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Über Baaschs Bauchgefühl

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Des Lübecker SPD-Landtagsabgeordneten Wolfgang Baaschs Wunsch ist es, wiedergewählt zu werden.
Um für sich zu werben und einzunehmen hat er ein Wahlplakat anfertigen und sich auf ihm abbilden lassen, eine x-fach-Auflage Stillleben des Vorstellens also zum Anrödeln an Masten und Stangen stadtein, stadtaus.
Ausnahmsweise quer über den Abgeordneten Baasch wie eine Bauchbinde um einen Stumpen – der sonst auch keine trägt – steht zwischen Strichen der Anführung gedruckt, das, wovon man sicher sein kann, dass er es sich auch auf die Fahnen geschrieben hat:
»Mehr Gerechtigkeit für alle«.

Baasch ist beileibe kein Dünner, aber mehr Text, als etwa Gerechtigkeit auf eine Kuhhaut passt, ging quer über ihn einfach nicht drauf.

Die griffige, auf Baasch passende Ansage folgt offenbar den Verheißungen des Kanzlerkandidaten Schulz:
Es ist die Sozialdemokratische Partei Deutschlands, die dafür sorgen muss, dass jeder einzelne Mensch, jeder Mann, jedes Kind, jede Frau im Mittelpunkt unseres Denkens und im Mittelpunkt unseres Handelns stehen. Ich möchte, dass der einzelne Mensch Respekt bekommt.“ –
wie in den alten Liedern

»…eines kann ich schon jetzt vorwegnehmen: Bei unserem Programm wird es um Gerechtigkeit, um Respekt und um Würde gehen.«
Die SPD hat es bitter nötig, aber was immer Schulz vorwegnimmt, wenn es kommt, es käme jedenfalls im Nachhinein.

»Wir wollen, dass die SPD die stärkste politische Kraft nach der Bundestagswahl wird, damit sie das Mandat bekommt, dieses Land besser und gerechter zu machen und den Menschen den Respekt entgegenzubringen, den die Menschen verdienen.«,
wenn sie die SPD wählen.

Baaschs dumpfe Kurzversion dürfte überzeugender sein.

»Mehr Gerechtigkeit für alle« auf Wunsch bedeutet in seiner überraschenden Einfachheit spontan zunächst mehr als überhaupt nichts, doch dass man es der Einfachheit halber wählen kann, um sich dann einfach mal überraschen zu lassen, wieviel mehr einfacher es sein wird.

Um den Rand von Baaschs Plakat drängen sich noch ein paar Fragen.
Ist uns allen noch nicht genug Gerechtigkeit widerfahren?
Wird »Mehr Gerechtigkeit für alle« partiell noch das Allerlebensnotwendigste zur Befriedigung der Grundübel der wesentlichen Existenz auch noch beinhalten oder gehts ins Argere? Heißt das mehr ins Kneifschwein vom Vatter Ubu mit allen, die es verdienen, und siehe, es ist unabwendbar gerechter und nur halb so persönlich bedrohlich wie Komplettüberwachung?
Soll eine Gerechtigkeits-Behörde geschaffen werden, die alle der ohne Unterschrift gültigen Gerechtigkeit zuführt und hierauf respektvoll automatisiert in ein verdientes, aber ebenso gerechteres wie nicht unwürdiges Schicksal einordnet, aber endlich die Pfandflaschensammel-Reviere auch zuteilt?
Was immer, die SPD ist die ideale Adresse für Zuversicht und Vertrauen, auch mehr, wenn man nicht weiß woher und auch nicht wohin mit den Defiziten.
SPD qua Schulz, da weiß man wieder ein, nicht mehr nur aus!

Mit der Kompetenz im Kern der Verursacherin scheint sie es leicht zu haben: bessern, was sie selbst den »Menschen« einst maßgeblich bestimmt und angemessen hat, bieten und entgegen bringen, was sie ihnen, wo es ging, entzog, erneuern, was in Verschlechterung und Verschleiß geraten ist durch sie und woanders gern billig in Kauf genommen wurde.

Das hatten, als es nach ihr ging – man erinnert sich -, die »Menschen« doch auch damals schon verdient, nichts anderes, in Folge dessen sie heute für Anderes vielfach nicht mehr genug verdienen.
Was hat Schulz für die SPD also vor der Wahl zuerst entdeckt: Würde und Respekt und dann den »Menschen« oder umgekehrt?
Auf welche »Menschen« hofft er? Die die SPD früher schon überzeugt hat mit konsequenter Schaffung von Gerechtigkeit?; die ihren angewandten Respekt vergessen haben?; die das Mindestmaß Würde, das laut Grundgesetz nicht angetastet werden kann, nicht in einem Schweizer Bankfach sicherer meinen, sondern dransetzen wollen?

Die heute gültigen, von der SPD aufgestellten Standards sind von solcher Qualität, dass die CDU sie mit Handkuss übernommen hat, um zusammen mir der SPD als Kombine die Ernte einzubringen und das Land zu hegen und zu pflegen bis heute, damit es den Leuten so gut gehe wie nie zuvor.

Nachdem Schulz der SPD gesprochen hatte von Gerechtigkeit, Respekt und Würde, da hats im Saal einen Jubel gegeben, einen Freudentanz, als hätte tatsächlich nie irgendwer da unten je oder schon lange nicht mehr von dergleichen gehört.

Über ein Bauchgefühl hat es der Abgeordnete Baasch dann auf den Punkt gebracht:
»Mehr Gerechtigkeit für alle«.

Das werden doch wissen die lübschen lebenden Toten,
Baasch hätte es längst praktiziert, doch war es verboten.

Richtig ist, dass bis jetzt zumindest nicht allen von der SPD mehr Gerechtigkeit widerfahren ist.

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Written by monologe

31. März 2017 at 6:01 pm

TRiUMP 1

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In Russland:
Es wird berichtet, dass vom Wahlsieg Trumps nicht nur Präsident Putin erfreut sei, laut Umfrage so auch ungefähr 37 Prozent der Russen. Passanten, befragt, erhoffen sich vom Präsidenten Trump Verbesserungen der Beziehungen, Aufhebung der Sanktionen, also sogar Verbesserung ihres Lebens, „Frieden“ (die Passantin sagte allerdings „druschba„, was „Freundschaft“ heißt).

In Deutschland:
Das Unmögliche ist möglich geworden“, analysiert der Psychologe Stephan Grünewald. „Unser Wertesystem gerät ins Wanken. ›Man kann wohl sagen: Die Deutschen sind im Trump-Tief.‹“ –

womit eigentlich schon alles gesagt wäre, aber der ganze Klassiker ist es noch nicht:

Der weiße Mann mit den gelben Haaren – er macht den Deutschen Angst. ›In Deutschland kommt hinzu, dass wir zwar von den Folgen dieser Wahl deutlich betroffen sind, aber keinen direkten Einfluss darauf haben‹, erläutert der Psychologie-Professor Jürgen Margraf. ›Das ist eine klassische Hilflosigkeitssituation.‹“ –

Ach ja, „die Deutschen“. Ein „weißer Mann mit gelben Haaren“, Putin, die Russen machen ihnen Angst, einem weißen Mann, dem die Pechsträhne schon vornüber hing, sodass ihnen angst und bange hätte werden müssen, dem folgten sie gelegentlich schon bedingungslos.
Die jeweilige Hilflosigkeit war stets sowohl recht tatenvoll und kriegerisch, als auch irrational und sinnlos.
Was nun macht sich mit der Hilflosigkeit darüber breit, dass in Amerika Trump gewählt wurde, nicht der Herr Geissen?

Gauck gratuliert namenlos
Mit der sprachlichen Raffinesse, die Gauck zueigen ist, begann er seinen Kommentar zum Wahlausgang in Amerika mit einer Erinnerung daran, dass der 9. November in mehrfacher Hinsicht historische Bedeutung habe. Er erwähnte den Mauerfall 1989 ebenso wie die Reichspogromnacht im Jahr 1938 und leitete dann über zum Blick auf Amerika. ›Gleichzeitig ist es ein Tag, der viele Menschen in der Welt beunruhigt hat.‹ Diese ›große Beunruhigung‹ sei während des Wahlkampfes in Amerika entstanden. Damit hatte der Bundespräsident zwar keinen direkten Vergleich zwischen den dunklen Ereignissen der Nazi-Zeit mit der Wahl Trumps hergestellt. Aber Zufall war es sicher nicht, dass Gauck alles in einem Atemzug erwähnte.“

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble zeigt sich besorgt über die Art der politischen Auseinandersetzung – auch in Deutschland. ›Demagogischer Populismus ist nicht nur ein Problem Amerikas‹, schreibt der 74-Jährige in einem Gastbeitrag für BILD-Zeitung. ›Auch anderswo im Westen sind die politischen Debatten in einem besorgniserregenden Zustand.‹ Vor allem im Internet sei inzwischen ›völlig egal, ob Behauptungen wahr sind – Hauptsache, der Empörungsgrad stimmt.‹“

Das ist korrekt:

Morddrohungen wegen eines Hitler-Verlgeichs
dpa/Andrew Gombert „Johan Franklin“ sieht eine ernstzunehmende Gefahr in Donald Trump
Ein Deutscher sieht der bevorstehenden US-Wahl mit großer Sorge entgegen. Auf Twitter erinnerte er die Amerikaner daran, was geschehen kann, wenn man auf einen populistischen Politiker hereinfällt – und zieht Parallelen zwischen Donald Trump und Adolf Hitler. Die Reaktionen aus den USA sind äußerst gemischt. Außerdem betont er, viele Deutsche seien sehr besorgt, dass ein offensichtlicher Demagoge und absoluter Lügner so viele Unterstützer findet. Trotzdem wolle er Trump nicht persönlich mit Hitler gleichstellen, sehe lediglich einige Parallelen. Trump erinnere mit seiner Medienaffinität eher an Goebbels.“ –

Trump nicht persönlich mit Hitler gleichzustellen ist gewiss diskriminierend, wenn dessen Affinität aber an Goebbels erinnert, gehen die Parallelen für die Medien in Ordnung.
Schäuble weiter:

›Vereinfachung hat eine Untergrenze.‹ Als Ursache des zunehmenden Populismus nannte der Minister auch, ›dass die Eliten in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft nicht immer ein gutes Bild‹ abgeben würden. Zudem seien Entscheidungsprozesse häufig kaum noch nachvollziehbar, so Schäuble weiter. Der Minister forderte: ›Jeder muss bereit sein dazuzulernen. Wenn wir für die Perspektive des anderen und fürs Umdenken offen sind, hat es der demagogische Populismus schwer.‹

Ging der Bundespräsident noch mit dem Florett vor, wählte Sigmar Gabriel den Säbel.“ –

wer Sigmar Gabriel ist? Bitteschön:

Der SPD-Vorsitzende und Stellvertreter der Bundeskanzlerin schien selbst die Bemerkung von Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) vom August,“ –

hier findet sich ein schönes Beispiel dafür, dass es tatsächlich eine zeremonienmeisterliche Hofberichterstattung gibt – wie im Märchenland.
Das Ausrufen der Namen, die Nennung der Ämter und welchem Ritterorden (SPD) die Edlen angehören, welche Waffen sie führen, hierauf dann die verächtliche Nennung des –

„Trump“ –

bzw. Müllerburschen, der, so sprach Frank-Walter Steinmeier (SPD)

„ein ›Hassprediger‹ –

sei, was Siegmar Gabriel, SPD-Vorsitzender usw., also

„in einem Gespräch mit Zeitungen der FUNKE MEDIENGRUPPE übertreffen zu wollen.“ –

schien:

›Trump ist auch eine Warnung an uns‹, äußerte der Wirtschaftsminister – auch mit Blick auf die deutsche Innenpolitik, den Koalitionspartner und die Bundeskanzlerin.“ –

auch dieser Brave denkt an sich selbst zuletzt 

Trump mache sich die Enttäuschung vieler Menschen über eine wachsende soziale Spaltung zunutze.“ –

was ja unanständig ist, sich zumindest nicht gehört, solange die SPD an dieser Enttäuschung nicht wächst wie die Spaltung, sondern schrumpft,

›Trump ist der Vorreiter einer neuen autoritären und chauvinistischen Internationalen.‹ Dazu zählte Gabriel auch Russlands Präsidenten Wladimir Putin, den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, die französische Front-National-Vorsitzende Marine Le Pen und in Deutschland die AfD.“ –

wobei man aber bedenken muss, dass Trump noch keinen Augenblick regiert hat und demnach kein Vorreiter sein kann.
Nein, der Hitler war Vorreiter, denn die hier Genannten und Leute sind allesamt schon in dessen Nähe gerückt worden, ohne dass man in einem ganz bestimmten bedauerlichen Einzelfall von einem Hit abgerückt wäre.
Gabriel hat die PEGIDA nicht erwähnt, weil „das Pack“ vermutlich nicht zur Internationalen zählt.

„›Es geht ihnen um ein echtes Rollback in die alten schlechten Zeiten, in denen Frauen an den Herd oder ins Bett gehörten, Schwule in den Knast und Gewerkschaften höchstens an den Katzentisch.‹“ –

Was sich anhört wie eine Verschwörungstheorie.
Apropos „Rollback“, da hat sich vor Jahren vielen enttäuschten Menschen schon die Frage aufgedrängt, was unecht ist, die Rolle Vorwärts der SPD in gute neue Zeiten oder die SPD selbst?
Andere echt schlimme Sachen eines echten Rollback mit Vorreiter Trump in Amerika hat Gabriel nicht erwähnt, nur noch das Allerschlimmste, was uns und alle, die zu uns gehören, gemäß den alten schlechten Zeiten erwartet:

„Und: ›Wer das Maul nicht hält, wird öffentlich niedergemacht.‹“ –

Wovon allerdings nun wieder Trump das aktuellste Lied singen könnte.
Es wird nur so sein, dass man ihm das Recht, sich „niedergemacht“ zu fühlen, nicht zuerkennen wird.
Mit Recht, denn wer – außer etwa Pat und Patachon, die angetreten als edle tapfre Haudegen mit Florett und Säbel, um der modernen Zeiten willen ein Rollback in alte schlechte und danach die Russen abzuwehren, niedergemacht wurden mittels Drohnen-Beschuss mit hochsensiblen TTIP-Ordnern, ausgeführt von einer Frau am Stick – wer also außer diesen beiden am Ende die Erlaubnis bekommt, sich niedergemacht fühlen zu dürfen, steht noch dahin.

Ein Medium fragt um:

Würdet ihr auswandern, wenn Trump euer Land regieren würde? 9.268 ja, 1.417 nein “ –

nicht gefragt wurden letztere, ob sie  bleiben würden im Sinn von »Wir schaffen das« oder nicht wüssten wohin.

Und dann:

Und dann findet man auch noch eine klar optimistische Stimme im Internet. Opernsänger und Schauspieler Björn Casapietra (46) sieht die Zukunft mit Donald Trump an der Spitze der USA nicht ganz so schwarz wie viele seiner (deutschen) Promi-Kollegen“ –

und da ist ganz interessant, was hier in Deutschland „nicht ganz“ so schwarz sehen ist:

›Ich bin mir ziemlich sicher, dass Trump alle überraschen wird in den nächsten Jahren. Und zwar positiv überraschen. Die Erwartungen an ihn sind gering. Auch deshalb kann er eigentlich nur gewinnen.‹

Ja, ein reuiger Sünder macht mehr Freude, denn 99 Gerechte.

Der Wahlsieg von Donald Trump hat den deutschen Aktienmarkt nur kurzfristig erschüttert. Nachdem der Dax zum Handelsstart um knapp 3 Prozent gefallen war, schmolzen die Verluste bis zum frühen Nachmittag komplett zusammen. Nachdem die New Yorker Wall Street entgegen den pessimistischen Prognosen freundlich eröffnet hatte, kletterte auch der deutsche Leitindex ins Plus und gab im Schlussgeschäft nochmal kräftig Gas. Letztlich gewann der Dax 1,56 Prozent auf 10.646,01 Punkte.

Sahra Wagenknecht, zeigte sich vom Wahlsieg Trumps ›nicht in dem Grade überrascht‘ – so wie viele andere. Die Wähler haben ihrer Ansicht nach ‚nicht Trump, sondern Veränderung gewählt.‹“ –

Schluss:
Wir wissen, was die Russen vom Präsidenten Trump erwarten: bessere Beziehungen, Verbesserung ihres Lebens (Aufhebung der Sanktionen), Freundschaft, Frieden.
„Putins Propaganda-Maschinerie“ hat also offenbar wieder ganze Arbeit geleistet.

Doch fragt man sich nach all dem, was hier zusammengetragen worden ist, Zitate aus den unabhängigen, freien deutschen Medien, Beispiele dessen, was sie, um  „umfassend“ zu informieren, zu verbreiten sich verpflichtet gefühlt haben – es ist der geringste Teil dessen, was auf dem „Markt“ erschien -, was immer und wie immer man darüber denken mag, Trump gewählt ist, der Vorhang zu und alle Münder (›Schnauzen‹) offen:

was also erwarten wir, die Deutschen, von Trump?

 

Kleiner Zusatz:

Als ›einfältigen Versager‹ hat Australiens Umweltminister Josh Frydenberg Donald Trump einst tituliert. Das bedauert er nach Trumps Wahlsieg nun, wie er einräumt. ›Der Premierminister und die Außenministerin haben vor der Wahl den richtigen Ton getroffen. Ich räume ein, ich hätte ihrem Beispiel wahrscheinlich folgen sollen.‹

 

Written by monologe

13. November 2016 at 5:54 pm

das verdorbene

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Sturz der Mitte
man soll
stehn bleiben
die Landschaft
giftgrün
wir bleiben
die vergiftete Mitte
auf der Achse umgestürzt
blutrot rot untergehend
sich reckend standhaft

Vater hat wen
uns geschickt?
den Sohn
die Mutter schwarz
das weiß der Mutige
dem Vogelvolk
herrlicher Opferer
in den Himmel verhängt.

© 2015 Martin Klingel

Written by monologe

21. November 2015 at 6:52 pm

Fassung

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Wenn mans mal bedenkt: unsern gesunden Menschenverstand schützt tags bloß ein verschlissnes Funktionsmäntelchen, nachts ein dünnes Deckchen Moral und Ethik, im Rücken, wo wir keine Augen haben – nur Gott!
Freilich fühlt sichs näher an am Paradies, wos auch nur ein Feigenblatt gegeben hat.
Wir alle sind Vertriebene und Füchtlinge nun vor der Realität. Nun bloß kein Rückfall in die Konjunkturschwäche!
Christliche Nächstenliebe allein kann ja schon kaum jemanden mehr ernähren.

Written by monologe

20. Oktober 2014 at 9:06 am

Die großen Dichter heute – Teil I: Rilke tot in Hamburg

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Die schwungvollen Mietpreiserhöhungen in Hamburg, von denen gestern berichtet worden ist, sind jedenfalls, ausser dass sie bedeutender sind als etwa Goethe, auch kunst- bzw. musikgeschichtlich von Bedeutung.
Es ist nicht nur die ewig selbe Litanei, die alte Leier, sondern es wird klar, warum die Erfindung des RAP folgerichtig und unvermeidlich war.
Nämlich, weil es sich durch den Fortschritt heute so kaum mehr sagen lässt, wie es Rilke einst gesagt hat: „Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.“

„Wer jetzt die Miete nicht mehr zahlen kann…“ – das heißt heute leben!

Ein Beispiel von einem Bürgermeister, der ausnahmsweise einmal nicht einen Skandal verursacht, ermöglicht, ignoriert oder vertuscht, sondern gemeistert hat, der für Qualität bürgt, statt die Bürger für Quantitäten bürgen zu lassen, findet sich hier:

http://uhupardo.wordpress.com/2012/11/10/burgermeister-raumt-bank-konto-und-stoppt-zwangsraumungen/

Man soll sie nicht reizen…

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Mord und Totschlag waren in der Geschichte, speziell der deutschen, oft Anlass dafür, die Meinungsfreiheit, Freiheiten allgemein, in Frage zu stellen, abzuschaffen, und haben sich nachher stets umso konsequenter kreativ entfaltet und betätigt bis hin zur Erfindung der Schutzhaft.

Written by monologe

17. September 2012 at 11:57 am

Der Fall Pezzoni

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WELT ONLINE:
„Der 1. FC Köln kapituliert vor der Bedrohung. Weil die eigenen Anhänger den Kölner Profi Kevin Pezzoni bedroht haben, löste der seinen Vertrag auf. Dass der Verein dem zustimmte, ist ein fatales Signal an die gewaltbereiten Chaoten.“
Es käme vor, so WELT ONLINE weiter,
dass Fans einen Spieler scharf kritisieren, ihn auspfeifen oder zum Sündenbock für Niederlagen machen. Das ist Usus im Profi-Fußball, ob es so sein muss, darüber lässt sich streiten. Sicher ist aber: Wenn Fans einem Spieler abseits des Vereinsgeländes auflauern, ihn bepöbeln, bedrohen und sein Auto beschmieren, ist die Grenze des Erträglichen weit überschritten. Kevin Pezzoni, einem gerade mal 23 Jahren alten Fußballer, ist das passiert.“– ach, und sonst wäre das hierzulande niemandem noch je widerfahren und nirgends geschehen?
Es kommt aber eine Überraschung: Die Grenze des Erträglichen ist überschritten“, für wen, das bleibt unklar, denn: Es ist nicht bekannt, ob und wie sehr die Kölner Bosse in Gesprächen mit dem Spieler versucht haben, diesen Schritt zu verhindern. Es hätte jedenfalls nie dazu kommen dürfen. Der Klub hätte eine Pressekonferenz einberufen können und sich klipp und klar zu Pezzoni bekennen können. Er hätte einen Sicherheitsdienst damit beauftragen können, den Spieler zu schützen. Er hätte beim Spiel am Freitag gegen Cottbus über die Lautsprecheranlage dazu aufrufen können, die Täter ausfindig zu machen. Er hätte dem Spieler das Gefühl geben können, nein müssen: Wir stehen hinter dir und kämpfen für dich. Nichts davon ist geschehen.“, kurz und gut mit einem Wort: keine Zivilcourage.
Doch die Frage ist nun einmal nahegelegt: „Warum kämpfte der Verein nicht um ihn?“ – gute FrageAber in diesen schnellebigen Zeiten schon rein akademisch, denn:Pezzoni ist kein Spieler des 1. FC Köln mehr, die Täter haben erreicht, was sie wollten. Der Verein hat vor seinen eigenen Fans kapituliert, was nicht nur skandalös ist, sondern auch eine fatale Signalwirkung für andere Chaoten hat, von denen es im Umfeld des FC – das hat die vergangene Saison gezeigt – sehr viele gibt. Wer mit Gewalt versucht, seine Ziele zu erreichen, wird belohnt. Das ist das unbegreifliche Ergebnis der anfangs noch vernünftig geführten Diskussion um den Nutzen von Kevin Pezzoni für den 1. FC Köln.“

Kurzum, demnach ist auch die Integration Pezzonis gescheitert. Doch im Gegensatz zum Fall jenes Rabbiners, der am hellichten Berliner Tag und auf offener Hauptstadtstraße „zusammengeschlagen“ und dessen 6-jährige Tochter mit dem Tode bedroht wurde – die Täter entkamen ganz offenbar unerkannt –, der also nur darauf hinweist, dass die Integration der Juden schwieriger ist als gedacht und künftig vielleicht vollends scheitern könnte, hat im Fall Pezzonis „der Verein“ das Scheitern seiner Integration gewissermaßen bereits als realistisch und unvermeidlich angesehen und zeitnah abgeschlossen.
Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende, nicht?