MonoLoge

Am Brunnen vor dem Tore

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Das „Deutschlandradio“ lieferte gestern Morgen einen interessanten Bericht aus Dresden.

„Deutschlandradio“-Redakteur und ein Dresdner machen Interview.
Man saß vor einem Café.
Redakteur berichtet, der Interviewte halte einen zornigen Blick gegen einen Trinkbrunnen, dessen dünner Strahl ein aufsteigender sei, dem Durstigen direkt in den Mund, so er ihn hinhalte. Ein munterer Strahl also, im Schlaraffenland, wo auch gebratene Tauben direkt in die Münder fliegen, absolut nicht ungewöhnlich. Da fließen ja auch Milch (Milsch) und Honig (Honisch).

Im Märchen wird allerdings nichts drüber gesagt, was mit den gebratenen Tauben, der Milch, dem Honig geschieht, für die kein Mund sich geöffnet hat, kein Becher to-go hingehalten wurde, was also vorbeigeflogen und abgeflossen ist.

Von der Dresdner Quelle nun berichtet der Redakteur, dass ihr Wasser, wenn niemand trinke, zur Erde niedersprudelt und dort versickert.

Es geschieht nun öfter, berichtet der Redakteur, dass junge Schwarze, Flüchtlinge, sich um diesen Brunnen sammeln, um ihn zu betrachten.
Momentan sehe er selbst einen Schwarzen schüchtern einem kurz gekleideten Mädchen nachschauen, bevor auch er, wie andere Herumstehende, fasziniert den Brunnen betrachtet –
Deswegen nun der „zornige Blick“ des interviewten Dresdners.
Der spricht. Er hat eine jugendliche Stimme. Er ist eifrig.
Dass man Trinkwasser hier einfach versickern lasse, so ungefähr sagt er, das sei eine Unverschämtheit gegenüber den Flüchtlingen, deren Kinder verdurstet seien, die aus Ländern kommen, wo die Kinder verdursten.
Trinkwasser, das sei ein essenzielles Gut, essenziell für die Menschheit, und hier ließe man es einfach in den Boden laufen. Es wäre doch einfach, so meint er, den Brunnen mit einem Knopf zu versehen zur Bedienung, dass nur Wasser flösse, wenn jemand trinken wolle.
Und er sagt, man solle aus Respekt für die Flüchtlinge sich angemessen kleiden.

Er spricht von einem Netzwerk, zählt auf, wer dazugehöre, Institutionen, Vereine, Kirche, Bürger. Man wolle sich jedoch nicht nur Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Nazis, PEGIDA usw. entgegenstellen, nicht nur demonstrieren, sondern, sagt er, etwas tun.

Wie man sieht, wenn Not am Mann, finden sich abgelegte deutsche Werte und Tugenden, sauber und trocken gehalten, mit denen die erste Not sich lindern und die schlimmste Blöße sich bedecken lässt.

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Written by monologe

6. September 2015 um 10:03 am

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