MonoLoge

Was soll man das Hochwasser fragen?

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Die Merkel reist zum Hochwasser, Platzeck, sozusagen auf dem Eckplatz, begleitet sie , aber das dürfte uns wie ihm, dem Hochwasser, egal sein. Und nun ist es einfach unmöglich, es sich zu verkneifen: man muss die banalste, unverkneifbare, gleichwohl abgedroschenste Frage stellen – wird das Hochwasser vor ihr zurück weichen?
Oder was?
Sofort ergibt sich ein Problem: sollte man „zurück weichen“ sagen?  Überhaupt „weichen“? Wo das Hochwasser doch Deiche weicht, genauer gesagt „aufweicht“?
Nein, das Hochwasser könnte mit Hinweis auf Dämme und Deiche und die Eigenschaft seines Elements mit Recht verblüfft antworten, es weiche doch – Dämme, Deiche. Es könnte Lao-Tse zitieren: Weiches Wasser höhlt den harten Stein.
Mit Hochwassern zu diskutieren ist in der Eile zwecklos! Also lässt mans und sagt dann einfach „nein, pardon, ich meinte…“
Wie oder was fragt man stattdessen? Fragt man das Hochwasser, ob es vor ihr sinken wird?
Kann ein Hochwasser sinken?
Kann es nicht bestenfalls vielleicht „sich senken“?
Wenn ja, erfüllt es dann – soll man „erfüllt“ sagen? – erfüllt es dann den erwünschten Effekt des „Weichens“ im Sinne von „zurück“ in Folge des Erblickens der Kanzlerin? Dass es nicht anders könnte. Dass es seine Pläne unwillkürlich fallen ließe und zurück ins Bett – wie der Zauberbesen zurück sich stellt an seinen Platz ins Eck.
„Zurückweichen“ ist beiweitem nicht dasselbe wie „sich senken“.
„Sich senken“ klingt mehr nach etwas wie “ Rückzug nach Verhandlungen auf Augenhöhe“.
Augenhöhe?!
Im Zusammenhang Kanzlerin-Hochwasser ist Augenhöhe ein Katastrophen-Superlativ – und man soll Maßstäbe, die den Stolz der Außendiplomatie ausmachen, da auch nicht anlegen.
Nein, man will fragen, ob das Hochwasser vor der Kanzlerin, also wegen – nein, auf Grund der Erscheinung zurück…äh…tritt? Zurücktreten könnte ihm aktuell doch imponieren?!
Nach Koch tritt auch das Hochwasser zurück…
Genau, „auf Grund der Erscheinung“. Das ist es.
Immerhin, wird gemeldet, ist der Strom schon ausgefallen.

Pardon, der elektrische.

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