre man nicht fataler noch an Florence Foster Jenkins erinnert, die auch darauf bestand, Opersängerin zu sein.
Auch sie hat kaum je den Ton getroffen, aber eben das hat sie in die Carnegie Hall gebracht, und sie wurde trotz all ihrer Unkenrufe ein Star .
Es war eine Frage des Bewusstseins, hier wie da.
Und warum nicht, moderne Kunst, soziale Plastik, da die Oper erneuernd, hier die SPD und, ja, das Land, das nur auf diese Erneuerung noch gewartet hat.

Etwas immerhin will Schulz, wenn er Außenminister wäre, nicht mehr sein: Vorsitzender der SPD.
Man hat schließlich auch nicht gehört, dass Foster Jenkins je statt Hauptdastellerin Intendantin ihrer eigenen komischen Oper sein wollte.

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Written by monologe

8. Februar 2018 at 8:48 am

Aphorismus – 52

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Natürlich gilt bei uns ›Von der Wiege bis zur Bahre – Formulare‹ nach wie vor.
Ein Ungeschick aber ist wie von selbst als Geschick dazu gekommen: die Überforderung.
Diese scheint in den Schulen besser vermittelbar als die Sprache, die Schüler lernen schneller und besser etwas auszuquetschen als auszudrücken, und so ist, worüber die Schüler klagen, das, worunter die Lehrer leiden.
Gehts ans Sterben ist es andersherum: worunter da die Sterbenden leiden, ist wiederum das worüber die Pflegekräfte klagen.
Überforderung ist offenbar der Schwung, mit dem es drunter und drüber geht.
Da bleibt auch führenden Politikern nichts übrig, als der Hoffnung Ausdruck zu verleihen, die alte Regierung, die sie neu bilden, werde wie zuvor das Richtige tun.

Written by monologe

2. Februar 2018 at 10:39 am

Vorspiel und Offensive

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Das Vorspiel:

HANDELSBLATT, 5.1.2018:
»Der türkische Präsident Erdogan hat kurz vor einem Besuch beim französischen Amtskollegen Macron die Partnerschaft mit Frankreich gelobt. Erdogan scheint sich neuerdings um eine Annäherung an die EU-Länder zu bemühen.
Vor seinem Besuch bei seinem Amtskollegen Emmanuel Macron in Paris hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan die „starke Partnerschaft“ mit Frankreich gelobt. „Frankreich ist ein Land, dessen Ansichten und Haltungen zu regionalen und globalen Herausforderungen größtenteils mit unseren übereinstimmen“, sagte Erdogan am Freitag vor seinem Abflug in Istanbul.
Erdogan wird zu einem Gespräch und einem Mittagessen im Élyséepalast erwartet; anschließend ist eine gemeinsame Pressekonferenz mit Macron angekündigt.«

Da geht es zunächst um das, was den Medien das Wesentliche ist und die Herzenssache:
»Macron will dabei nach eigener Aussage auch die Lage von in der Türkei inhaftierten Journalisten ansprechen.« –
das heißt wohl sich erkundigen, wies ihnen geht, dann Routine:
»Nach Angaben aus Paris soll es zudem um den Bürgerkrieg in Syrien und den Nahostkonflikt gehen.«,
jedoch:
»Erdogan nannte eine ganze Reihe von Themen, die er mit Macron bereden wolle, darunter die Beziehungen zwischen der Türkei und der Europäischen Union. Erdogan bemüht sich seit kurzem wieder um eine Annäherung an die EU.«,
er glaubt,
»Die Beziehungen des Beitrittskandidaten Türkei zum wichtigen EU-Staat Deutschland sind schwer belastet.«

Die Annäherung:
»In Deutschland wird am Samstag der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu bei seinem Amtskollegen Sigmar Gabriel in Goslar erwartet. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu besucht am Samstag Deutschland. Er warb vor dem Treffen mit Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) in Goslar für einen „Neustart“ in den deutsch-türkischen Beziehungen.«
Das Werben wurde szenisch im Fernsehn übertragen, und da sah es tatsächlich schon irgendwie neu, nein, anders aus!

Der STERN vom 5.1. ließ inzwischen auch noch die »Die Kommunistische Partei Frankreichs« zu Wort kommen, die
»erklärte, Erdogans Empfang im Élysée-Palast sei „empörend“. Der türkische Staatschef gehe erbarmungslos gegen die kurdische Minderheit vor und habe „Chaos“ im Land gestiftet.
«

Dann brachte auch er die Beschreibung des Protokolls des Vorspiels, die zwar in den Prioritäten, aber sonst nicht ganz der des HANDELSBLATTS entsprach:
«Macron hat angekündigt, sich bei Erdogan für die Menschenrechte und die Freilassung von Journalisten einsetzen zu wollen.«,
also offenbar unabhängig von deren Lage und wies ihnen geht, aber ohne Lage und Erkundigung nach einer Lage gehts auch hier nicht:
»Daneben sollen nach Angaben aus dem Umfeld des Präsidenten auch der Syrien-Konflikt sowie die Lage im Nahen Osten zur Sprache kommen.«

Der STERN wurde dann aber doch etwas genauer und damit deutlicher:
«Erdogan hob vor seinem Abflug nach Paris die Bedeutung guter Beziehungen zwischen den beiden Ländern hervor.«
und überraschte mit einer Bekanntgabe, wofür diese von entscheidendender Bedeutung seien:
Die Zusammenarbeit zwischen Paris und Ankara sei von „entscheidender Bedeutung für den regionalen und internationalen Frieden“
«

»Regionaler und internationaler Frieden« sind des Werbers Kosenamen zärtlichen Klanges in jedem Ohr, das sich dem Geräusch der Realität und Wirklichkeit gern auch einmal verschließt.
Welche Region gemeint sein könnte, das muss man nicht fragen, denn der »internationaler Friede«, die gutgebauteste, lieblichste die Erscheinung im Élysée-Palast, dürfte umso sicherer sein, je weniger Bedeutung die nationalen Kriege gewinnen. Sowohl die Kriege, die man nicht führt, als auch die, die noch nicht geführt werden müssen.

Die WELT hat auch Misstöne vernommen.
Der »Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Cem Özdemir«,
der ein Kenner ist,
»warnte davor, auf die türkischen Entspannungssignale „reinzufallen“. Gabriel solle den Besuch Cavusoglus nutzen, um „auf die dramatische Situation für die Menschenrechte in der Türkei hinzuweisen“ und die Freilassung Yücels zu fordern, sagte er dem SWR.
«

Indessen hat Yücel im türkischen Gefängnis, wo man einen Braten besonders gut riecht, womöglich von all den Geräuschen der Annäherung gehört, es sich aus dem Blauen übersetzt, sich sein Teil gedacht, und da auch er seine Pappenheimer offenbar kennt,
»sagte Yücel in einem schriftlich über seine Anwälte geführten Interview der Deutschen Presse-Agentur
«Für schmutzige Deals stehe ich nicht zur Verfügung». (WELT, 17.1.2018)
»Er wolle seine Freiheit nicht «mit Panzergeschäften von Rheinmetall oder dem Treiben irgendwelcher anderen Waffenbrüder befleckt wissen». Auch wolle er keinen etwaigen Austausch mit Anhängern der Gülen-Bewegung, nach denen die  Türkei
fahndet.«

Ob er damit schon alle Möglichkeiten erfasst hatte? Eine hätte er sich allerdings denken können:

»Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) distanzierte sich von den Äußerungen Yücels. Schmutzige Deals gebe es nicht, entgegnete Gabriel in Berlin«‚
denn es gibt nur saubere Deals und
«Es ist übrigens auch gegenüber der Türkei nicht sinnvoll, auch nur in solchen Kategorien zu denken.«
nur weiter,
»Wenn man sich wirklich um bessere Beziehungen bemühen wolle, müssten beide Länder Respekt voreinander haben und sich nicht unterstellen, man wolle «irgendwie Nebengleise betreten».
«

Lieblich wohl wird dies in den Ohren des werbenden Cavusoglu geklungen haben.
Vielleicht fraglich, ob mit dem Besuch des Werbers bei sich zu Hause Gabriels Lage um soviel besser war, als die Yücels im türkischen Gefängnis. Denn immerhin hat dieser von da aus etwas durchaus nicht Undenkbares und auch nicht ganz und gar Unmögliches eingewandt, während Gabriel nichts anderes übrig blieb als sich zu distanzieren – ja, Diplomat zu sein ist nicht immer leicht.
Aber dazu muss man geboren sein.

Außenminister Cavusoglu kennt Deals überhaupt nicht, und so muss er sich auch von keinem distanzieren, schon gar nicht von dem, womit er selbstredend Landsleute in Deutschland beruhigt hat: »Deutschland befiehlt nicht, Türkei befiehlt.«
Und danach sieht es aus, denn Gabriel betritt Verhandlungsorte bereitwillig auch durch die Hintertür, verlässt sie so auch wieder, weiß, was sich gehört, wenn man ihm den Händedruck verweigert und lässt großzügig allerlei auf sich, der Regierung und der Bevölkerung sitzen, wenn es den Werbern um »Neustart« zuvor nicht notwendig erscheint, sich zu distanzieren – davon hätte die WELT sicher berichtet.
Das alles fühlt sich – wie soll mans nennen? – intensiv an.

»Gabriel äußerte zwar auch Verständnis für Yücel: «Ich hab das gelesen von Herrn Yücel, ich verstehe aus seiner Sicht sein Interview.» Aber er fügte hinzu: «Ich kann nur sagen: Es gibt doch gar keinen Anlass dafür.» Beide Länder hätten ein Interesse, dass sich die Beziehungen normalisierten und man auch in Bündnissen wie der Nato wieder normal miteinander umgehe. Das hat mit Herrn Yücel erstmal gar nicht zu tun.»
Das glaubt man sofort.
Aber was könnte das bedeuten »Normalisierung« und »in Bündnissen wie der Nato wieder normal miteinander umgehen«?

»Dem «Spiegel» hatte Gabriel kürzlich gesagt,«, berichtet die WELT,
»die Türkei sei zwar Nato-Partner, trotzdem hat die Bundesregierung eine sehr große Anzahl von Rüstungsexporten nicht genehmigt. Dabei wird es auch bleiben, solange der Fall Yücel nicht gelöst ist. Gabriel betonte danach allerdings, er habe damit nicht gemeint, dass die Bundesregierung Rüstungslieferungen als Reaktion auf eine Freilassung Yücels genehmigen würde.«,
das hieße denn ja auch, Yücel ist eine Geisel, und da hat ihn wohl direkt oder im Geist ein inniger Blick Cavusoglus getroffen, der nun weiß, wo er wohnt, also wollte Gabriel sich diesmal distanzieren von der Annahme, der Vermutung, dem abwegigen Gedanken, dass…
«Ich habe keinesfalls die beiden Dinge miteinander verbunden.
Der Fall Yücel ist der größte Streitpunkt im angespannten Verhältnis mit Ankara.
«,
meint die WELT, was ein klassischer Fall und schönes Beispiel sein dürfte für autosuggestiven Journalismus.

In der Zwischenzeit erreicht das Vorspiel in angespannten Verhältnissen eine neue Ebene:
»Trotz des belasteten Verhältnisses werden Regierungskonsultationen zwischen Deutschland und der Türkei wieder aufgenommen. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums teilte mit, im Ministerium habe es an diesem Mittwoch ein Treffen auf Staatssekretärsebene gegeben. Dabei sei es um Fragen der Terrorismusbekämpfung gegangen
Fragen intimer Art offenbar, die Nebensache betreffend.

«Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes sagte, seit dem Gespräch zwischen Bundesaußenminister Gabriel und seinem türkischen Kollegen Mevlüt Cavusoglu am 6. Januar gebe es keine wesentlichen neuen Entwicklungen.«
weder noch, und auch im Westen nichts Neues.

Am 20.1.2018 dann meldete N24:
»Syrien: Türkische Kampfflugzeuge bombardieren kurdische YPG-Milizen.«

Auch die ganze Wahrheit scheitert oft an der Bildungsfrage. Wenn ihr das Wissen um ein wichtiges Detail abgeht, kann eine halbgebildete Wahrheit nur zu einer unvollständigen Information werden. Diese kann wiederum einen Mangel erzeugen, der, wie wir wissen, der Vater des Optimismus ist – oder dessen Vetter, wie in diesem Fall.

Das kleine Detail, das der Nachricht abging, war, dass dieser Angriff auf syrischem Territorium stattfand und noch stattfindet.
Dieses Detail hätte immerhin bewirken können, dass sich die Ereignisse überschlagen, doch die sahen in ihrer Lage natürlich wenig Anlass, zumal die Türkei vermelden ließ, die Offensive heiße „Operation Olivenzweig“ (da können die Satiriker hierzulande noch was lernen) und werde nicht lang dauern.

Mit der Offensive endete das Vorspiel.

Frankreich hat in der ersten Überraschung eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates beantragt. Was könnte man noch tun?

Man kann zitieren:
DEUTSCHE WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN zum Thema normaler Umgang in Bündnissen wie:
»Die Nato spricht der Türkei in Syrien das Recht zur Selbstverteidigung zu, mahnt aber ein Vorgehen mit Augenmaß an.«;

AZ zum Thema Auslandsreisen:
»Russische Stellungnahmen vom Wochenende deuten jedenfalls darauf hin, dass die Moskaureise des türkischen Generalstabschefs erfolgreich war. Die jüngste Krise sei durch „provokative Schritte“ der Vereinigten Staaten ausgelöst worden, teilte das russische Verteidigungsministerium mit und kritisierte „unkontrollierte Lieferungen moderner Waffen an proamerikanische Gruppierungen im Norden Syriens“.«;

NTV beruhigt, Trump hat es selbst nicht anders gewollt:
»Die Trump-Administration behilft sich verbal, indem sie über das Pentagon verlauten lässt, dass das Gebiet Afrin für ihren Kampf gegen den IS nicht oberste Priorität besitze. Das ist ein klarer Freibrief für die Türkei, dieses Gebiet in ihrem Sinne zu „säubern“, garniert natürlich mit Bedenken und Appellen. Eigentlich braucht Erdogan diesen Freibrief nicht, denn Trump selbst gibt die führende Rolle seines Landes in der Weltpolitik mehr und mehr auf.«

Es quitscht im Freudenhaus.
Der Rest ist –

FAZ:
»Ein Rüstungsexperte aus der Bundeswehr bestätigte der Nachrichtenagentur dpa in Berlin am Montag, dass Bilder von der Militäroperation Panzer vom Typ Leopard 2 A4 aus deutscher Produktion zeigten. Die Bundesregierung wollte die Berichte am Montag nicht bestätigen.[…]
Der Nato-Partner Türkei hatte nach Neumanns Worten in den Achtziger- und Neunzigerjahren 397 Leopard-1-Panzer bekommen. Von 2006 bis 2011 habe die Türkei dann noch 354 Leopard-2-Panzer erhalten. Die Türkei verfügt damit über mehr Kampfpanzer als die Bundeswehr.[…]
Zu einem Medienbericht, wonach Bundesaußenminister Sigmar Gabriel die Modernisierung türkischer Leopard-Panzer durch Rheinmetall gestatten will, wollte sich die Sprecherin des Auswärtigen Amtes, Maria Adebahr, nicht äußern. Auch offene Kritik an der türkischen Offensive äußerte sie nicht. Die Bundesregierung habe kein vollständiges Lagebild und könne das türkische Vorgehen völkerrechtlich daher nicht einordnen, sagte Adebahr.
«

Sich zum vollständigen Lagebild zu äußern kann durchaus schwer fallen, wenn die Annäherung noch in der Offensive ist.
GroKo.

Written by monologe

23. Januar 2018 at 12:34 pm

SPD – das Rennen

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Die SPD erinnert an einen Witz mit Bart:

Treffen sich Zwei, fragt der eine den andern: »Na, wo warsten Sonntag?«, »Ich war mal beim Pferderennen.«, »Beim Pferderennen?!«, „Ja.«, »Und, wie wars?«, »Stell dir vor, ich steh am Geländer, und wie ich runtergucke, seh ich, mein Schnürsenkel is auf. Geh ich n Stück zur Seite und wie ich den zubinde, schmeißt mir doch einer n Sattel aufs Kreuz!«, »Gibts nich. Und, was haste da gemacht?«, »´n Zweiten«

Ganz gut, bezogen auf die SPD kann der Witz erstens noch etwas weiter gehen, indem der andere sagt »Und, ham sie auf dich gesetzt?«, »Nee, aber Riesen-Quote!«, weiß man zweitens, wer geritten ist.
Der Witz selbst hat sogar in dreifachem Sinn was in Richtung SPD intus: erstens, weil der zweite Platz herauskam, zweitens die Behauptung, ihn erreicht zu haben, und drittens, trotzdem das unmöglich ist.

Nicht, dass es der SPD unmöglich ist, im aktuellen Rennen, nachdem sie sich abgewandt hatte und dennoch den Sattel aufgeworfen bekam, den Zweiten zu machen. Das ist möglich, mehr noch wahrscheinlich (bald wirds Gewissheit sein).
Im Witz will das jedoch ein Mann gegen Pferde geschafft haben – unmöglich, aber das ist der Witz.
Nur Gleiches gegen Gleiche könnte das womöglich schaffen. Da ist der Witz, auf das zu setzen, das gewinnt.
Und das ist im Fall der SPD durchaus schwierig.
Wenn man sie für das Rennen um beispielsweise die Bürgerversicherung gesattelt hat, gibt es ein klares Ergebnis:

»Die Union will es einfach schlicht und ergreifend nicht, und es gibt kaum drei Leute in Deutschland, die das mehr bedauern als ich. Wir haben tagelang um die Bürgerversicherung gerungen; es ist uns nicht gelungen, das ist schade, so ist es. Das ist aber ein klares Ergebnis: Die Union will es nicht. Das muss man akzeptieren. Dafür haben wir die Parität. Aber ich sage Ihnen, das bleibt für mich ein wichtiges Projekt der SPD.«

Das hat Nahles im Deutschlandfunk gesagt (und mehr), das könnte jedoch auch der Dobrindt gesagt haben oder der Söder oder auch der Kauder. Dazu hätten die Genossen die Nahles nicht gebraucht.
Und da zeigt sich, dass es ein Rennen Gleiche gegen Gleiche geworden ist – oder sagen wir annähernd zum Verwechseln Ähnlichen.
Es ist ein schwieriges Rennen, das sowohl an den obigen Witz erinnert, als auch an das Wettrennen um den zweiten Platz zwischen Hase und Igel.
Angefangen bei den Verhandlungen.
Die beiden Igel (entspr. CDU/CSU) hätten  ja schon vor dem Ergebnis der »Sondierungen« rufen können »Bin schon da!«, haben es sich aber für das Rennen, die eigentliche Hetz, aufgehoben.

Written by monologe

19. Januar 2018 at 8:07 pm

Veröffentlicht in Aktuelles, Glosse, Parteien, Politik, Realität, Satire, SPD

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The shit in the countries

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Wer shitholes sät, wird shitstorms ernten, und so schallt es aus den shitholes und deren Zuhältern nach gutem Brauch und alter Sitte stets so heraus, wie man in sie hineinruft.
In »anderen Asien« als Deutschland allerdings scheint man sich guter Sitten und bessern Geschmacks tatsächlich besonders dann zu erinnern, wenn es drauf ankommt sich zu beherrschen und weder Drang noch Pflicht zu fühlen, alles Unverdauliche in den Mund zu nehmen, was ein anderer ausgespien hat, noch gar, sich davon zu ernähren.
So berichtet der Dlf24 am 12.Jan.,:

»Die Deutschlandfunk-Nachrichten übersetzen die angebliche Äußerung von US-Präsident Trump über „Shithole countries“ mit „Drecksloch-Länder“.
Medien in anderen Asien wählen aber deutlich dezentere und kreativere Worte.
Denn dort ist es unüblich, sich öffentlich so unflätig auszudrücken. Japanische Rundfunksender sprechen deshalb unter anderem von „schmutzigen Ländern“ oder „Ländern wie Toiletten“. Südkoreas Medien orientieren sich größtenteils an der Vorgabe der größten Nachrichtenagentur des Landes. Die hat den Ausdruck mit „Bettlerhöhlen“ übersetzt.
China und Vietnam haben es sich leicht gemacht und benutzen des Ausdruck „schlechte“ oder „scheußliche“ Länder. Besonders umständlich und blumig drückt sich die staatliche Nachrichtenagentur Taiwans aus. Sie schreibt von „Ländern, in denen Vögel keine Eier legen“.
«

Neben einigen Stellen, wo sich zur prahlerischen Überheblichkeit der 30er Jahre auch schlechtes, scheußliches Deutsch findet, ist die Meinung beachtlich, China und Vietnam haben es sich mit der Übersetzung »schlechte, scheußliche«, leicht gemacht.
Zu dieser Ansicht kann der Deutschlandfunk selbst gekommen sein, der ja am besten weiß, welch schwere Geburt die Übersetzung von »shithole coutries« in »Drecksloch-Länder« gewesen ist.

Wenn auch mit Mühe legt der Vogel die größten Eier.

Written by monologe

14. Januar 2018 at 6:57 pm

Veröffentlicht in Aktuelles, Europa, Satire

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Storch im Tümpel

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ZEIT ONLINE, 2. Januar 2018:

»Wegen einer als fremdenfeindlich kritisierten Twitter-Nachricht der AfD-Politikerin Beatrix von Storch an Silvester hat die Kölner Staatsanwaltschaft Dutzende von Strafanzeigen wegen des Verdachts auf Volksverhetzung erhalten. Bis Dienstagvormittag sei die Zahl der Anzeigen auf bis zu 90 angewachsen, bei weiter steigender Tendenz, sagte der Kölner Oberstaatsanwalt Ulf Willuhn. Auch die Kölner Polizei hatte Anzeige gegen von Storch erstattet.

[…] Die stellvertretende Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion empörte sich in einem Tweet darüber, dass die Kölner Polizei ihre Informationen zu den Neujahrsfeiern in mehreren Sprachen, darunter Arabisch, verbreitet hatte. „Was zur Hölle ist in diesem Land los, wieso twittert eine offizielle Polizeiseite aus NRW auf Arabisch?“, schrieb von Storch. „Meinen Sie, die barbarischen, muslimischen, gruppenvergewaltigenden Männerhorden so zu besänftigen?“

[…] Grundlage für den Tatbestand der Volksverhetzung ist der Paragraf 130 Strafgesetzbuch. Demnach droht eine Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren dem, der den öffentlichen Frieden stört, zum Hass gegen Teile der Bevölkerung oder zu Gewalt- beziehungsweise Willkürmaßnahmen aufstachelt oder die Menschenwürde anderer angreift.«

Dem kann getrost Böhmermanns Gedicht beigestellt werden (aus Testspiel.de):

»Sackdoof, feige und verklemmt,
ist Erdogan der Präsident.
Sein Gelöt stinkt schlimm nach Döner,
selbst ein Schweinepfurz riecht schöner.
Er ist der Mann der Mädchen schlägt,
und dabei Gummimasken trägt.
Am liebsten mag er Ziegen ficken,
und Minderheiten unterdrücken,
Kurden treten, Christen hauen,
und dabei Kinderpornos schauen.
Und selbst Abends heißt statt schlafen,
Fellatio mit hundert Schafen.
Ja, Erdogan ist voll und ganz,
ein Präsident mit kleinem Schwanz.
Jeden Türken hört man flöten,
die dumme Sau hat Schrumpelklöten,
Von Ankara bis Istanbul,
weiß jeder, dieser Mann ist schwul,
Pervers, verlaust und zoophil
Recep Fritzl Priklopil.
Sein Kopf so leer, wie seine Eier,
der Star auf jeder Gangbang-Feier.
Bis der Schwanz beim pinkeln brennt,
das ist Recep Erdogan, der türkische Präsident.
«

Ein lyrisches Lehrbeispiel für die prosaische Frau von Storch dafür, wieviel schlauer mans heute besser macht.
Man schreibt nicht ›barbarisch‹, da ist man selber roh, noch weniger ›die gruppenvergewaltigenden‹!
Pervers, verlaust und zoophil‹ klingt besser sowie unverbindlich unfassbar lustig ins Schwarze treffend auch ›sackdoof, feige‹, und dass derlei Leute natürlich ›Ziegen ficken‹, statt etwa wie früher ›Kamele treiben‹.
Es wird getrieben, Kamele sinds nicht – obwohl, nunja.

»Horden«? – geht zwar noch durch, besser, moderner, kompetenter ist aber jedenfalls die »Gang«, und zwar die »bangende« (nicht zu verwechseln mit bangend im Sinn von Sorge um die Gesundheit der Gebangten oder der Sorge vor Strafe oder der Sorge, wegen Volksverhetzung angeklagt und verurteilt zu werden, weil man den Bang gefilmt und das Entwürdigende (?) im Internet veröffentlicht hat).
Dann wäre es RoyalSatire der Frau von Storch, besonders dann, wenn alle Verwandten und Bekannten der sich getroffen fühlenden Horden selbst ihre Verhetzung anzeigen würden (die Beleidigung Erdogans wurde gemeldete 1500 mal angezeigt! Vonwegen »Schrumpelklöten flöten«).
Aber ob Satire oder nicht, also auch wenn man keine Satire wollte wegen Böhmermann und dem Niveau, wegen des Ernstes der Lage, die erfordert, dass es sowohl die Wähler als auch die Männerhorden verstehen, man sollte zumindest auf keinen Fall in einer Weise so konkret verallgemeinern bzw. so verallgemeinernd konkretisieren, dass Volk und Facebook die freie Meinung in sich aufkeimen fühlt, es werde verhetzt!
Kurz, niemals darf es in die Nähe von Greuelpropaganda geraten!
Also nicht schreiben »die barbarischen, muslimischen, gruppenvergewaltigenden Männerhorden«, denn dann sind es ja bestimmte, »die“, die es tun und es geradezu stets tun.
Nein, »die« ist weg zu lassen, damit es unbestimmte »barbarische, muslimische, gruppenvergewaltigende Männerhorden« werden, und damit die, die es tun, wenn sie es tun, und keine anderen muslimischen Männerhorden, die ausgerechnet das womöglich nicht tun, aber dennoch kaum je meinen, dass sie nicht gemeint sind, wenn sie doch deutlich die Verhetzung fühlen und die »Sippenhaft«.
Komische Leut.

Jetzt, in der historischen Stunde voll »Sippenhaft« und »Volksverhetzung«, müssen die getriebenen Medien auf breiter Front das Volk wieder aus der Verhetzung bringen.
Es scheint, als ob sich das kaum wirksamer bewerkstelligen ließe, als indem man die Verhetzung abhetzt.
Man kann sich allerdings als Individuum zu stark verallgemeinert und aufgegangen fühlen von all der Hefe, aufgetrieben von Hetze, der Füllung und der Wirkung starken inneren Sumpffiebers, und sich weniger verhetzt fühlen als vielmehr abgehetzt – kaum, dass man weiß, was man zuerst gefühlt hat.

Written by monologe

4. Januar 2018 at 11:57 am

Auf die Fresse

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WELT N24, 23.12.2017:

»Nahles kritisiert Zustand der SPD

Franktionschefin warnt Partei vor Schönreden der Situation

SPD-Fraktionschefin Andrea Nahles ist unzufrieden mit dem Zustand ihrer Partei.
In einem Interview mit dem ‚Spiegel‘ warnte Nahles die Genossen davor, die eigene Lage schönzureden und sich vor Regierungsverantwortung zu drücken. ‚Manche folgen dieser Sehnsucht nach einer bequemen Nische, in der die SPD machen kann, was sie will‘, kritisierte sie. ‚Diese Sehnsucht habe ich auch mal geteilt, bis ich gemerkt habe, dass es so nicht funktioniert.‘
Nahles übte Kritik am innerparteilichen Diskurs:
‚Ich habe auf unserem letzten Parteitag gesessen und gedacht: Die SPD muss schwer aufpassen, dass sie ihre eigene Identität noch durchbuchstabieren kann.‘
Es helfe nicht, nur Maximalpositionen zu besetzen.
Die SPD müsse auch ein Angebot an Leistungsträger machen.
‚Zu den Genen unserer Partei gehört neben der Solidarität auch, dass wir uns an Arbeit und Leistung orientieren und nicht nur an staatlicher Umverteilung wie die Linkspartei‘, sagte Nahles.
Die Fraktionschefin fordert ihre Partei dazu auf, die Schuld für die eigene Lage nicht bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu suchen.
‚Nach dieser Logik brauchten wir ja nur abzuwarten, bis Merkel weg ist – und schon ginge es uns automatisch besser. Das wäre naiv.‘
«

Eigentlich unnötig, das zu kommentieren.
»Auf die Fresse.« würde als Überschrift an und für sich genügen. Der Nahles in Fresse und Gedächtnis zurück, was sie selbst ausgewürgt hat nach der Wahl und nachdem die SPD erklärt hatte, ab heute Opposition.
Es würde zwar kaum genügen, den ersten Ekel loszuwerden … wenn…ja, wenn es Kurt Tucholskis »Ein älterer, aber leicht besoffener Herr« nicht gäbe, erschienen unter Pseudonym Kaspar Hauser am 09.09.1930 in DIE WELTBÜHNE, Nr. 37, Berliner Dialekt; hier ein Stückchen daraus, besonders beachtlich die ewige schlichte Wahrheit am Ende:

»Denn wak bei die Sozis.
Na, also ick bin ja eijentlich, bei Licht besehn, ein alter, jeiebter Sosjaldemokrat. Sehn Se mah, mein Vata war aktiva Untroffssier … da liecht die Disseplin in de Familie. Ja. Ick rin in de Vasammlung. Lauta klassenbewußte Arbeita wahn da: Fräser un Maschinenschlosser un denn ooch der alte Schweißer, der Rudi Breitscheid. Der is so lang, der kann aus de Dachrinne saufn. Det hat er aba nich jetan – er hat eine Rede jehalten.
Währenddem dass die Leute schliefen, sahr ick zu ein Pachteigenossn, ick sahre: »Jenosse«, sahre ick, »woso wählst du eijentlich SPD –?«
Ick dachte, der Mann kippt mir vom Stuhl!
»Donnerwetter«, sacht er, »nu wähl ick schon ssweiunsswanssich Jahre lang diese Pachtei«, sacht er, »aber warum det ick det dhue, det hak ma noch nie iebalecht! – Sieh mal«, sachte der, »ick bin in mein Bessirk ssweita Schriftfiehra, un uff unse Ssahlahmde is det imma so jemietlich; wir kenn nu schon die Kneipe, un det Bier is auch jut, un am erschten Mai, da machen wir denn ’n Ausfluch mit Kind und Kejel und den janzen Vaein … und denn ahms is Fackelssuch … es is alles so scheen einjeschaukelt«, sacht er.
»Wat brauchst du Jrundsätze«, sacht er, »wenn dun Apparat hast!«
Und da hat der Mann janz recht.
Ick werde wahrscheinlich diese Pachtei wähln – es is so ein beruhjendes Jefiehl.
Man tut wat for de Revolutzjon, aber man weeß janz jenau: mit diese Pachtei kommt se nich.«

Ja, die klassenbewussten Arbeita gibts nicht mehr und so hat die SPD ihre Klasse verloren – oder wars irgendwie andersrum? Aber man kanns drehen wie mans will, es wäre naiv.
Die Revolutzjon ist bis vor kurzem nicht gekommen, ooch mit Nahles nich, sondern man konnte sicher sein, dass mit ihr die Revolutzjonierung der staatlichen Umverteilung ooch janz bestimmt nich kommt.
Nachdem sie Sozialministerin gewesen ist, sitzt sie nun bei der SPD im Saal und stellt fest, dass ihre Partei aufpassen muss, ihre Identität noch durchbuchstabieren zu können. Kein Wunder.
Die SPD scheint ihre Identität mit Nahles durchzubuchstabieren, also LustigLustig Trallallallala hoch auf der gelben Sozialpolitik.
Tatsächlich kann richtig sein, dass die Merkel nichts dafür kann. Und selbst wenn, würde es der SPD auch nichts nützen.
Die ärmsten der Armen werden nicht so naiv sein zu denken, die Nahles muss gehn, dann werde es vielleicht auch mal wieder ein bissel extra was zu Weihnachten geben oder wenijstens for ihre Jörn wat zun Fest. Nee.
Die ist das Gen, an dem die SPD irgendwie nicht genesen kann.

Written by monologe

24. Dezember 2017 at 8:55 am