MonoLoge

Von den Ni(e)belungen

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Niebel, dessen Schwäche für sich selbst größer ist als die eigene stärkste Überzeugung von der Nutzlosigkeit seines Postens, konnte ganz natürlich und selbstverständlich auch einem vollkommen nutzlosen Besuch eines Klärwerkes im Gaza nicht widerstehen.
Das war logisch.
Denn Niebel mit seiner Schwäche für sich selbst hat schließlich höchstpersönlich auch einen Ministerposten übernommen, den er zuvor für höchst überflüssig erklärt hatte, obwohl er es tatsächlich war, und es somit auf sich genommen, dass jetzt er, der Niebel, überflüssig ist, aber der Posten als Amt deshalb definitiv umso notwendiger wurde – oder auch umgekehrt.
Ursache ist besondere Eignung, Entwicklungskompetenz, Urteilsvermögen, Talent und Flexibilität in all dem, was neben dem üblichen Gehalt neben den üblichen Honoraren natürlich auch das einbrachte, worauf es zuletzt ankommt: Pflichten.

Plichten vertreiben Überflüssigen die Nutzlosigkeit.

Niebel wurde INKLUDIERT.
INKLUSION = neues Wort, denn INTEGRATION hat sich gewandelt und verfestigt als Bezeichnung menschenwürdig bedrückender Maßnahmen, die auf unnütze Menschen niederer Schichten lebenslänglich bzw. bis zum Wunsch nach Sterbehilfe angewandt werden müssen.

Über die Niebelsche INKLUSION hat´s wohl von da und dort ein bisschen Murren und Knurren und Ironie gegeben, aber – man kann sich´s bereits denken – es nutzte nichts.

Hier in Deutschland hat man gelernt, mit derartigen Erscheinungen friedlich zusammen zu leben, zu koexistieren und vielerlei Ausgleich im Treffen finsterer Voraussagen, in Pessimismus und Alkohol, Lethargie, Geldverdienen, Fußb-allll oder auch vermittels nutzorientierter Aneignung und Verinnerlichung jener Übersteigerung ignoranten Selbstbewusstseins, des professionellen Bescheidwissens und der coolen Kompetenzwichtigkeit sowie der Strenge in der Erwartung auf Erfüllung aller Erwartungen gefunden, und/oder man wählt im Kampf gegen Betrug, Raub und Willkür Freibeuter oder geht sowieso nicht (mehr) wählen.
Individuell funktioniert das alles irgendwie ganz gut, indem es vollkommen bedeutungs- und wirkungslos ist.
Sonst ginge das mit dem Niebel seiner Entwicklung ja auch nicht, und das will ja auch wieder niemand. Eben drum.

Kurzum, unser Niebel ist in diesem gedeihlichen Klima kein Einzelgewächs, ja, man könnte hinsichtlich vielerlei mustergültiger INKLUSIONEN vielerlei Niebels bis hin zu der des Rumpelstilzchens, die sämtlich durchaus gelungen sind, meinen, dass in Deutschland eine Art  NIEBELUNGEN auf dem berühmten Vormarsch sind in die Ämter, Büros, Vorstände – überall, wo Entwicklung, Wohltätigkeit, Sparsamkeit, Wachstum, Kompetenz, Kampfgeist, Aktivismus, kombiniert mit jener personalisierten Schwäche für sich selbst sich frisch entfaltende Führung braucht.

Nach der Übernahme des Entwicklungsministeramtes bot sich unterdessen unserm Niebel die Gelegenheit, im Gaza ein Klärwerk errichtet zu haben. Eine Gelegenheit, die sich nicht alle Tage bietet, und es kommen hinsichtlich der Gelegenheit, den Gaza wegen dieses Klärwerks zu besuchen auch nicht alle Tage solche Tage wie diese, an denen neben reinem Wasser nur der Niebel noch dringend gefehlt hat.
Denn möglichst persönlich dort nicht zu fehlen, wo er überflüssig ist, das ist, wir wissen es ja, eine ihm eigentümliche Schwäche, der er nicht widerstehen kann und deren Gelegenheiten er gern auch höchstpersönlich auf sich nimmt.

Daheim bei den NIEBELUNGEN kommt das alles gut an, in Israel sieht es jedoch anders aus. Da lassen sie sich noch provozieren. Da kann man noch Wirkung erzielen, und zwar sowohl mit Kriegs- als auch mit Friedensaktivitäten.
In Gera beispielsweise kann man ja über den Niebel sagen und denken was man will, es ist ihm, dem Niebel selbst wie den meisten andern Poeple egal, heißt, die Angelegenheiten reimen sich zusammen, sind geordnet und geklärt, der Krieg findet zivilisiert auf  Fußgängerwegen und Autobahnen statt und niemand kommt auf die Idee, auf dem Grünstreifen eines 6-Spur-Vollgaza klärende Werke zu besuchen oder zu verrrichten. Klar. Ist sicherheitshalber von vornherein auch nochmal verboten.

Im Gaza ist nichts so klar. Was dort gelegentlich geschieht, müsste ebenso verboten werden wie die Gründe, aus denen es geschieht.
Jedoch, das ist unmöglich. Einen hübsch dringenden Grund zu haben lässt sich dort niemand verbieten, und was aus diesem Grund dann geschieht kommt als Ursache dem Grund wiederum entgegen, wodurch mit einer gewissen Logik wieder eine Ursache entsteht usw.
Aus der Ferne lassen sich dann Grund, Anlass und Ursache schwer auseinander halten, es sei denn, es gibt eigene Gründe, einer überflüssigen Pflicht gemäß sich einen je weiter hergeholten Anlass desto näher zu legen, bis es zur Besichtigung der Ursache im Grunde nur noch ein Katzensprung ist.

Für seine zur gründlichen Klärung des Wassers errichtete Anlage, fand über jeden Zweifel erhaben also Niebel, wäre in der Wirren der Aktivitäten und verworrenen Ereignisse um den blockierten Gaza Mitte der rechte Zeitpunkt für eine klar definierte, stille, saubere, kompetente, beispielhaft korrekte, harmlose, freisinnige wie offizielle Besichtigung zu sehen.
Und wird selbstverständlich eingelassen.

Wie etwa der Weihnachtsmann zu Weihnachten selbstverständlich davon ausgeht, dass er zur Bescherung auch bei einer HARTZ4-Familie eingelassen würde, wenn er was hätte.
Und auch wenn er nichts hat, selber HARTZ4 bezieht – einfach um ein Zeichen der Hoffnung zu setzen.
Und wenn man ihn nicht einließe? DAS LETZTE: HARTZ4-facher Vater ließ Weihnachtsmann nicht in die Wohnung!
Da wird der Leser sich doch fragen, ob diesem Vater die Kinder nicht zu entziehen sind (in gewissen blogs würde allerdings diskutiert, ob nicht stattdessen dem Vater Staat die Kinder zu entziehen wären).

Für den Niebel galt, penibel darauf zu achten, dass tadellos eingereist würde, nicht gelegentlich über Ägypten, sondern direkt durch Israel mit der Tür in den Gaza zu fallen.
Getan.
Half nichts, er wurde nicht eingelassen.

Einziger Trost: was nicht hilft, das schadet auch nicht.

Denn die Entwicklung verlief dem Entwicklungsminister bereits im Laufe der vergangenen Woche im Sand, wo die großen politischen Fehler ruhen, der SCHATZ DER NIEBELUNGEN begraben ist und natürlich der bekannte Hund, der ihn bewacht.

Bis der SESAM sich öffnet…

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