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Archive for the ‘Journalistik’ Category

Trump in castellum

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»Die Menschen“, erklären uns unsere Politiker, »die Menschen haben Ängste. Ängste wegen der Globalisierung und Digitalisierung« (und die Globalisierung der Digitalisierung), »die Welt wird immer komplizierter, die Menschen fürchten Veränderungen, Kontrollverlust, sehen ihre Besitzstände in Gefahr, verlieren das Vertrauen in Politik, Demokratie und Rechtsstaat; man müsse sie ›mitnehmen‹« und so weiter und so weiter.
Das mag realistisch sein; wie richtig es ist, mithin wie falsch, das erfahren die Politiker allerdings nicht in den Städten tags und nachts.
Sie beziehen ihre Realität nicht von der Wirklichkeit.
Es ist die Wirklichkeit, in der stets nur »die Menschen« von den Tatsachen eingeholt werden.

Wie kompliziert die Welt tatsächlich ist, wieviele Ängste, Verunsicherung, Vorurteile, Visionen, Feindbilder, Theorien sich durchaus »entwickeln« können, welch irrationale, hysterische Reaktionen, Psychosen, Phobien, Ausfälle, Tiraden, Furcht vor Veränderungen, vor Besitzstandsverlusten, vor »Unberechenbarkeit« möglich sind, welche Furie auffährt, um sie mit all dem digital zu kollektivieren, davon überrascht (und natürlich »mitgenommen«, niemand, den man noch staunend stehen lassen wollte) sind »die Menschen« nun ausnahmsweise einmal von den Real-Politikern seit TRUMP gewählt worden ist, ja, seit die Chance bestand, dass er gewählt werden könnte.
Niemandem, keinem »Gefährder«, wurde in jüngster Zeit in Deutschland soviel Misstrauen zuteil, Vorurteil, an Wände geradezu mexikanischen Ausmaßes gemalte Teufel als TRUMP, niemandem schlossen sich Undichtigkeiten und Grenzen so dicht wie für ihn.

Heute nun wird er vereidigt und tritt »das Amt« an. Der Eifer der deutschen Berichterstatter hebt den Magen aus der Missstimmung.

Was immer kommen mag: das, was gewesen ist, ist es schon wert.

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Written by monologe

20. Januar 2017 at 4:35 pm

TRiUMP 1

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In Russland:
Es wird berichtet, dass vom Wahlsieg Trumps nicht nur Präsident Putin erfreut sei, laut Umfrage so auch ungefähr 37 Prozent der Russen. Passanten, befragt, erhoffen sich vom Präsidenten Trump Verbesserungen der Beziehungen, Aufhebung der Sanktionen, also sogar Verbesserung ihres Lebens, „Frieden“ (die Passantin sagte allerdings „druschba„, was „Freundschaft“ heißt).

In Deutschland:
Das Unmögliche ist möglich geworden“, analysiert der Psychologe Stephan Grünewald. „Unser Wertesystem gerät ins Wanken. ›Man kann wohl sagen: Die Deutschen sind im Trump-Tief.‹“ –

womit eigentlich schon alles gesagt wäre, aber der ganze Klassiker ist es noch nicht:

Der weiße Mann mit den gelben Haaren – er macht den Deutschen Angst. ›In Deutschland kommt hinzu, dass wir zwar von den Folgen dieser Wahl deutlich betroffen sind, aber keinen direkten Einfluss darauf haben‹, erläutert der Psychologie-Professor Jürgen Margraf. ›Das ist eine klassische Hilflosigkeitssituation.‹“ –

Ach ja, „die Deutschen“. Ein „weißer Mann mit gelben Haaren“, Putin, die Russen machen ihnen Angst, einem weißen Mann, dem die Pechsträhne schon vornüber hing, sodass ihnen angst und bange hätte werden müssen, dem folgten sie gelegentlich schon bedingungslos.
Die jeweilige Hilflosigkeit war stets sowohl recht tatenvoll und kriegerisch, als auch irrational und sinnlos.
Was nun macht sich mit der Hilflosigkeit darüber breit, dass in Amerika Trump gewählt wurde, nicht der Herr Geissen?

Gauck gratuliert namenlos
Mit der sprachlichen Raffinesse, die Gauck zueigen ist, begann er seinen Kommentar zum Wahlausgang in Amerika mit einer Erinnerung daran, dass der 9. November in mehrfacher Hinsicht historische Bedeutung habe. Er erwähnte den Mauerfall 1989 ebenso wie die Reichspogromnacht im Jahr 1938 und leitete dann über zum Blick auf Amerika. ›Gleichzeitig ist es ein Tag, der viele Menschen in der Welt beunruhigt hat.‹ Diese ›große Beunruhigung‹ sei während des Wahlkampfes in Amerika entstanden. Damit hatte der Bundespräsident zwar keinen direkten Vergleich zwischen den dunklen Ereignissen der Nazi-Zeit mit der Wahl Trumps hergestellt. Aber Zufall war es sicher nicht, dass Gauck alles in einem Atemzug erwähnte.“

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble zeigt sich besorgt über die Art der politischen Auseinandersetzung – auch in Deutschland. ›Demagogischer Populismus ist nicht nur ein Problem Amerikas‹, schreibt der 74-Jährige in einem Gastbeitrag für BILD-Zeitung. ›Auch anderswo im Westen sind die politischen Debatten in einem besorgniserregenden Zustand.‹ Vor allem im Internet sei inzwischen ›völlig egal, ob Behauptungen wahr sind – Hauptsache, der Empörungsgrad stimmt.‹“

Das ist korrekt:

Morddrohungen wegen eines Hitler-Verlgeichs
dpa/Andrew Gombert „Johan Franklin“ sieht eine ernstzunehmende Gefahr in Donald Trump
Ein Deutscher sieht der bevorstehenden US-Wahl mit großer Sorge entgegen. Auf Twitter erinnerte er die Amerikaner daran, was geschehen kann, wenn man auf einen populistischen Politiker hereinfällt – und zieht Parallelen zwischen Donald Trump und Adolf Hitler. Die Reaktionen aus den USA sind äußerst gemischt. Außerdem betont er, viele Deutsche seien sehr besorgt, dass ein offensichtlicher Demagoge und absoluter Lügner so viele Unterstützer findet. Trotzdem wolle er Trump nicht persönlich mit Hitler gleichstellen, sehe lediglich einige Parallelen. Trump erinnere mit seiner Medienaffinität eher an Goebbels.“ –

Trump nicht persönlich mit Hitler gleichzustellen ist gewiss diskriminierend, wenn dessen Affinität aber an Goebbels erinnert, gehen die Parallelen für die Medien in Ordnung.
Schäuble weiter:

›Vereinfachung hat eine Untergrenze.‹ Als Ursache des zunehmenden Populismus nannte der Minister auch, ›dass die Eliten in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft nicht immer ein gutes Bild‹ abgeben würden. Zudem seien Entscheidungsprozesse häufig kaum noch nachvollziehbar, so Schäuble weiter. Der Minister forderte: ›Jeder muss bereit sein dazuzulernen. Wenn wir für die Perspektive des anderen und fürs Umdenken offen sind, hat es der demagogische Populismus schwer.‹

Ging der Bundespräsident noch mit dem Florett vor, wählte Sigmar Gabriel den Säbel.“ –

wer Sigmar Gabriel ist? Bitteschön:

Der SPD-Vorsitzende und Stellvertreter der Bundeskanzlerin schien selbst die Bemerkung von Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) vom August,“ –

hier findet sich ein schönes Beispiel dafür, dass es tatsächlich eine zeremonienmeisterliche Hofberichterstattung gibt – wie im Märchenland.
Das Ausrufen der Namen, die Nennung der Ämter und welchem Ritterorden (SPD) die Edlen angehören, welche Waffen sie führen, hierauf dann die verächtliche Nennung des –

„Trump“ –

bzw. Müllerburschen, der, so sprach Frank-Walter Steinmeier (SPD)

„ein ›Hassprediger‹ –

sei, was Siegmar Gabriel, SPD-Vorsitzender usw., also

„in einem Gespräch mit Zeitungen der FUNKE MEDIENGRUPPE übertreffen zu wollen.“ –

schien:

›Trump ist auch eine Warnung an uns‹, äußerte der Wirtschaftsminister – auch mit Blick auf die deutsche Innenpolitik, den Koalitionspartner und die Bundeskanzlerin.“ –

auch dieser Brave denkt an sich selbst zuletzt 

Trump mache sich die Enttäuschung vieler Menschen über eine wachsende soziale Spaltung zunutze.“ –

was ja unanständig ist, sich zumindest nicht gehört, solange die SPD an dieser Enttäuschung nicht wächst wie die Spaltung, sondern schrumpft,

›Trump ist der Vorreiter einer neuen autoritären und chauvinistischen Internationalen.‹ Dazu zählte Gabriel auch Russlands Präsidenten Wladimir Putin, den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, die französische Front-National-Vorsitzende Marine Le Pen und in Deutschland die AfD.“ –

wobei man aber bedenken muss, dass Trump noch keinen Augenblick regiert hat und demnach kein Vorreiter sein kann.
Nein, der Hitler war Vorreiter, denn die hier Genannten und Leute sind allesamt schon in dessen Nähe gerückt worden, ohne dass man in einem ganz bestimmten bedauerlichen Einzelfall von einem Hit abgerückt wäre.
Gabriel hat die PEGIDA nicht erwähnt, weil „das Pack“ vermutlich nicht zur Internationalen zählt.

„›Es geht ihnen um ein echtes Rollback in die alten schlechten Zeiten, in denen Frauen an den Herd oder ins Bett gehörten, Schwule in den Knast und Gewerkschaften höchstens an den Katzentisch.‹“ –

Was sich anhört wie eine Verschwörungstheorie.
Apropos „Rollback“, da hat sich vor Jahren vielen enttäuschten Menschen schon die Frage aufgedrängt, was unecht ist, die Rolle Vorwärts der SPD in gute neue Zeiten oder die SPD selbst?
Andere echt schlimme Sachen eines echten Rollback mit Vorreiter Trump in Amerika hat Gabriel nicht erwähnt, nur noch das Allerschlimmste, was uns und alle, die zu uns gehören, gemäß den alten schlechten Zeiten erwartet:

„Und: ›Wer das Maul nicht hält, wird öffentlich niedergemacht.‹“ –

Wovon allerdings nun wieder Trump das aktuellste Lied singen könnte.
Es wird nur so sein, dass man ihm das Recht, sich „niedergemacht“ zu fühlen, nicht zuerkennen wird.
Mit Recht, denn wer – außer etwa Pat und Patachon, die angetreten als edle tapfre Haudegen mit Florett und Säbel, um der modernen Zeiten willen ein Rollback in alte schlechte und danach die Russen abzuwehren, niedergemacht wurden mittels Drohnen-Beschuss mit hochsensiblen TTIP-Ordnern, ausgeführt von einer Frau am Stick – wer also außer diesen beiden am Ende die Erlaubnis bekommt, sich niedergemacht fühlen zu dürfen, steht noch dahin.

Ein Medium fragt um:

Würdet ihr auswandern, wenn Trump euer Land regieren würde? 9.268 ja, 1.417 nein “ –

nicht gefragt wurden letztere, ob sie  bleiben würden im Sinn von »Wir schaffen das« oder nicht wüssten wohin.

Und dann:

Und dann findet man auch noch eine klar optimistische Stimme im Internet. Opernsänger und Schauspieler Björn Casapietra (46) sieht die Zukunft mit Donald Trump an der Spitze der USA nicht ganz so schwarz wie viele seiner (deutschen) Promi-Kollegen“ –

und da ist ganz interessant, was hier in Deutschland „nicht ganz“ so schwarz sehen ist:

›Ich bin mir ziemlich sicher, dass Trump alle überraschen wird in den nächsten Jahren. Und zwar positiv überraschen. Die Erwartungen an ihn sind gering. Auch deshalb kann er eigentlich nur gewinnen.‹

Ja, ein reuiger Sünder macht mehr Freude, denn 99 Gerechte.

Der Wahlsieg von Donald Trump hat den deutschen Aktienmarkt nur kurzfristig erschüttert. Nachdem der Dax zum Handelsstart um knapp 3 Prozent gefallen war, schmolzen die Verluste bis zum frühen Nachmittag komplett zusammen. Nachdem die New Yorker Wall Street entgegen den pessimistischen Prognosen freundlich eröffnet hatte, kletterte auch der deutsche Leitindex ins Plus und gab im Schlussgeschäft nochmal kräftig Gas. Letztlich gewann der Dax 1,56 Prozent auf 10.646,01 Punkte.

Sahra Wagenknecht, zeigte sich vom Wahlsieg Trumps ›nicht in dem Grade überrascht‘ – so wie viele andere. Die Wähler haben ihrer Ansicht nach ‚nicht Trump, sondern Veränderung gewählt.‹“ –

Schluss:
Wir wissen, was die Russen vom Präsidenten Trump erwarten: bessere Beziehungen, Verbesserung ihres Lebens (Aufhebung der Sanktionen), Freundschaft, Frieden.
„Putins Propaganda-Maschinerie“ hat also offenbar wieder ganze Arbeit geleistet.

Doch fragt man sich nach all dem, was hier zusammengetragen worden ist, Zitate aus den unabhängigen, freien deutschen Medien, Beispiele dessen, was sie, um  „umfassend“ zu informieren, zu verbreiten sich verpflichtet gefühlt haben – es ist der geringste Teil dessen, was auf dem „Markt“ erschien -, was immer und wie immer man darüber denken mag, Trump gewählt ist, der Vorhang zu und alle Münder (›Schnauzen‹) offen:

was also erwarten wir, die Deutschen, von Trump?

 

Kleiner Zusatz:

Als ›einfältigen Versager‹ hat Australiens Umweltminister Josh Frydenberg Donald Trump einst tituliert. Das bedauert er nach Trumps Wahlsieg nun, wie er einräumt. ›Der Premierminister und die Außenministerin haben vor der Wahl den richtigen Ton getroffen. Ich räume ein, ich hätte ihrem Beispiel wahrscheinlich folgen sollen.‹

 

Written by monologe

13. November 2016 at 5:54 pm

Aphorismus – 50

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Der aktuelle Bürger (Bürger, von den Politikern auch „die Menschen“ genannt) ist ein Prometheus, der für die freie Überbringung der Meinung an die felsenfeste Überzeugung geschmiedet ist, dass ihm ein Adler zwar die Leber frisst, diese aber geduldig ist.
Manchmal muss er allerdings erkennen, dass er ein Pimpf war, der auf dem Kleister einer geduldigen Meinungsmaché klebend mehr einem Aasgeier die Überzeugung genährt hat, ein Adler zu sein, macht ihm auch das nicht viel aus.
Dann winkt er ab, das bisschen Säuferleber.

©Martin Klingel 2016

Written by monologe

12. Januar 2016 at 9:44 am

Zeitreise durch Mecklenburg

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Bismarck soll von Mecklenburg gesagt haben, dass im Fall des Weltuntergangs in Mecklenburg die Welt erst hundert Jahre später untergehe.
Seitdem suchte Mecklenburg leichthin Anschluss an den Weltuntergang zu gewinnen, und man hätte meinen können, der Untergang Mecklenburgs hinke dem Weltuntergang statt hundert schätzungsweise nur noch zehn Jahre nach.
Kürzlich aber scheint man in Mecklenburg irgendwie digital zu neuen Erkenntnissen gelangt zu sein, wonach offenbar auch nicht mehr mit solchen zehn Jahre gerechnet werden darf, ehe die Realitäten in Mecklenburg ankommen und Wirklichkeit werden, sondern mit nur noch einer Verspätung von einem halben bis dreiviertel Jahr bzw. zwei Jahreszeiten!
Und so galt es wohl, rasch alles zu erfassen, was schneller als gedacht auf Mecklenburg zukommen könnte.
Zuallererst wird man sich bei zuständiger Stelle zur Sachlage Weltuntergang erkundigt haben, hat zwar Entwarnung bekommen, doch wenn kein Weltuntergang war, dann muss man mit allem sonst ja noch rechnen!

Die Erfassung aller Eventualitäten ist bei so geringer Verspätung allerdings ebenso unmöglich, wie auf jede erfasste vorbereitet zu sein. Da heißts Prioritäten setzen.
Und man scheint sich einig geworden zu sein, dass Mecklenburg jedenfalls von allen möglichen Ereignissen am besten auf ein mit der errechneten Verspätung realistisch um den 14. August herum in Mecklenburg auftretendes Blitzeis zeitnah und mit chirurgischer Präzision reagieren zu können vorbereitet sei.
So wurden Mecklenburgs Straßen also um den 14. August herum mit ein paar Tonnen grober grauer Art Mergelschotter gestreut.

Davon ausgehend, dass mit der aktuellen Verspätung am errechneten Tag sich auf (bestimmten?) Straßen Mecklenburgs ein Blitzeis vom vorigen Winter gebildet hat, ist die gebriefte Kolonne entsprechend zeitnah ausgerückt und hat reichlich ausgebracht. Es galt, entsprechend Herr einer derart verzweifelten Lage zu werden, dass die Behinderung des Urlauber-, Berufs- sowie Pendelverkehrs trotzdem in vertretbaren Grenzen gehalten werden musste.

Ob „flächendeckend“ gestreut wurde, ist ungewiss, aber hätten Sie, lieber Leser, zur fraglichen Zeit beispielsweise zufällig die Straße von Schlutup bis Grevesmühlen befahren, Sie hätten ein überraschendes kleines Wunder bar erleben können.
Besonders Sie, lieber Moped-/Motorrad-/Fahrradfahrer, die Sie wegen der Wetterunbilden im Winter bewusst nicht Moped/Motorrad/Fahrrad fahren, sondern nur im Sommer.
Da ist es sicherer.
Und Sie hatten gemeint, dabei auch auf alles gefasst zu sein?

Nun, man kann wohl auf alles gefasst, jedoch, wie auch Mecklenburg, nicht auf alles vorbereitet sein, und sicher nicht darauf, dass etwa die Strecke Schlutup-Grevesmühlen im Spätsommer mit kleinen Unterbrechungen beinahe durchweg über so ca. 38 km gestreut ist, also überraschend für Schönwetterfahrer simultan unter strengwinterlichen Bedingungen gemeistert werden muss.
Man ist  heilfroh,  gesund und unbeschadet ans Ziel zu kommen.

Warum gestreut wurde dürfte allerdings mit der Grund dafür sein, dass es zugleich unmöglich war, eben darüber nachzudenken: man hatte sich ganz auf die Aufgabe zu konzentrieren.
Für den Fall, dass Fahrzeugführer, besonders Kradfahrer (Motorradfahrer) nicht realisieren könnten, worum es geht, musste die Höchstgeschwindigkeit zur Überraschung auch für Eilige und besonders zu deren Sicherheit vorsorglich auf 30 bis 40 km/h begrenzt werden.
Das war nötig, weil ja Schnee und Eis fehlten und eine dennoch äußerst großzügig gegen Glätte gestreute Fahrbahn die Vernunft der Kraftfahrer an und für sich spontan zu allem Möglichen verleitet, nur nicht ohne weiteres zur Vorsicht.

Doch offenbar hat man sich verrechnet, das Blitzeis, der Winterhöllen-Angel war nicht aufgetreten und kommt vielleicht erst nächste Woche.
Oder man ist entgegen allen Berechnungen doch noch ein volles Jahr zurück und der Russe, äh, das Blitzeis kommt erst mit dem nächsten General?
Aber wie dem auch sein mag, was nächsten Winter kommen oder sein wird, weiß niemand.

Vielleicht wird auf Mecklenburgs Straßen, die diesen Sommer noch gegen Blitzeis gestreut werden konnten, im übernächsten Winter kein Winterdienst mehr möglich sein, weil nach Budget die Bezahlung der Köpfe der Straßenmeisterei kein Spielraum mehr lässt für die Bezahlung von Angestellten des niederen Streu- und Räumdienstes? Um „Achtung, kein Winterdienst!“ zu vermeiden wird Mecklenburg vielleicht der Zeit vorauseilen müssen und diesen Dienst womöglich privaten Firmen übertragen?
Eine „Wintermaut“ könnte erfunden und fällig werden?
Man wird es nehmen, wie es kommt, soviel scheint immerhin sicher. Und was, es wird ja immer auch etwas Angenehmes, eine Lösung, ein Ausgleich damit verbunden sein.

Hätte die private Winterdienst-Firma beispielsweise zugleich eine Geflügelfarm, dann ließen sich bei Straßenbenutzung Geflügel-Rabatt-Marken denken, hätte sie auch eine Bäckerei, Brot-Rabatt-Marken, eine Malaysia-Shopping-Fluglinie, dann Kolumbus-Meilen-Gutschriften, wäre es eine chinesische Firma, dann wären Gutscheine für all-your-can-eat in allem Ming-Tempeln und Yam-Palästen drin, was?, oder wenn es eine Briefkasten-Firma wäre, bekämen Sie vielleicht einen original Liechtensteiner Landbriefkasten oder sogar eine mail-Box mit automatischer Briefbombenanzeige, oder eine Gratis-XXLSommer-Packung-Fürst-Pückler-Amtsschoko-Erdbeer-Blitz-Vanille-Grundeis oder – die Flatrate…!, wer weiß?

Higgs – ein Gottesteilchen!

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Es wird gemeldet, dass man im Schweizerischen Cern das Higgs-Teilchen dazu bewegt hat, sich zu zeigen, was, so sagt es unsere Wissenschaftsministerin, eine Sensation ist.
Was auch immer, das Higgs-Teilchen scheint seinem Wortlaut nach tatsächlich eine gewissen Siegestrunkenheit auszulösen. Nur dass der betrunkenste Teil der Verkünder statt des Higgs-Teilchens, da es verständlicherweise unsichtbar bleiben möchte, entsprechend den sonst erscheinenden weißen Mäusen Gottesteilchen sieht.
Das wäre was! Wenn man bedenkt, dass sich das Atom, noch bis vor kurzem als kleinstes Teilchen geltend, noch spalten ließ, womit sich dieses Teilchen als ein Detail erwies, in dem nicht Gott, sondern der Teufel steckte, so wäre die Entdeckung eines Details, in dem nicht der Teufel steckt, eine echte Sensation.
Ich glaubs aber nicht. Denn wenn das Teil selbst für den Teufel zu klein wäre: wo die Wissenschaft die Nase drin hat, da wird er schon die Finger oder den Pferdefuß hineinbekommen.
Hätte Gott es anders gewollt, so hätte er die Welt nach der Vorstellung des Ptolomäus erschaffen.

Zusatz:
Dieses Higgs-Teilchen ist keineswegs das kleinste Teilchen, wenn man das gesamte Universum in Betracht zieht, also incl. EUROPÄISCHE UNION.
Die Gesamtverschuldung der EU – auf wieviel Billionen EURO etwa dürfte sie sich belaufen? 12 Billionen? Nehmen wir an, dass es 12 Billionen sind, so haben wir eine Größe, mit der sich das kleinste Teilchen bestimmen lässt.
Die Größe des EURO btrüge demnach 1 hoch minus 12 Billionen, die des CENT 1 hoch minus 12 Billionen mal 100. Das ist sehr klein.
Der CENT, zweifellos ein Gottesteilchen, könnte also leicht das kleinste Teil in „unserem“ Universum sein, ja, es ist möglich, dass er das leuchtende, wärmende Higgs-Teilchen im Zentrum des christlich-jüdisch-muslimischen Wertesystems umkreist.
Aber wäre der CENT wider Erwarten doch minimal größer als Higgs, so wäre er doch das kleinste Teilchen schöpfungsweit, mit dem sich was kaufen lässt, wenn man spart.  Freilich immer mehr fake und Ramsch.

Demo in Lübeck

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Was die wenigsten wissen werden: die „Neonazi“-Demo gestern in Lübeck war in echt eine Protestveranstaltung der BND-NPD-V-Leute im Dienst gemeinsam mit der Polizei.

„Wir wollten einfach mal demonstrieren, was für extreme Arbeitsbedingungen wir tagtäglich haben als V-Leute in der NPD! Hier kann die FDP mal sehen, was das ist: Unbeliebtheit! Da möchte man zu Hause bleiben, aber wir müssen raus! Klar, dass wir da noch ein bisschen aufgeheizt haben –  natürlich primär rein dienstlich, weils einfach in der Natur der Sache liegt. Wir wollen mal hoffen, dass das wirkt, dass die Är…  da oben mal sehn, was wir hier leisten, ne, an vorderster Front, ne, um das alles in dem 300 Meter-Format unter Kontrolle zu halten. Und wir wollen einfach jatzt auch mal was mehr.“ so Timo B. anonym nach der Demo mit Blick auf den Tarifabschluss, den der öffentlichen Dienst erreicht hat.

Und ehe er in Richtung Bahnhof den Kameraden nacheilt, um nicht plötzlich allein dazustehn und was abzukriegen, ruft er noch „Scheiße, wir sinds doch auch wert!“.

Sicherlich hätten die BND-Beamten sich gern anders gezeigt als in solchen „Reihen“ und unter diesen Umständen. Andererseits galt es, glaubhaft und korrekt zu handeln, und doch die Gelegenheit zu nutzen, den undankbaren Job, den enormen Misserfolgsdruck, die physischen und psychischen Belastungen und die deeskalierten Resultate gemeinsam mit den Sicherheitskräften zu präsentieren.

Diese waren reichlich vor Ort, der Hubschrauber kreiste, und abends verkündete Herr Schäuble dann im Fernsehen, dass der Tarifabschluss mit dem öffentlichen Dienst für die Beamten übernommen werde.

Na, bitte!

Schröder und Käßmann ein Paar?!

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Ein exklusives Fiktiv-Interview mit Ex-Kanzler Gerhard Schröder und Margot Käßmann, geb. Schulze hinter der Auslage eines bekannten Möbelhauses.
Interviewer: Mirco Bell;
Assistenz: Praktikantin mit Germanistik-Abschluss

Mirco:  Tach, Frau Käßmann, Herr Schröder, hallo –

Schröd.:  Da isser ja! Der hat die Ruhe wech! Nehm sich mal ne Tasse Kaffe erstmal. Geht gleich weiter. Wir machen ja hier ein fiktives bed-in, naich –

Mirco:  Fiktiv?

Käßma.:  Ja, und dieses Interview mit Ihnen sollte darum auch so fiktiv sein wie nur möglich.

Mirco:  Ich dachte exklusiv…?

Schröd.:  Kann ja auch fiktiv exklusiv sein, ne, ist das denn. Also: wie wir aus dem Kakkoschwatzophon erfahren hatten, dass wie beide, die Margot und ich, ein Paar sind, haben wir uns entschlossen, uns mal zu treffen und ein bed-in zu machen – ganz spontan, naich –

Käßma.: Also da wollten wir einfach was machen. Im Moment gibt’s in Deutschland ja ne Menge Veryimportant-Paare…eigentlich eher Dream-Teams…aber naja, ist ja egal…

Schröd.:  Sach ich nur der alte Lafontän, der Fuchs, und die – wie hieß die noch gleich, hier, die… die…das Mäuschen…die linke Toffifee, ne –

Kässm.:  – Wagenknecht –

Schröd.: Genau, also die Margot ist da ja viel näher dran als ich, da ist ihr das bed-in eingefallen Da hat sie mich drauf gebracht; das ist alles furchtbar logisch, sie kennen ja die Aussage von John Lennon, naich, wo er gesagt hat, die Beatles sind bekannter als Jesus. Das war ja so, ganz klar. Und nun bin wahrscheinlich ich bekannter als Jesus – ich meine in der SPD sowieso, aber teilweise mit dem Image vom Judas. Ich möchte aber mal sagen, dass ich Reformer bin – natürlich Ketzer im eigenen Haus, klar. Macht mir ja nix, ne, mein feste Wartburg ist Russland. Ich sag mal so: ich hab die heiligen Schriften der Sozialdemokratie aus dem Proletenlatein praktisch ins Hochdeutsche übersetzt und bin noch dabei.

Käßma.:  Oh, Gott, Geerht, du galoppierst los!

Schröd.:  Fiktiv. Da kann man das. Ist doch nix von wahr. Ich soll ja auch neben der Margot gesessen haben, als sie bei Rot über die Kreuzung fuhr, naich. Und da frag ich: wer denn sonst? Wer kann der Margot bei Rot gesagt haben: fahr, Schatz? Westerwelle? Der Klops kommt doch nich mal mehr für Gelb in Frage. So. Das heißt, ich bin fiktiv für die Margot natürlich tatsächlich der einzige, der für den Fall der Fälle in Frage käme, naich. Ich meine, das kann ja alles stimmen.

Käßma.:  Das fand ich eben auch. Das fand ich so kurios auch wegen der andern Paare, wo man ja auch denkt, man   selber ist nicht betroffen –

Schröd.:  Menschenskind um Gottes Willen!

Käßma.:  Also, ich würde sagen, wir legen jetzt einfach los. Wir machen ein bed-in – um ein Zeichen zu setzen –

Schröd.:  – für die freie Liebe und die Toller-anz; für die Revolution und die Reform und den Spass dabei.

Mirco:   Ähhmm…?

Käßma.: Wir tun so als ob.

Mirco:  Als ob? – ach so – !

Schröd.:  Ich glaub, der Herr Bell, der hats jetzt gleich, Margot.

Käßma.:  Na, mal sehn.

Mirco:  Ich sehe, dass es scheinbar wirklich wahr ist, kein Quatsch, nämlich dass die Käßmann und Schröder tatsächlich ein Paar sind und sich offen dazu bekennen, ohne Scheu vor Presse und Verfolgungsjagd und dass dadurch Bruno, der Wulff,  über die Grenze zum Erträglichen entkommen könnte. Sie machen tatsächlich ein bed-in. So richtig als wie `kann jeder wissen und wir stehn dazu´. Sensationell. Ist lange, lange nicht da gewesen. Frau Käßmann, Herr Schröder, wie kams: Sie beiden ein Paar?

Käßma.: Ich wusste nicht mehr weiter –

Schröd.:   – ich wusste nicht zurück.

Mirco:  Okay. Zwei verschiedene Welten, die sich in einem deutschen Schaufenster treffen.

Schröd.:  Zwei Kometen.

Käßma.:  Zwei Stück Brandungsfels nach langem Aufstieg als Kometen hierher zurückgekehrt.

Schröd.:  Ja, das ist besser, viel poetischer. Übrigens kommen Sie zu spät, Herr Bell, wir waren schon die ganze Nacht hier drin.

Mirco:  Ach? Ist aber scheinbar keinem aufgefallen.

Schröd.:  Nö – es gibt keine Besoffenen mehr. Ich meine, vernüftige Menschen im betrunkenen Zustand. Wie wir früher. Die trinken heute ein Glas – ist okay – aber dann rennen die nach Hause, immer dem Licht hinten im Tunnel nach. Die gehen hier vorbei und wenn da kein Fernsehn is, sehn die nix.

Käßma.:  Naja, die glauben nicht, dass das das sein kann, was sie sehn, wenns nicht entdeckt ist.

Schröd.:  Deswegen. Gut, dass die Mohrrübe schon entdeckt ist.

Käsßma.:  Ja, wir waren schon die ganze Nacht hier, Herr Bell.

Mirco:  Ist natürlich jammerschade – nachts das Interview –

Käßma.: Ich wusste nicht weiter, er nicht mehr zurück, da, dadurch haben wir uns in der Mitte getroffen.

Schröd.: Sach ich mal: sehr süße Mitte, Margot.

Käßma.: Es war dunkel.

Schröd.: Alles echt, Margot, auch die Dunkelheit, Margi, wie mein Haar.

Käßma.:  Es war so normal, so unwiderstehlich. Das ganz simple menschliche Wunder, gar nicht so banal weltanschaulich: jahrelang gemeinsam Sitzungstisch, Sitzreihe, Wege, Beschlüssetragen, Kaffeepause – teilt man dann praktischerweise auch das Bett wie Oskar und die – bei uns ist das ganz anders gewesen, viel frischer, spontaner, völlig unvorbereitet und nie gedacht oder denkbar, aber wahrscheinlich doch vorgesehen; Vorsehung, wissen Sie?

Schröd.:  Damit kennt sich die Margot türlich viel besser aus als ich. Ich kann das nur bestätigen.

Käßma.:   Wir möchten ein Zeichen setzen für –

Schröd.:  – für das Recht aller Liebenden, nicht zusammen zu passen –

Käßma.:  (lacht) Quatsch! Geerhd! Eher umgekehrt –

Schröd.:  Ich sach dir, das is zu kompliziert. Für die Freiheit, nicht zusammen zu passen –

Käßma.:  – und für das Recht, sich dennoch zu lieben –

Schröd.:  – zu – du –

Käßma.:  – zu missionieren.

Mirco:  Das haben Sie schön gesagt.

Schröd.:  Also ich ungern, weil mein Haar fällt immer vorn über, und ich hab ja son riesiges Gesicht, ich fühl mich wie vielzuviel Vollmond –

Käßma.:  – bisher über Weizenfelder –

Schröd.:  – jetzt – ich fühl mich beobachtet –

Käßma.:  – nein, Gerhd, beachtet –

Schröd.:  Ich hatte ja keine Ahnung, was das ist.

Mirco:  Sehr beeindruckend. Sie mögen sich, das steht fest.

Schröd.:  Während der Fiktion.

Käßma.:  Rein fiktiv.

Mirco:  Ich versteh kein Wort, aber das lassen wir mal so wirken. Ist eben alles nicht wahr.

Schröd:  Und da gibts kein Zurück. Ich weiß das.

Mirco:  Vielen Dank und alles Gute für Sie beide. Die gehn echt nackig ins Bett! Ich glaubs ja nicht. Hast du alles?

Praktikantin mit Germanistik-Abschluss: Ich-denk-schon.