MonoLoge

Gestern…

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…Vormittag preschte eine große dunkle Limousine mitten in der Stadt in völlig überhöhter aggressiver Geschwindigkeit, in eine schmalere Gasse einbiegend, reifenquitschend um eine rechtwinklige Kurve, geriet ein gutes Stück auf die Gegenfahrbahn.
Ein älterer Herr, der Limousine mit dem Fahrrad entgegenkommend, zum Glück aber noch ein wenig entfernt von da, wo sie seinen Platz beansprucht hätte, musste dennoch ausweichen, hob den Arm, rief „Hehhh!!!“ in Richtung ihres Fahrers.
Der, jugendlicher Araber, mit heruntergelassener Seitenscheibe am Radfahrer vorbeifahrend, brüllte,  dieser solle „die Schnauze halten“ und noch einiges mehr der Art Hundeschwein oder Schweinsohneinerhure.
Leider war kein Polizist in der Nähe (in Schwerin beispielsweise hält sie durch den Schloßpark patroullierend die Wacht über den Rasen, dass sich niemand auf ihm niederlässt, aber da weiß man wenigstens, wo sie ist), also kein Polizist in der Nähe, der den Radfahrer wegen provozierenden Verhaltens hätte gebührenpflichtig verwarnen können.
Die Straße belebt, reichlich scheu interessiertes Publikum für langtrainiertes, konsequentes Krankenhausreifprügelnundtreten mit oder ohne Schädeleinschlagen wäre also vorhanden gewesen.

Weiter ging ich für mich hin, nichts zu suchen, das war mein Sinn. Statt eines Heiderösleins sah ich ein altes Muttchen über die Straße gehn, ihr Haar weiß leuchtend, ihren dünnen Mantel wehn. Hinter ihr, auf breitem Trottoir eine arabische Familie, Eltern, 3 Kinder.
Kleiner Junge, vielleicht 5-6 Jahre alt, geht an der Bordkante, von dem aus die Oma die Straße betreten hat, und ruft ihr nach „verschwinde, du Vogel!“.
Die Oma, die ich gerade überhole, flüstert für sich „jaja, bist jetzt schon ein kleiner Verbrecher“.
Vater des Jungen setzt währenddessen seiner hinter ihm gehenden Frau irgendetwas ohne besondere Wichtigkeit auseinander. Junge spuckt der Oma nach.

Am Nachmittag stelle ich fest, dass ich die Leiche bin im Keller der Lübecker Kultur. Das hab ich geschafft. In die bessere Gesellschaft zu kommen.

Nachts bzw. am frühen Morgen muss ich das Fenster schließen, die Party draußen ist zu laut.

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