MonoLoge

Sozialstaat – Foto vor dem Abriss

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Die Straße gesperrt, Abrisscontainer drumrum gestapelt, Sichtbarrieren – ja, sie sind dran, es geht los.
Und ist er nicht ein Relikt, dieser Lübecker Bunker? Und steht er nicht dafür, was sich im Land vollzieht? Er, dessen Mauern bisher als zu dick galten, der Aufwand, so hieß es,  deshalb entschieden zu groß ihn abzureißen.
Jetzt, in der Krise, sieh an, gehen sie dran.
Da werden sie wohl eine sehr große, effektive Flex auf der Westerwelle haben.
Irgendwie, komisch, fällt gefühlt der letzte Zufluchtsort, etwas für die höchste Not mit unbedingt der Aura eines Retters und als solches surreal-freundliches Mahnmal. Sie reißen´s ab.
In Lübeck wurde auch das Holstentor nur nicht abgerissen, weil eine (1) Stimme zuviel im Senat dagegen gewesen war. Deshalb steht´s noch.
Die ausführende Firma heißt sinnig Grabowski.
Im Bunkerturm oben das kleine Fensterchen in der Mitte, dieses war manchmal erleuchtet, was im Winter in der Dunkelheit und darum, weil alle Eingänge verschweißt und mit Stahlrohr bewehrt sind, besonders seltsam wirkte: jemand da oben verschroben in der tiefsten Einsamkeit? Was macht er da? Hält aus? Hat man ihm nicht gesagt, dass der Krieg zu Ende ist? „Der Führer“ selbst?!
Altes Lied der DDR-FDJ, das auszugsweise ungefähr so ging: „Fort mit den Trümmern und was Neues hingebaut! …und heraus gegen uns, wer sich traut.“

Tja, schleifen nennt man´s wohl, wenn eine Festung wegkommt, ob sie nun – alles zu seiner Zeit – Stadtbunker oder Sozialstaat heißt.
Adiós Amigo.

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