MonoLoge

Innerer Reichsparteitag 2, FSK: 18

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Eine bloggende junge  Mutti hat zum Thema „innerer Reichsparteitag“ sehr empört reagiert und am Ende ihrer Tirade der Hoffnung Ausdruck verliehen, ihr Kind werde diesen Ausdruck, also „innerer Reichsparteitag“, nie, nie, nie kennen lernen. Dass dieser Ausdruck eine hübsch volksmündige Ironisierung war/ist und sich durch ihn eben nicht Nazigesinnung, sondern jener Humor erweist, der bekanntlich darin besteht, dass man trotzdem lacht, hat sie nicht gewusst und auch nicht nachvollziehend entdeckt. Allerdings kann sie die begründete Hoffnung haben, dass Sohnemann ihn nicht erlernen wird, weil er zwar, wie man sieht, sehr lebendig ist, aber wegen fehlenden Bezugs immer ungebräuchlicher wird.
Wir hoffen aber, dass ihm dieser Humor bewahrt bleibt, er wird ihn brauchen können.

Der Ausdruck wurde ja unserm Klose untergejubelt, oder besser gesagt in ihn „hineininterpretiert“, indem man legér, treffend und möglichst allgemeinverständlich ausdrücken wollte, was er wohl über sein Tor empfunden haben mag, nämlich den „inneren Reichsparteitag“. Es wäre auch „innerer Vorbeimarsch“ gegangen. Aber all das ist natürlich Slang.
Zur Verteidigung der Mutter muss man sagen, dass es  allerdings nicht noch mehr Slang werden darf, obwohl man andererseits behaupten könnte, dass Moderation mit mehr Slang auch ganz ohne den „inneren Reichsparteitag“ auskommen könnte und trotzdem so manchem Sohnemann vertrauter wäre, als dessen Mutter lieb ist.

Für den Fall Klose würde das vielleicht ungefähr so klingen:

Moderatorin: Da hat unser Klose aber allen den Daumen gezeigt mit seinem oberaffengeilen Tor, was Olli?
Olli: Er hat den Tormann gefickt nach allen Regeln der Kunst. Schwein gehabt, dass so ein Hurensohn von Linienrichter nicht wieder Abseits gepfiffen hat, wo überhaupt keins ist.
Mod.: Das wäre der Hammer gewesen, da hätts glaub ich Tote gegeben.
Olli: Das wäre eine Kriegserklärung an Deutschland gewesen, da wär die Mannschaft Amok gelaufen, ja, da kannst du schonmal Latte kriegen.
Mod.: Gottseidank ist alles gut gegangen. Aber wie die andern nur noch dumm rum standen wie die Deppen, konnten nur noch glotzen, wie sie plötzlich am Arsch sind und ans Kreuz genagelt werden, die Opfer – tja, Pech!
Olli: Ja, (lacht) die hätten ihm wahrscheinlich am liebsten sofort den Hals umgedreht.
Mod.: Das ging einfach nicht so schnell in ihre hohlen Birnen, als Klose die Murmel drin hatte.
Olli: Da hatten sie zu kauen dran, klar, aber da können sie sich bei ihrem schwulen Vollversager und unkoordinierten Schlappschwanz von Keeper bedanken, Tunte, kein Arsch in der Hose, der Wichser. Flachpfeife.
Mod.: Einfach kein gleichwertiger Gegner.
Olli: Fakt, aber egal, fetter Sieg, Alter, das ist in dem Geschäft die Hauptsache.
Mod.: Deutschland ist Weltmeister! Vorerst Danke an Miroslav Klose, mehr davon, du geile, geile Sau! Wie ihm wohl jetzt zumute sein wird?
Olli: Honigkuchenpferd, satte 99 A 380 im Bauch.
Mod.: Wie drei Tage Orgasmus, so stell ichs mir vor.
Olli:  Innerer Reichsparteitag.

Tja,  sorry, ohne den „inneren Reichsparteitag“ kommt man in dem Fall wohl doch nicht aus.

Furchtbar!

(Dialoge abgemildert, Personen frei erfunden, irgendwelche Ähnlichkeiten rein zufällig, der Autor distanciert sich davon)

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