MonoLoge

Archive for the ‘Sport’ Category

Der Fall Pezzoni

leave a comment »

WELT ONLINE:
„Der 1. FC Köln kapituliert vor der Bedrohung. Weil die eigenen Anhänger den Kölner Profi Kevin Pezzoni bedroht haben, löste der seinen Vertrag auf. Dass der Verein dem zustimmte, ist ein fatales Signal an die gewaltbereiten Chaoten.“
Es käme vor, so WELT ONLINE weiter,
dass Fans einen Spieler scharf kritisieren, ihn auspfeifen oder zum Sündenbock für Niederlagen machen. Das ist Usus im Profi-Fußball, ob es so sein muss, darüber lässt sich streiten. Sicher ist aber: Wenn Fans einem Spieler abseits des Vereinsgeländes auflauern, ihn bepöbeln, bedrohen und sein Auto beschmieren, ist die Grenze des Erträglichen weit überschritten. Kevin Pezzoni, einem gerade mal 23 Jahren alten Fußballer, ist das passiert.“– ach, und sonst wäre das hierzulande niemandem noch je widerfahren und nirgends geschehen?
Es kommt aber eine Überraschung: Die Grenze des Erträglichen ist überschritten“, für wen, das bleibt unklar, denn: Es ist nicht bekannt, ob und wie sehr die Kölner Bosse in Gesprächen mit dem Spieler versucht haben, diesen Schritt zu verhindern. Es hätte jedenfalls nie dazu kommen dürfen. Der Klub hätte eine Pressekonferenz einberufen können und sich klipp und klar zu Pezzoni bekennen können. Er hätte einen Sicherheitsdienst damit beauftragen können, den Spieler zu schützen. Er hätte beim Spiel am Freitag gegen Cottbus über die Lautsprecheranlage dazu aufrufen können, die Täter ausfindig zu machen. Er hätte dem Spieler das Gefühl geben können, nein müssen: Wir stehen hinter dir und kämpfen für dich. Nichts davon ist geschehen.“, kurz und gut mit einem Wort: keine Zivilcourage.
Doch die Frage ist nun einmal nahegelegt: „Warum kämpfte der Verein nicht um ihn?“ – gute FrageAber in diesen schnellebigen Zeiten schon rein akademisch, denn:Pezzoni ist kein Spieler des 1. FC Köln mehr, die Täter haben erreicht, was sie wollten. Der Verein hat vor seinen eigenen Fans kapituliert, was nicht nur skandalös ist, sondern auch eine fatale Signalwirkung für andere Chaoten hat, von denen es im Umfeld des FC – das hat die vergangene Saison gezeigt – sehr viele gibt. Wer mit Gewalt versucht, seine Ziele zu erreichen, wird belohnt. Das ist das unbegreifliche Ergebnis der anfangs noch vernünftig geführten Diskussion um den Nutzen von Kevin Pezzoni für den 1. FC Köln.“

Kurzum, demnach ist auch die Integration Pezzonis gescheitert. Doch im Gegensatz zum Fall jenes Rabbiners, der am hellichten Berliner Tag und auf offener Hauptstadtstraße „zusammengeschlagen“ und dessen 6-jährige Tochter mit dem Tode bedroht wurde – die Täter entkamen ganz offenbar unerkannt –, der also nur darauf hinweist, dass die Integration der Juden schwieriger ist als gedacht und künftig vielleicht vollends scheitern könnte, hat im Fall Pezzonis „der Verein“ das Scheitern seiner Integration gewissermaßen bereits als realistisch und unvermeidlich angesehen und zeitnah abgeschlossen.
Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende, nicht?

Advertisements

Komet Armstrong

leave a comment »

Was ist mit ARMSTRONG los??
Fällt in den Bergen mal zurück, ein andermal, wie gestern hinauf zum COL DE TOURMALET, hält er wieder einigermaßen mit.
Wenn ihn eine Kamera ansieht, während er sich hochkurbelt, sieht er hinüber und lächelt.
Als wär das alles ein Witz!!

Schwach, was der ARMSTRONG zeigt, sagt der Kommentator, enttäuschend, unverständlich. Aber natürlich müsse man seine Verdienste, seine Leistungen insgesamt anerkennen. Und wenn er jetzt Durchschnitt sei, nich – was Besseres fällt dem Sportreporter dazu nicht ein.

Aber wie wärs denn damit:
mal angenommen, LANCE ARMSTRONG, von jeher ein konsequenter Planer und äußerst erfolgreicher PR-Stratege, fährt diese „TOUR“ ganz oder, was klüger wäre, zumindest teilweise UNGEDOPT.
Und führt genau Tagebuch.
Und führt eines schönen Tages am eigenen Beispiel vor, wo man sich UNGEDOPT wiederfindet und wie eine „ehrliche“ TOUR DE FRANCE aussehen würde?
Die Rache des großen Mannes auf seiner definitiv letzten „HÖLLEN-TOUR“?

Lässt sich überhaupt absehen, was solcher Coup für Folgen hätte?
Wäre es übertrieben, wenn man behauptete, an dem Tag, an dem LANCE ARMSTRONG sein Protokoll „MEINE TOUR 2010“ der Öffentlichkeit präsentierte, wäre der Kinder-Glauben zerstört, ach was, pulverisiert und mit dem Ende der Ära ARMSTRONG das Ende des „professionellen Radsports“ der Gegenwart gekommen?
Wäre diese endgültig „vernichtende“ Tat denn mit der inzwischen weltweit bekannten ARMSTRONG-Maxime „LIVE STRONG“ so unvereinbar? Nicht vielmehr ganz im Gegenteil und längst, längst überfällig?
Wieviele „erwischte“ Profis haben vor ihm doch schon „ausgepackt“ und einzelweise dargelegt, warum es ohne DOPING keine „Höchstleistung“ gibt, dass es unmöglich sei, eine TOUR DE FRANCE auf dem heutigen „Niveau“ ohne DOP zu absolvieren, geschweige zu gewinnen.
Aktuell der Fall FLOYD LANDIS, von dem die F.A.Z. berichtet:
„Landis hat nach eigenen Angaben seit dem Beginn seiner Karriere detaillierte Trainingsaufzeichnungen geführt. Er habe diese Aufzeichnungen bei früheren Gelegenheiten auch amerikanischen Anti-Doping-Behörden angeboten. Außerdem habe er Funktionären Informationen darüber gegeben, wie Athleten das Doping-Testsystem täuschten.“
Interessant, oder?
Nur haben diese Behörden und alle „Beschuldigten“, auch ARMSTRONG, die Vorwürfe als einer Beachtung nicht würdig gefunden, die Beschuldigungen zurückgewiesen; es heißt, LANDIS sei widersprüchlich, „böse“, lügenhaft, nicht vertrauenswürdig.
Denn wer einmal DOPT, dem glaubt man nicht…und so bedeutet der Fall LANDIS – wie gesagt, keineswegs der erste dieser Art –  nicht das Ende der Glaubwürdigkeit dieser SportART oder gar des DOPINGS, sondern das Ende LANDIS´S.

Aber was, wenn ARMSTRONG „gestehen“ würde?
Wenn ER alles, was je über DOPING ausgepackt und gesagt und wegen THE SHOW MUST GO ON und wegen der ERWARTUNG DER ZUSCHAUER und der ATTRAKTIVITÄT DIESES SPORTES und DER UNZERSTÖRBAREN HELDENMYTHEN usw. usw verheimlicht, abgestritten, verschleppt, verharmlost, vernachlässigt, vertuscht worden ist, bestätigen würde?
Ginge die SHOW auch dann weiter? Weil es den wahren FANS, andere gibts ohnehin nicht mehr, sowieso irgendwie egal ist und der Reiz des Sportes, die Furcht vor der REALITÄT und vor dem unersetzlichen VERLUST ihres ritterlich-religiösen RADSPORT-DADAISMUS stärker sind?
Denn wenn es wahr wäre, was LANDIS aussagte, und alles für das Publikum geschieht – kann man innigere, übermenschlichere Hingabe an ein Publikum wenden, kann es mehr Opfer und Spektakel verlangen?
Und wird es nicht entsprechend tolerant sein?
Würde es sich also auch von ARMSTRONG abwenden, die heiße Kartoffel fallen lassen, und es könnte weiter gehen wie bisher?

ARMSTRONGS Kronzeugnis würde alle, alle stürzen, einschließlich ihn selbst. Man muss sich klar machen: SIEBEN TOUREN samt SIEGE IRREGULÄR! Mindestens sieben.
Und die Folgen wären, dass alles andere in der Geschichte des RADSPORTS dagegen verblassen würde.

Ein starkes Motiv für ARMSTRONG.
Aber es lassen sich noch eine Reihe anderer Gründe denken, die ARMSTRONG reizen könnten, den PLANET DOP platzen zu lassen: Schluss machen mit dem, was da jetzt die Berge hoch hampelt; verbrannte Erde hinterlassen; Großinquisitor werden, Cleaner, dem künftig kein Sünder mehr entgeht…

Ach, würde doch einer mit starkem Arm mal wenigstens einen Riesenzirkus platzen lassen!

Sicher, das alles ist fata morgana, Luftspiegelung über einer Hochglanzwelt, wenn der  Sensationsdurst zu groß wird.

Aber neinnein, da gibt’s nichts zu „gestehen“, gar nichts, alles sauber.

Aphorismus

leave a comment »

Früher war die Ansicht verbreitet, Fußball sei „Ersatz-Krieg“, und wenn es über, während oder rings um den Fußball zu heftig wurde, mahnte man, „ist doch nur ein Spiel!“.

Davon hört man heutzutage nichts mehr.

Aber es gibt wieder Original-Krieg. Im Umgang mit der Sprache und umgangssprachlich, damit er sich überhaupt und weiter führen lässt.

Vielleicht ein Ersatz für das, was sein zu dürfen dem Fußball verloren gegangen ist?

Wenn es also wieder einmal heftig wird über, während und rings um den Krieg: er ist doch nur ein Spiel-Ersatz!

Wussten Sie…

leave a comment »

dass nach SIEG FÜR LENA! und nach WIR SIND LENA! und weiter nach den SIEGEN DER DEUTSCHEN NATIONALMANNSCHAFT mit allem Drum und Dran wie MANNSCHAFTSFÜHRER, VUVUZELA, PUBLIC VIEWING, WIR SIND WELTMEISTER!, AUTOKORSO, BIER und HUAAAAHHHH!!!!-Grölen nachts in den Straßen – dass die Patientendichte in den Sprechzimmern der Psychologen dünn wird?
Dass die Psychologen selbst angeben, sich IRGENDWIE BESSER zu fühlen und als ob vom HEILLOSEN TÄGLICHEN WAHNSINN befreit, verschont von Komplexen MANISCHER DEPRESSION, AKUTER TOBSUCHTSVERHALTUNG, ÜBERSTEIGERTER GELTUNGSSUCHT sowie des BEHANDLUNGSRESISTENTEN SCHWER AUFDRINGLICHEN MINDERWERTIGKEITSKOMPLEXES? Tjaaaa.

Nur die Psychologen unserer Helden haben keine freie Minute mehr.

Innerer Reichsparteitag 2, FSK: 18

with one comment

Eine bloggende junge  Mutti hat zum Thema „innerer Reichsparteitag“ sehr empört reagiert und am Ende ihrer Tirade der Hoffnung Ausdruck verliehen, ihr Kind werde diesen Ausdruck, also „innerer Reichsparteitag“, nie, nie, nie kennen lernen. Dass dieser Ausdruck eine hübsch volksmündige Ironisierung war/ist und sich durch ihn eben nicht Nazigesinnung, sondern jener Humor erweist, der bekanntlich darin besteht, dass man trotzdem lacht, hat sie nicht gewusst und auch nicht nachvollziehend entdeckt. Allerdings kann sie die begründete Hoffnung haben, dass Sohnemann ihn nicht erlernen wird, weil er zwar, wie man sieht, sehr lebendig ist, aber wegen fehlenden Bezugs immer ungebräuchlicher wird.
Wir hoffen aber, dass ihm dieser Humor bewahrt bleibt, er wird ihn brauchen können.

Der Ausdruck wurde ja unserm Klose untergejubelt, oder besser gesagt in ihn „hineininterpretiert“, indem man legér, treffend und möglichst allgemeinverständlich ausdrücken wollte, was er wohl über sein Tor empfunden haben mag, nämlich den „inneren Reichsparteitag“. Es wäre auch „innerer Vorbeimarsch“ gegangen. Aber all das ist natürlich Slang.
Zur Verteidigung der Mutter muss man sagen, dass es  allerdings nicht noch mehr Slang werden darf, obwohl man andererseits behaupten könnte, dass Moderation mit mehr Slang auch ganz ohne den „inneren Reichsparteitag“ auskommen könnte und trotzdem so manchem Sohnemann vertrauter wäre, als dessen Mutter lieb ist.

Für den Fall Klose würde das vielleicht ungefähr so klingen:

Moderatorin: Da hat unser Klose aber allen den Daumen gezeigt mit seinem oberaffengeilen Tor, was Olli?
Olli: Er hat den Tormann gefickt nach allen Regeln der Kunst. Schwein gehabt, dass so ein Hurensohn von Linienrichter nicht wieder Abseits gepfiffen hat, wo überhaupt keins ist.
Mod.: Das wäre der Hammer gewesen, da hätts glaub ich Tote gegeben.
Olli: Das wäre eine Kriegserklärung an Deutschland gewesen, da wär die Mannschaft Amok gelaufen, ja, da kannst du schonmal Latte kriegen.
Mod.: Gottseidank ist alles gut gegangen. Aber wie die andern nur noch dumm rum standen wie die Deppen, konnten nur noch glotzen, wie sie plötzlich am Arsch sind und ans Kreuz genagelt werden, die Opfer – tja, Pech!
Olli: Ja, (lacht) die hätten ihm wahrscheinlich am liebsten sofort den Hals umgedreht.
Mod.: Das ging einfach nicht so schnell in ihre hohlen Birnen, als Klose die Murmel drin hatte.
Olli: Da hatten sie zu kauen dran, klar, aber da können sie sich bei ihrem schwulen Vollversager und unkoordinierten Schlappschwanz von Keeper bedanken, Tunte, kein Arsch in der Hose, der Wichser. Flachpfeife.
Mod.: Einfach kein gleichwertiger Gegner.
Olli: Fakt, aber egal, fetter Sieg, Alter, das ist in dem Geschäft die Hauptsache.
Mod.: Deutschland ist Weltmeister! Vorerst Danke an Miroslav Klose, mehr davon, du geile, geile Sau! Wie ihm wohl jetzt zumute sein wird?
Olli: Honigkuchenpferd, satte 99 A 380 im Bauch.
Mod.: Wie drei Tage Orgasmus, so stell ichs mir vor.
Olli:  Innerer Reichsparteitag.

Tja,  sorry, ohne den „inneren Reichsparteitag“ kommt man in dem Fall wohl doch nicht aus.

Furchtbar!

(Dialoge abgemildert, Personen frei erfunden, irgendwelche Ähnlichkeiten rein zufällig, der Autor distanciert sich davon)

Innerer Reichsparteitag

with one comment

Danke! Nach diesem Organ der inneren Verfassung hatte ich gesucht! Der Begriff war mir entfallen, Amnesie, obwohl ich längst wusste, dass sich sowieso eine ganze, ganze Menge Amnesie voreilig eingeschlichen hat.
Man muss den alten Stoff jetzt wieder neu lernen wie nach Gedächtnisverlusten in Folge Schlaganfall, um auf den Stand des Kapitalismus vor 39 zu kommen. Das ist nötig, sonst bleibt einem die Gegenwart fremd und man ist sozusagen Analphabet. Glücklicherweise gibts neben Lesebüchern auch Geschichtsbücher.

Aber das nur nebenbei.

Wie gesagt, der „Innere Reichsparteitag“ hat mir gefehlt.
Nach der letzten Wahl. Warum? Als Westerwelle kam, siegte und ich ihn sah wurde mir beinahe schmerzlich bewusst, dass es für diese Erscheinung, für die Ausstrahlung innerer Feierlichkeit, für ihre Zelebrierung, für die Pose, den Sieg und seiner Haftigkeit, die Personifizierung des großen Aufbruches und die Verheißung der Bügelfreiheit nebst Verkündung des überfälligen, notwendigen Kampfes gegen die Dekadenz, umgangssprachlich einen volltreffenden Begriff, ein Idiom gibt: In-ne-rer Reichs-partei-tag.

Schön, wenn unser Klose schon mal einen empfunden hätte, wo er doch aus Polen kommt.

Giro d´Italia – ein Hörspiel

leave a comment »

Hahahahahaaaaaaahahahahah!!-haaaaaaaaa-aaahahah!!!-hahhahahahahahahaaaaahhhaaaa!!!Hahaha – hahahahaahaaa  – hahahahahaaaa!!!