MonoLoge

In der liberalen Natur

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Wenn Größenwahn und Irrsinn eine Parteigenossenschaft eingehen, um gemeinsam einen liberalen Schneid in die Welt zu setzen, dessen Nichtkäuflichkeit aufragt wie die Spitze des berühmten Eisbergs, dann überschneiden sich für Größenwahn und Irrsinn vor allem die Gelegenheiten, mit dem Pfund des anderen zu wuchern und dabei sich selbst zu übertreffen, sodass sich zuweilen Irrsinn, zuweilen Größenwahn, aber immer Gemeinsamkeit durchsetzt.

So hat Westerwelle in Funktion eines FDP-Chefs gestern eine Koalition mit SPD und Grünen in NRW absolut ausgeschlossen – und Pinkwart hatte zugleich an jene Parteien oder vielleicht nur den Grünen für Gespräche zwecks Koalition mit der FDP das Ultimatum am Schwarzen Brett: keine Gespräche mit den „Linken“!
Der Wahn eines gelben, rot sehenden, also pink strahlenden Wartes der Freiheit der Liberalen unter den Bedingungen einer Demokratie reflektiert also auf die Akzeptanz einer bedingungslose Kapitulation der SPD mitsamt Grünen vor der FDP unter einer Bedingung.
Damit übertraf er den Wahn seines Parteichefs, der durch dessen Berufung zum Außenminister doch eine gewisse Größe erlangt hat. Dieser gemäß ist selbstverständlich nur die Unmöglichkeit einer Koalition, nicht ihre Unmöglichkeit unter einer Bedingung!

Das sind dieser Tage komplizierte satirische Zusammenhänge, die mit Hilfe von Beispielen aus dem wirklichen Leben erst verständlich werden.

Nehmen wir also zum Beispiel einen Quälgeist, der im Blattwerk haust und auf einen Wirt wartet, ohne den er nicht durchkommt. Er ist unkaputtbar und fühlt sich daher durchaus systemrelevant.

Nun nehmen wir an, eine Familie schlägt sich zufällig mal sonntags systematisch durch das Blattwerk: Muttern, zwei Kinder, Vadder. Mittelstand. Geschieden, raufen sich gerade wieder zusammen.

Vaddern beruflich praktischer Arzt, Muttern bisschen breite Hebamme mit Faible für schrille Klamotten, Multikulti und selbstgebackene türkische Teigtaschen, Kinder gehen im VW-Touran pünktlich in ganz schöne Ganztags-Privatschulen und sind fleißig.

In der freien Natur würde sich der Quälgeist ganz selbstverständlich an den erstbesten Wirt hängen, den er erwischt, Frau, Kind – egal.

Ganz anders in der liberalen Natur. Dort legt der Quälgeist stets Wert darauf, dass der Wirt aus Überzeugung mit ihm eine Symbiose eingeht, heißt „`Zusammenleben´ ungleicher Lebewesen zum gegenseitigen Nutzen“. Er möchte der liebste Wunschquälgeist sein, Partner sein, mitmischen, koalieren. Als liberaler Bewirtschafter der Außenhaut alternativlos anerkannt.

Sieht er also die beispielgebende Familie, wird der Quälgeist in der liberalen Natur erwägen, wer eine Symbiose oder gar eine Koalition mit ihm zu schätzen wüsste, und, wenns schon sein müsste, ihn womöglich am liebsten hätte und in Folge dieser Gemeinsamkeit mit ihm dafür in Frage käme.
Kinder sowieso nicht. Praktischer Arzt? Die bisschen breite Hebamme mit Faible für schrille Klamotten, Multikulti und selbstgebackene türkische Teigtaschen? Die Knoblauch ausdünstet und überhaupt multi?

Der in der liberalen Natur heimische Quälgeist wird, wenns der gelbe kompromisslose ist, selbstverständlich die Nase rümpfen und diese Familie ziehen lassen.
Der tolle pinke Quälgeist wird der Frau unter einer Bedingung Gespräche anbieten: keine Gespräche mit dem praktischen Arzt!

Mehr über die liberale Natur in „Gullivers Reisen“.

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