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Parallelgesellschaft

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Parallelgesellschaften? Eine Entdeckung der Unterhaltungsindustrie im stetigen Bemühen, den Zeitgeist mit der Vorstellung dessen, was sie mit ihm eingeübt hat, das Gruseln zu lehren.

Die DDR – war sie nicht eine Parallelgesellschaft? Und die Linken? Die Rechten? Die Homosexuellen, die Künstler? Die Berliner an und für sich? Das Völkchen der Schausteller, Schauspieler, Zirkusleute? Die Gesamtheit der Frauen? Und die der Männer? Die Jugend? Banker? Yuppies? Und-und-und – die POLITIKER?!
Ganz richtig: alles Parallelgesellschaften.

Die Frage scheint berechtigt, welche für sich sein wollende, auf Individualität, persönliche Freiheit und ein Recht auf räumliche, geistige Distanz, auf gefahrloses „Ausüben“ aller Sonderbarkeit, ja, auch auf Distanzlosigkeit, ungeistige Angriffslust und Demagogie, auf Populismus, eingefleischte Antipathien, Feindschaften, Unbildung, Bewaffnung, Nichtbewaffnung, Qualität, Reinheit, Gleichberechtigung Wert legende Minorität wäre keine Parallelgesellschaft – mehr oder weniger bzw. inzwischen erfolglos integriert (DDR)?
Und hört man nicht auch aus jenen allzu oft z.B. „Scheiß Roter!“ oder „Deutschland verrecke!“ oder „Männer!“ oder „Polit-Verbrecher!“, „Schwule Säue!“, „Nazis raus!“, „Fuck Cops!“, „Jeder Deutsche ist ein Lehrer oder Freizeitpolizist!“, „Ossi!“, „Lackaffe!“, „Spießer!“, „Rassist!“, „Blonde Hure!“ usw., usw.?

Außer dem Islam. Der scheint die Ausnahme.
Man hört, „das Deutsche“ und der Islam gehören zusammen.
Deutsch sprechende Kopftuchfrauen hört man „unser Land“ sagen, Vorsitzende muslimischer Vereine sanft „unsere Verfassung“ aussprechen und vom „Wir“ reden.
In dem Sinn, dass der Islam nicht nur Teil „des Deutschen“ sei und gewiss nichts, das es nötig hätte, in Parallelität zu existieren, sondern offenbar „Inner-Deutsches“ ist, dessen Ausübung also zugleich eingeübt wird.
Eins so brav wie das andere.
Auch in dem Sinn, dass alles „Deutsch“-Parallele dies zu erkennen und anzuerkennen habe, also nicht nur die Mehrheit des derzeit „Deutschen“, welches sich aus ganz verschiedenen Gründen in Distanz zum „Deutschen“ parallel wohler fühlt, sondern auch die nach Autonomie strebende Parallelgesellschaft der „integrationsunwilligen“ Türkenclans.
Die eigentlich überhaupt keine Distanz kennen.
Die trotzdem zur Integration aufgefordert werden, aber mit Recht fragen könnten: noch kriechen in Arschloch?

Und tatsächlich: worin unterscheidet sich das Verhältnis, das jene Türkenclans etwa zur Straßenverkehrsordnung, zu den Deutschen, der deutschen Kultur und Tradition, den Homosexuellen, Rassisten, zum jeweils vielleicht andersdenkenden, andersgläubigen oder ungläubigen Nachbarn, zu dessen Tochter, Mother, zum Christentum, zu Politikern haben von dem Verhältnis, das die außerhalb jedes Zweifels an ihrer Vollitegration und Dazugehörigkeit real existierenden, oben aufgeführten, nichttürkischen Parallelgesellschaften und -individuen insgesamt zu denselben Einrichtungen und „Werten“ haben und frei verlauten lassen?

Repräsentieren die „integrationsunwilligen“ Türkenclans nicht von all diesen irgendetwas, selbst wenn ihnen das deutsche Grundgesetz, die Menschenrechte, anderer Leute Interessen, die Bergpredigt weniger als vollkommen gleichgültig wären?
Wer will nicht mal machen, was die machen?
Wer wollte nicht dominieren, möglichst ganze Stadtteile, Frauen, Bürger, Politik, Länder, Kulturen, das eigenen Rechtsverständnis durchsetzen, wollte nicht die dicksten Autos fahren, sieghaft, bedrohlich sein, respektlos, gefährlich, bloß nicht „deutsch“, sondern konsequent und anspruchsvoll anders? Anerkannt anders?
Wer wollte nicht die Trottel, die Verlierer, die gutgläubigen, naiven Dummen ignorieren, verachten, verspotten, „verarschen“, täte oder tut es nicht gern?
Wer hätte nicht irgendwelche „Asoziale“, „Opfer“, „Unterschichten“, auf die er seine „Wertvorstellungen“ und Ehrbegriffe reflektieren oder anwenden könnte?
Wer wollte nicht auf alles „Andere“ herabsehen, sich davon mittels Besitz und Statussymbol unterscheiden und sich aller Mittel bedienen, dazu zu kommen? Die eigene Identität – wer wollte nicht, dass gerade diese aufstrebt und aufgeht?

Wer wollte nicht wenigstens Identität? Und Zusammenhalt?
Wenn es schon mit der Integrität nicht stimmt und die Einsamkeit in der Tiefe einer feindlichen, kalten Welt mit christlich-jüdischen Wurzeln sich nur schwer ertragen lässt?
Wer wollte nicht für oder gegen Diskriminierung, soziokulturelle Ausgrenzung und stetige Antipathie Respekt und Privilegien erzwingen?
Wer wollte nicht sagen können „Was geht’s mich an?“?
Wer wollte nicht machen, was er will? Wollte nicht, dass man mache, was man will?
Wer wollte die andere Wange hinhalten?

Wer also ist frei von Wunsch und Bedürfnis, das eine zu haben, zu wollen, zu tun, ohne das berühmte „auch andere“ zu müssen?
Wohinein sollten sich die Türkenclans also integrieren, wenn sie doch den radikalen Kern dieser Gesellschaft repräsentieren, vom deutschen Neo-„inneren Schweinehund“ um die Selbstverständlichkeit und unbelastete Leichtigkeit des kompromisslosen Seins beneidet und angehechelt?
Die, bei denen es kein Hineinkommen gibt, sollen sich integrieren ?
In die Summe der Parallelgesellschaften?
Als Rudel moderner Dobermänner? Als menschliche Naturgewalt, die uns, falls die christlich-liberale Regierung es nicht schafft, das Beten wieder lehrt?
Abgesehen davon, dass es sich hierbei dann weniger um eine „Integration“, als vielmehr um einen Beitritt handeln würde, müsste man doch sagen: da sei der Islam vor!
Und eben dessen kann sich niemand sicher sein.

Die Frage bleibt also: wohinein sollten sich diese „Integrationsverweigerer“ integrieren?
In die Elite?
In eine Volksmasse, die mehrheitlich aus aberwissenden Vorgesetzten besteht? Aus Generalsekretären der eigenen Kompetenz und Funktionären der eigenen Instanz?

Ja.

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