MonoLoge

Das blinde Huhn und sein Bruder

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Ich bin Selbststeller.
Stichwort CD. Natürlich gefrustet! Zynisch geworden, war ich vorher nicht.
Wegen der Art und Weise: simpler Verrat, Untreue und letztendlich ja auch Gier – oder nicht? Aber eine besonders verwerfliche Art von gieriger Untreue, weil der Verräter ja zu jedem Einzelnen von uns hätte kommen können, zu den Banken – 2,5 Millionen, lächerlich.
Warum hat er sie nicht der Schweiz angeboten? Blödsinn doch. Irgendeine Zahl, damit die Legende stimmt. Da steckt ein Bürokrat dahinter. Die wollten einfach mal die Schweiz vorführen a la Gaddafi, mal so nebenbei, wenns nicht anders geht. Sowas nannte man früher Bresche in die Festung schießen.

Aber ich hab mir mal den Luxus erlaubt, mir den CD-Lieferanten trotz allem mal als das arme blinde Huhn vorzustellen, das ein Korn gefunden hat.
Ich hab mir ganz zynisch mal solches typisches Huhn eingeladen. Vorige Woche, als ich noch nicht wusste, dass der Westerwelle ihn auch schon entdeckt hatte: Bu-Mann der Nation, Melk-Kuh, zukünftiger Sozialfall und so weiter.
Die sind völlig ausgebrannt. In was für einer Welt die leben haben die keine Ahnung. Total desorientiert.
Wenn der Westerwelle sogar mit Abschaffung vom Sozialstaat durchkommen würde, dachte ich, und das arme Schwein hier hätte vielleicht 150 Euro mehr in der Lohntüte, wahrscheinlich weniger – hab ich ihm nicht gesagt – aber ich will jetzt damit sagen, dass man auf dieser Welt mit soviel Blödheit – na, sagen wir mal Realitäts- ergo Bildungsferne – keine Million machen kann!
Damit kann man allerhöchstens eben diese 150 Euro machen. Mehr ist das heutzutage nicht wert. Das ist natürlich trotzdem viel: 150 für Blödheit! Oder anders gesagt, dafür, dass er checkt, dass sie ihm fehlen. Ich hab 150 Euro zu wenig!
Aber für einen, der die 150 Euro dermaßen dringend brauch – gibts gar kein Beispiel dafür, wie dringend. Da müsste er doch was kapieren – aber der kapierts immer noch nicht.
Sagt er, sein Bruder kriegt auch Hartz 4. Trottel!
Aber natürlich ein schönes Beispiel!
Sein Bruder verhartzt die 150! Seines Bruders Arbeitslosigkeit, drücken wirs mal vornehm aus, ist ja weitaus mehr wert als seine 150 Euro, die er hätte, wenn Brüderchens Unproduktivität gar nichts mehr einbrächte – was man so eigentlich nicht sagen kann, denn Zahlung ist Ausdruck von Wertschätzung.
Für die Entwertung des Lebens seines Bruders würde er also mit 150 entschädigt, auf die er meint, nicht länger verzichten zu können. Ausgerechnet. Vor allem, wenn er sie schon vor sich sieht, wenn er sich überlegt, er hätte sie. Da denkt er, das ist Zufall! Dass sein Defizit in keinem Zusammenhang mit Verrechung steht, denkt, dass die 150 Euro Lohn ist – nicht Preis!
Bildung, siehste, nur durch mehr Bildung kann sich was ändern.

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Written by monologe

15. Februar 2010 um 11:26 am

Veröffentlicht in 1, Allgemeines, Literatur, Politik, Satire, Zeitkritik

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