MonoLoge

T☻tet die Deutschen

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Aufruf an einer Kirche in Bochum. Einen solch klaren Auftrag formulierte zuletzt Ilja Ehrenburg während des 2. Weltkrieges.  Ebenso rein ist er hier formuliert durch die Verwendung des „Tötet“, ein heroischer Aufruf also zum Ritual, einer Angelegenheit, die keines Ausrufungszeichens bedarf.
Nun rätseln die, die sich so gut deutsch angesprochen fühlen, wers gewesen sein könnte.
Wieso „die Deutschen“? Seltsam. Keine „Christen“ oder „Juden“, „Hunde“, „Schweine“…
Warum an eine Kirche? Weil mans endlich glauben soll?
Doch vielleicht, weil der Glaube ewiglich währet, und der Verteidigungsminister der deutschen Nation darum den Zahn gezogen hat, auf dessen Nerv die Phobien ankommen könnten, die auf keine Kuhhaut, auch auf die einer rituell geschlachteten Kuh, mehr passen?

So ist die Geduld eingerichtet ewiglich zu währen, und da ist es nur natürlich, wenn woanders Ungeduld aufkommt und sich artikuliert.

Ich bins nicht gewesen, der die These an die Kirchenmauer gesprühet hat. Mir wäre „Die Mörder sind unter uns“ passender erschienen. Aber hinterher hat man immer gut reden.

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Written by monologe

14. Juli 2011 um 11:52 am

2 Antworten

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  1. ich vermag mich deinem satz nur anschliessen – & ich kenne auch den aufruf von ilja ehrenburg. aber, sind wir allesamt schuldig an dem, was a h angezettelt hat? es gibt keine kollektivschuld oder erbschuld. da wehre ich mich dagegen. aber schämen darf ich mich doch, ein deutscher zu sein, oder? sollen sie nur kommen.

    Philipp Sutaio

    14. Juli 2011 at 7:42 pm

    • Es stellt sich m.E. weniger die „Schuldfrage“, denn wir „Nachgeborenen“ hatten an den damaligen Verbrechen keinen Anteil. Was sich – nicht nur in meiner Ansicht – aber daraus ergibt, ist durchaus „eine besondere Verantwortung“. Wir, oftmals Kinder oder Enkel von Tätern oder Menschen, die einfach weggesehen haben, sollten umso genauer hinsehen, damit sich Geschichte nicht so einfach wiederholen kann.

      Frank Benedikt

      22. Juli 2011 at 9:50 am


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