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Komet Armstrong

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Was ist mit ARMSTRONG los??
Fällt in den Bergen mal zurück, ein andermal, wie gestern hinauf zum COL DE TOURMALET, hält er wieder einigermaßen mit.
Wenn ihn eine Kamera ansieht, während er sich hochkurbelt, sieht er hinüber und lächelt.
Als wär das alles ein Witz!!

Schwach, was der ARMSTRONG zeigt, sagt der Kommentator, enttäuschend, unverständlich. Aber natürlich müsse man seine Verdienste, seine Leistungen insgesamt anerkennen. Und wenn er jetzt Durchschnitt sei, nich – was Besseres fällt dem Sportreporter dazu nicht ein.

Aber wie wärs denn damit:
mal angenommen, LANCE ARMSTRONG, von jeher ein konsequenter Planer und äußerst erfolgreicher PR-Stratege, fährt diese „TOUR“ ganz oder, was klüger wäre, zumindest teilweise UNGEDOPT.
Und führt genau Tagebuch.
Und führt eines schönen Tages am eigenen Beispiel vor, wo man sich UNGEDOPT wiederfindet und wie eine „ehrliche“ TOUR DE FRANCE aussehen würde?
Die Rache des großen Mannes auf seiner definitiv letzten „HÖLLEN-TOUR“?

Lässt sich überhaupt absehen, was solcher Coup für Folgen hätte?
Wäre es übertrieben, wenn man behauptete, an dem Tag, an dem LANCE ARMSTRONG sein Protokoll „MEINE TOUR 2010“ der Öffentlichkeit präsentierte, wäre der Kinder-Glauben zerstört, ach was, pulverisiert und mit dem Ende der Ära ARMSTRONG das Ende des „professionellen Radsports“ der Gegenwart gekommen?
Wäre diese endgültig „vernichtende“ Tat denn mit der inzwischen weltweit bekannten ARMSTRONG-Maxime „LIVE STRONG“ so unvereinbar? Nicht vielmehr ganz im Gegenteil und längst, längst überfällig?
Wieviele „erwischte“ Profis haben vor ihm doch schon „ausgepackt“ und einzelweise dargelegt, warum es ohne DOPING keine „Höchstleistung“ gibt, dass es unmöglich sei, eine TOUR DE FRANCE auf dem heutigen „Niveau“ ohne DOP zu absolvieren, geschweige zu gewinnen.
Aktuell der Fall FLOYD LANDIS, von dem die F.A.Z. berichtet:
„Landis hat nach eigenen Angaben seit dem Beginn seiner Karriere detaillierte Trainingsaufzeichnungen geführt. Er habe diese Aufzeichnungen bei früheren Gelegenheiten auch amerikanischen Anti-Doping-Behörden angeboten. Außerdem habe er Funktionären Informationen darüber gegeben, wie Athleten das Doping-Testsystem täuschten.“
Interessant, oder?
Nur haben diese Behörden und alle „Beschuldigten“, auch ARMSTRONG, die Vorwürfe als einer Beachtung nicht würdig gefunden, die Beschuldigungen zurückgewiesen; es heißt, LANDIS sei widersprüchlich, „böse“, lügenhaft, nicht vertrauenswürdig.
Denn wer einmal DOPT, dem glaubt man nicht…und so bedeutet der Fall LANDIS – wie gesagt, keineswegs der erste dieser Art –  nicht das Ende der Glaubwürdigkeit dieser SportART oder gar des DOPINGS, sondern das Ende LANDIS´S.

Aber was, wenn ARMSTRONG „gestehen“ würde?
Wenn ER alles, was je über DOPING ausgepackt und gesagt und wegen THE SHOW MUST GO ON und wegen der ERWARTUNG DER ZUSCHAUER und der ATTRAKTIVITÄT DIESES SPORTES und DER UNZERSTÖRBAREN HELDENMYTHEN usw. usw verheimlicht, abgestritten, verschleppt, verharmlost, vernachlässigt, vertuscht worden ist, bestätigen würde?
Ginge die SHOW auch dann weiter? Weil es den wahren FANS, andere gibts ohnehin nicht mehr, sowieso irgendwie egal ist und der Reiz des Sportes, die Furcht vor der REALITÄT und vor dem unersetzlichen VERLUST ihres ritterlich-religiösen RADSPORT-DADAISMUS stärker sind?
Denn wenn es wahr wäre, was LANDIS aussagte, und alles für das Publikum geschieht – kann man innigere, übermenschlichere Hingabe an ein Publikum wenden, kann es mehr Opfer und Spektakel verlangen?
Und wird es nicht entsprechend tolerant sein?
Würde es sich also auch von ARMSTRONG abwenden, die heiße Kartoffel fallen lassen, und es könnte weiter gehen wie bisher?

ARMSTRONGS Kronzeugnis würde alle, alle stürzen, einschließlich ihn selbst. Man muss sich klar machen: SIEBEN TOUREN samt SIEGE IRREGULÄR! Mindestens sieben.
Und die Folgen wären, dass alles andere in der Geschichte des RADSPORTS dagegen verblassen würde.

Ein starkes Motiv für ARMSTRONG.
Aber es lassen sich noch eine Reihe anderer Gründe denken, die ARMSTRONG reizen könnten, den PLANET DOP platzen zu lassen: Schluss machen mit dem, was da jetzt die Berge hoch hampelt; verbrannte Erde hinterlassen; Großinquisitor werden, Cleaner, dem künftig kein Sünder mehr entgeht…

Ach, würde doch einer mit starkem Arm mal wenigstens einen Riesenzirkus platzen lassen!

Sicher, das alles ist fata morgana, Luftspiegelung über einer Hochglanzwelt, wenn der  Sensationsdurst zu groß wird.

Aber neinnein, da gibt’s nichts zu „gestehen“, gar nichts, alles sauber.