MonoLoge

Posts Tagged ‘Westerwelle

Man soll sie nicht reizen…

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Mord und Totschlag waren in der Geschichte, speziell der deutschen, oft Anlass dafür, die Meinungsfreiheit, Freiheiten allgemein, in Frage zu stellen, abzuschaffen, und haben sich nachher stets umso konsequenter kreativ entfaltet und betätigt bis hin zur Erfindung der Schutzhaft.

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Written by monologe

17. September 2012 at 11:57 am

Westerwetter

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Außenminister Westerwelle hat verkündet, er habe nichts dagegen, wenn sich Syriens Staatspräsident Assad in ein Land absetzte, in dem er unbehelligt bliebe, wenn dadurch der Bürgerkrieg in Syrien beendet würde, es sei aber besser, er würde vor das Genfer Tribunal gebracht.

Ein Wetterbericht solcher Art sähe ungefahr so aus: wir hätten nichts gegen Regen am Wochenende, wenn es den Bauern nützt, besser aber wäre schönes Wetter.

Bräuchte man dazu aber einen Deutschen Wetterdienst?

Röttgen

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hat nichts riskiert und alles verloren.

Es sah so aus, als hätte der Mann sich alle Möglichkeiten offen, sämtliche Stühle warm halten wollen. Als ob er nichts verkehrt machen konnte, ohne etwas richtig machen zu können oder zu wollen, ist er offenbar in eine leicht zu erkennende Zwickmühle geraten und hat „die Dame“ verloren.
Wo die „Dame“ zu haben in Berlin bekanntlich alternativlos ist.

Kurz, es sieht so aus, als ob der Röttgen so dumm gewesen ist, unklug zu entscheiden und danach zu handeln.

Die Möglichkeit, jene „Dame“, auch „Mutti“ genannt, habe ihn zur Himmelfahrt in den NRW-Wahlkampf kommandiert, ihm die „persönlichen Entscheidungen“, also die, was er wolle und wohin, allerdings selbst überlassen, liegt so nahe wie auf der Hand.

„Du stellst Dich für uns zur Wahl.“
„Ich? Wieso denn ich? Ich bin doch Umweltminister!“
„Weiß ich. Was ich nicht weiß: haben wir einen Bessern? Da warte ich auf Vorschläge. Ich kann ja wohl schlecht antreten.“
„Ja, nein, aber – na und dann? Ich meine, wenn – ich meine, falls ich da gewinne – was soll das denn dann werden ?“
„Dann werde ich dir sehr dankbar sein und du wirst Ministerpräsident in NRW.“
„Das kann ich gegen die Kraft doch erstens niemals schaffen! Zweitens müsste ich ja, um überhaupt ernst genommen zu werden, müsste ich mich ja vorher ganz eindeutig dafür entscheiden, also am Standort Ministerpräsident werden und sein zu wollen – gegen mich selbst und mich und wieder mich als Umweltminister?! Ich, ich meine, Verehrte, normal kann ein, ein amtierender Umweltminister doch auf so eine Idee nie kommen -“
„Da wirst du dich wundern. Gut. Dann sag ich mal, es ist alternativlos.“
„Achso.“
„Das einzige, was du überlegen musst, ist die Strategie. Da red ich nicht rein. Dafür steh ich auch nicht grade.“
„Na toll.“
„Ende.“

Und als Röttgen nach dem unklugen Handeln wieder etwas zu entscheiden hatte, nämlich zurückzutreten, hat er sich dafür entschieden, klüger zu werden, wenn auch hinterher dümmer dazustehen, sich also entlassen zu lassen, statt zurückzutreten und siehe, es war keine Alternative.
Nun ist er Vorgänger.

Jetzt ist ein gewisser Altmaier derjenige, der nach der Pfeife Röttgen den Umwelt-kann-kann tanzt.

Er hat keine große Ahnung, der Altmaier, hört man.
Und das hätte der Röttgen auch wissen können – und wenn nicht können, dann müssen -, dass es nicht immer um Fachkompetenz geht wie bei zu Guttenberg, als „Mutti“ gegen die ebenso naheliegenden wie -gelegten Forderungen nach dessen Entlassung einwandte, sie habe keinen Doktoranden eingestellt, sondern einen Verteidigungsminister oder so ähnlich.
Es geht um Eignung: weniger Qualifizierte werden bei entsprechender Eignung bevorzugt berücksichtigt.

„Wie Kohl“, kann man bei WELT ONLINE lesen, „so ist auch Altmaier ein begeisterter Pasta- und Tortenverzehrer. Wie Kohl kommt er dennoch mit wenig Schlaf aus.“
Dass dieser Altmaier „dennoch“ mit wenig Schlaf auskommt, hat weniger damit zu tun, dass der gemeine Mensch nach begeistertem Pasta- und Torten-Verzehr etwa zwangsläufig mit mehr Schlaf auskommen muss, sondern damit, dass nur ein nichtbegeisterter Rauchverzehrer gar keinen Schlaf braucht.

Hat man je so einen Umweltminister gesehen (im Gegesatz zum Trittin, von dem noch nie gehört zu haben heute manch einer mit Recht behaupten kann) mit so wenig Vorschuss-Schlaf?
Strahlt er nicht die Kernkompetenz aus, mit Ganzkörpereinsatz Notre Dame die Glocken zu läuten und bei Gefahr für seine Esmeralda den occupylustigen Flashmob von oben mit heißem Blei zu begießen „Chönesch Blei, heichesch Blei!“ und den Verbrannten unten herkulinische Hörner-, Viktory- und Stinkefinger hinab zu zeigen?

Wäre er in Sandstein gehauen dort nicht auch ein würdiger Wasserspeier, den sauren Regen abzuleiten ein wenig entfernt von der Wand der heiligen Halle, zur Not auch einen nutzlosen Blitz?

Das ist ein Anderer als Röttgen, der wie ein Ordonnanz-Offizier wirkt, zu dem eine schicksalhafte Carmen passt.

Zu dem für Röttgen fiktiven, ultimativen Gespräch mit „Mutti“ gibt es jedoch eine Alternative.

„Du hast versagt, versagt und bitter enttäuscht.“
„Es war ja unvermeidlich.“
„Aha. Und nun? Glaubst du, wer so unvermeidlich nicht Ministerpräsident werden kann, der kann genauso unvermeidlich weiter Umweltminister sein?“
„Genauso wie jemand durchaus Ministerpräsident werden oder bleiben könnte, der unvermeidlich nicht Umweltminister werden kann.“
„Nicht frech werden, ja! Und ich sage: bis morgen hast du Zeit zurückzutreten.“
„Wieso?!“
„Willst du die Enegie-Wende?“
„Selbstverständlich!“
„Immer noch und weiter konsequent mit allen Konsequenzen?“
„Aber selbstverständlich!“
„Schwächling. Wie gesagt, du hast Zeit bis morgen!“

Nach den Gesetzen einer verkehrten Welt, in der ein Westerwelle Außenminister, ein Rösler Parteivorsitzender und Wirtschaftsminister, die FDP vom Rösler bis zum Bahr fünf Minister stellt, in NRW 7% kriegt, „Muttis“ Lieblingskind ist, wo das Delirium, dem all dies zu Wahl gestellt ist, Autos baut und vor der Tankstelle das Tremens bekommt, da ist es beinahe selbstverständlich, dass ein Röttgen ausgestoßen wird, ja, logisch und ehrenhaft.

„Mutti“ will, nur die Arbeit nicht, alles allein machen.

Man wird sehn, ob Röttgen einst als Graf von Monte Christo wiederkehrt oder – wer noch?

Wahl-Spot

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1. FDP aktuell

Wer die FDP wählen möchte, sollte vor- wie nachhaltig irgendwo drinbehalten haben, dass die FDP auch den Außenminister Westerwelle noch enthält.

Er ist nicht weg, sondern als Minister in die Deutsche Weltpolitik eingetreten. Damit diese Gestalt annimmt, gibt er dort seine Figur ab, wodurch seine Person natürlich unbedeutender geworden ist.
Nun hat er heute bekannt gegeben, dass die Somalischen Piraten auch zu Lande bzw. über Strand verfolgt werden dürfen/können und sogar müssen, weil es nämlich natürlich Unsinn sei, so Westerwelle, deren Waffen nicht zu zerstören.

Die Verfolgung ist allerdings auf 2 km landein limitiert.
Das ist wichtig, denn wenn die Somalischen Piraten auf die Idee kämen, der hiesigen Piraten-Partei beizutreten und aufgenommen würden, woran man keinen Augenblick zweifeln sollte (Verfolgte Original-Piraten?? Hände ringend!), dann müssten sie ohne diese Limitierung bis nach NRW verfolgt werden, um deren dann stärkste Waffe, den Wahlschein, zu zerfleddern.

Aber Scherz beiseite.
Unklar war wohl trotzdem, ob die Somalischen Piraten praktisch auch als Mitglieder der Piraten-Partei theoretisch 2 km frei Somalia hinein verfolgt werden dürften, deshalb hat man die Zerstörungsabsicht zielorientiert und ganz eindeutig als eine definitiv ausschließlich gegen Waffen eingerichtete ausgerichtet oder auch umgekehrt.
In der Regel siehts anders aus.
Darum ist, was Westerwelle verkündet hat, kein Beweis dafür, dass der ihm eigene Schneid nur noch als Kleiderbügel vorhanden ist wie sein Anzug das Neo-Liberale repräsentiert, wonach das Bügeleisen machen kann, was es will, nein, in der Wahlperiode zu verkünden, in der Regel ist die Hygiene deren Ursache und müsse verfolgt werden, wo sie entsteht, das wird ihn gereizt haben.

Bisher hat es immer geheißen: nicht die Knarre putzt weg, nicht die Bazuka ist geil, sondern der Mensch resp. der Pirat, wo die Unschuldsvermutung ja auch gilt und (s.o.) neuerdings auch Hin- und Rücksichten genommen werden müssen, nicht mehr so sehr auf Religion, sondern Parteimitgliedschaften am andern Ende der Welt usw.

Da hat sich also humangenerös allerhand zum Guten, Wahren und Schönen hin geändert, indem der Kampf und die Verfolgung ausschließlich den Kalashnikovs in den Piratenfäusten gilt, und (außer ein paar Balken aus heimischem Leimholz) soll sich an Somalias Stränden kein Haar krümmen.

Dem Guido war die stolze Überzeugung von der kühlen, mikrochirurgischen Präzision, mit der den Piraten die Knarren aus den Händen geknallt werden, wie es ja lächelnd einst der gute alte John Wayne auch tat, direkt mitzufühlen.

Jedoch hat man vergeblich auf ein alternativloses Angebot des Verfahrens gewartet, etwa dass einem Piraten, der z.B. einen „Blinddarm“ hätte, diesen auf Antrag innerhalb der 2 km-Zone, vom Kriegsschiffsarzt via Satellit überwacht, ebenso präzise entfernt bekommen könnte wie die letzte Patrone aus seiner Hosentasche, sodass, getreu den Vorschriften, nur Privatbesitz in Verbleib belassen bliebe.

AMin Westerwelle erwies sich auch diesmal als der präzise rechte Winkel, als Steher an einer korrekten 90°-Ecke, wo er noch immer die absolute Sicherheit ausstrahlt, dass man ihm bis auf den Schneid alles abkaufen wird.

Entwaffnend ist er noch charmant bis 2 km ins Land.
Man kann als Ego-Likedeeler auch dem entwaffnenden Privatdancer-Charme der Piraten-Partei erliegen.
Aber man kann auch der Meinung sein, dass Piraterie illegal bleiben muss, weil es sonst nix mehr iss und weil man das seinen Großvätern schuldet, die nur wegen Laufens ohne Kopf seitens des geköpften Störtebeckers, meine Herren!, an ihnen vorbei überlebt haben.

Da denken wir nicht an Westerwelle?
Und da kann man im Sinne Störtebeckers nicht die FDP wählen, auch wenn es heuer so aussieht, als sei das, worauf man sie mit chirurgischer Präzision ankreuzen/wählen wird und was man in die Urne steckt, ihr Totenschein?

Aphorismus – 18

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Die Freiheit Andersdenkender ist wieder ein Exportartikel des Meisters aus Deutschland.

Written by monologe

8. Juli 2011 at 9:51 am

Gleich und Gleich gesellen sich

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Dass Gleich und Gleich sich gern gesellt ist ein bekanntes Sprichwort, dessen Wahrheit sich oft erwiesen hat und noch öfter erweisen wird, falls sich diese Wahrheit künftig mit der unseres Überlebens gern gesellt.
Weniger bekannt ist, dass sich Gleich und Gleich nicht nur gern gesellt, sondern sich ebenso gern unterstützt, hilft, fördert und zielführt.
Ein aktuelles, sehr konkretes Beispiel hierfür bietet sich heute, indem der atomare Teil der Katastrophe in Japan einem Teil in Deutschland hilft, wiedergewählt zu werden, der als „regierende Katastrophe“ bekannt geworden ist. Der in Japan möglich gewordene größte anzunehmende Unfall (GAU)  kann als Helfer des möglich gewordenen größten anzunehmenden Unfalles in Deutschland namens Westerwelle gelten. Denn dieser durfte vor der Verkündigung der Kanzlerin heute schon vorab verkünden, dass eine Aufkündigung der Laufzeitverlängerung für Deutsche Atomkraftwerke nicht ausgeschlossen sei, und man darf sicher annehmen, dass im Kalkül dieser (für die Atomwirtschaft katastrophalen) Vorabverkündigung wenigsten die Laufzeitverlängerung Westerwelles als Außenminister und Vizekanzler gestanden ist.
Sicherheit, das sagte er mit Nachdruck, stehe sogar vor Wirtschaftsinteressen! Das ist – bisher war keine Katastrophe vorstellbar, der jemand die Auslösung einer solchen Revolution der FDPrioritäten zugetraut hätte.

Wenn die in Frage kommenden Kraftwerke auch erst in Jahren abgeschaltet werden – es ist schon jetzt eine Notabschaltung zur rechten Zeit, weil unmittelbar Wahlen in NRW bevorstehen und Schwarz/Gelb „erdrutschartige“ Verluste erwarten darf.
Wer gestern zu denken wagte: Wenn die Merkel JETZT Atomkraftwerke abschalten hilft, wenn sie jetzt EINS nur abschalten lässt – gewinnt sie die Wahlen. Dann haben die GRÜNEN gar nichts mehr zu bieten, außer Multikulti natürlich, eine Katastrophe, die bekanntlich offiziell schon als gescheitert erklärt worden ist.

Nur für die Abschaltung Guttenbergs kommt jede Katastrophe zu spät.

Aphorismus – 12

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Oft ist die Größe ein paar Nummern kleiner als der Wahn, mit dem sie einen Posten bekleidet.