MonoLoge

Gerade noch rechtzeitig

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Eine Gemeinschaft »deutsch-ägyptischer« Archäologen, so wurde gemeldet, hat wieder Gräber entdeckt in Ägypten und nicht im Tal der Könige.
Es wird vermutet, dass es Privatgräber und Gräber von Beamten sind.
Auch eine Silbermaske wurde entdeckt und – die eigentliche Sensation – eine Werkstatt ausgegraben, in der Mumifizierungen vorgenommen wurden.
Chemikalien fand man in noch beschrifteten Behältern und nun wird man bald die Mittel Original-altägyptischer Mumifizierung wissen.

Es kann also sein, dass in Zwei-, Dreitausend Jahren im Hundsrück geplünderte Beamtengräber gefunden werden einer längst untergegangenen Höchstkultur aus der Ära ihres Niedergangs, mit viel Glück vielleicht auch die silberne Maske der Tutanchangela.

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Written by monologe

16. Juli 2018 at 8:01 am

Veröffentlicht in Aktuelles, Glosse, Humor, Kultur, Politiker, Satire

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Episode aus einer harmonischen Beziehung – 3

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Mann: Ich habe gedichtet!

Frau: Ach, du dichtest doch sonst nicht.

Mann: Es war im Traum, und ich habs nicht direkt vergessen wie sonst. Willst dus mal hören?

Frau: Ohh-n-naja.

Mann: Naja was? Ja oder nein.

Frau: Ja.

Mann:
Wir habens satt:
Monsterautos raus aus der Stadt!
Lenk die Dinger zum Schrott,
lieber Gott.

Frau: Ach je, wen willst du denn damit ärgern?

Mann: Verkehrsminister Wissmann.

Fau: Der ist doch gar nicht Verkehrsminister.

Mann: Nee, aber der macht in seinen Anzügen aus der Mottenkiste mehr Verkehr als jeder amtierende. Du weißt.

Frau: Man weiß. Die erste Zeile ist ok.

Mann: Es kam aus dem Unterbewusstsein, künstlerisch hatte ich absolut keinen Einfluss. Ich denke mir – nein, ich denk mir gar nichts. Was auch? Ist doch klar: je größer das Gefühl der eigenen Größe, desto größer der Bedarf nach epischer Darstellung und da gibts nichts Besseres als alles, was dem Kampfpanzer entspricht.

Frau: Und das wächst noch.

Mann: Das wächst aus irgendeinem versteckten Mangel, Schatz.

Frau: Geschmacksfreiheit? Sind im Grunde Riesenlöcher im Käse, der, wenn ich richtig gehört habe, vor allem aus Löchern besteht.

Mann: Weißt du, was mir noch träumte?

Frau: Vor oder nach dem Dichten?

Mann: Eine Woche davor. Mein Unterbewusstsein hat – umbesetzt: (flüstert) Hauptsturmführer, Gauleiter, SS-Typen usw., weißt schon, in unsere Esjuwies versetzt! Zeitnah!

Frau: Und war für jede Größe was Passendes da?

Mann: Das war – wie für die gemacht. Tut mir leid. Es war ein Tagtraum, eine Vision.

Frau: Unterbewusstsein, ich weiß. Na und, die Kinder sollten es doch einmal besser haben. Dein Ei.

Mann: Ja, aber dass die Autos so groß werden und immer größer – es wird soviel Blech geredet, und irgendwo muss das ja bleiben.

Frau: Quatsch.

Mann: Nein, ich meine es ernst, ich glaube, dass ein mittelbarer Zusammenhang besteht zwischen geredetem Blech, Wichtigtuerei, heißer Luft und der eifernden Sucht nach statussymbolischen Blechmonstern sowie dem, was jeweils Geschöntes hinten rauskommt – und der Wirklichkeit. Die zeigt sich nach genauer Prüfung durch die Amerikaner –

Frau: Und auf der Autobahn.

Mann: Wenn man über das Zusammenleben etwas Genaueres wissen will.

Frau: Die Leute wollen einfach nur glücklich sein. Dein Ei –

Mann: Was? Ach so. Hm, schmeckt.

Frau: Aus dem Osten.

Mann: Ja, die haben noch Eier.

Written by monologe

23. Juni 2018 at 3:54 pm

Vorbei

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Ein Stern,
der steht,
meint der Komet,
nicht hell
und frei
und wieder fern
wie er und schnell
vorbei,
unglücklich untergeht.

Für B.

 

© 2018 Martin Klingel

Written by monologe

22. Juni 2018 at 8:58 am

Veröffentlicht in Gedicht, Kultur, Leben, Sprache

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Leider geil

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Unter der Rubrik »Wusstest Du schon?« gab der Lübecker Wochenspiegel am Sonnabend heute, am Karfreitag, schon für morgen zu wissen:

»Im Sudan ist der letzte Nordische Breitmaulnashornbulle im Alter von 45 Jahren verstorben. Auf der ganzen Welt gibt es von der Art nun lediglich nur noch zwei Weibchen. Wissenschaftler kämpfen nun gegen das Aussterben der Tierart.«

Wissenschaftler habens nicht immer leicht. Der Bulle hatte offenbar keine Lust, keine Gelegenheit oder keine Wissenschaft, persönlich gegen das Aussterben der Art zu kämpfen. Sollten die Wissenschaftler ihm nicht wenigsten etwas Sperma abgezapft haben, wird der Kampf leider geil für sie und sehr schwer.
Im Gegensatz zu den Breitmäulern müssen sich die Wissenschaftler um Großmäuler nordischer Art keine Sorgen machen; deren Aussterben ist mehr als unwahrscheinlich, obwohl es durchaus etwas für sich hätte.

Written by monologe

30. März 2018 at 9:47 am

Veröffentlicht in Allgemeines, Humor, Realität, Satire, Sprache

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Martin »Foster« Schulz

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Die Koalitionsvehandlungen sind als abgeschlossen verkündet worden. Die Agitatoren fragen sich, was es Merkel kosten wird.

Schulz »trat« wieder vor den Butt an die Mikrofone. Noch nie hat er den Ton getroffen.
Nun will er Außenminister werden.
Das könnte an dem Fischer sin Fru erinnern, wäre man nicht fataler noch an Florence Foster Jenkins erinnert, die auch darauf bestand, Opersängerin zu sein.
Auch sie hat kaum je den Ton getroffen, aber eben das hat sie in die Carnegie Hall gebracht, und sie wurde trotz all ihrer Unkenrufe ein Star .
Es war eine Frage des Bewusstseins, hier wie da.
Und warum nicht, moderne Kunst, soziale Plastik, da die Oper erneuernd, hier die SPD und, ja, das Land, das nur auf diese Erneuerung noch gewartet hat.

Etwas immerhin will Schulz, wenn er Außenminister wäre, nicht mehr sein: Vorsitzender der SPD.
Man hat schließlich auch nicht gehört, dass Foster Jenkins je statt Hauptdastellerin Intendantin ihrer eigenen komischen Oper sein wollte.

Written by monologe

8. Februar 2018 at 8:48 am

Aphorismus – 52

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Natürlich gilt bei uns ›Von der Wiege bis zur Bahre – Formulare‹ nach wie vor.
Ein Ungeschick aber ist wie von selbst als Geschick dazu gekommen: die Überforderung.
Diese scheint in den Schulen besser vermittelbar als die Sprache, die Schüler lernen schneller und besser etwas auszuquetschen als auszudrücken, und so ist, worüber die Schüler klagen, das, worunter die Lehrer leiden.
Gehts ans Sterben ist es andersherum: worunter da die Sterbenden leiden, ist wiederum das worüber die Pflegekräfte klagen.
Überforderung ist offenbar der Schwung, mit dem es drunter und drüber geht.
Da bleibt auch führenden Politikern nichts übrig, als der Hoffnung Ausdruck zu verleihen, die alte Regierung, die sie neu bilden, werde wie zuvor das Richtige tun.

Written by monologe

2. Februar 2018 at 10:39 am

Trickfilm

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»Abgastests an Affen und sogar Menschen rufen Empörung hervor« ist zu hören und zu lesen, »widerlich« nennt es Ministerpräsident Weil, der dem VW-Aufsichtsrat angehört, »unmoralisch« tönts, »widerwärtig« erkennt VW-Chef Müller, »unethisch« sei das, dürfe nie wieder passieren usw., MercBenz distanziert sich, »Affen mussten in Kammern Diesel-Abgasen einatmen« wird eilig gemeldet, ein Skandal, Sprecher der Regierung Seibert meinte, Autokonzerne haben Abgaswerte einzuhalten.

»Unmoral«?, was ist das? Heiligt der Zweck nicht mehr die Mittel?

Und was ist »Bigotterie«? Die Sicherheit für eine Gratwanderung hoch oben zum heiligen Schein. Wenn er schon da ist, weil die Schröder-Anemone oben in voller Blüte steht.
Solcher Art Mondsüchtige gehören zur Surrealität des modernen Paradieses, wo unter Flausen die Arten sterben.
Man möchte zwar wiedereinmal flüchten, weg – wohin?
Man hat die Gewissheit, die es nicht geben darf, dass man nachts, im Schlaf, wenigstens hinauf zum Dachfirst gekommen ist.
Man sieht nur immer andere oben.
Aus den Lautsprechern tönts mit vornehm spitzen t »Weckt sie nicht!«.
Die Sandmänner tragen Bart, der plumpe Schlappsack geht um.

Nun, was ist an diesen Affen- und Menschen-»Versuchen« Schauderhaftes? Dass sie stattfanden oder dass sie möglich waren?
Nicht, dass indessen und wie lange schon ein Stickstoff-Großversuch an Mensch und Tier, Bildung und Intelligenz stattfindet, indem die Atemluft noch immer durchsetzt ist vom Betrug, als auch verschmutzt von den Fahrzeugen, die ihn, sich und die jeweilige Herrlichkeit darinnen selbdritt dem Niederen zur Schau tragen?

Es schien wohl nicht schon durch und durch erwiesen, für wen der Stoff, der die Konsequenzen erstickt, unschädlich, für wen er schädlich ist.
Selbst der bayerische Staat ist nicht sicher und musste von einer Umweltorganisation mittels Klage wider besseres Unwissen dazu gezwungen werden, die Möglichkeit von Fahrverboten zumindest einzuräumen, was ihm gerichtlich aufgetragen worden war.

Um welche lebenden Wesen handelt es sich, die so weshalb, warum und wovor geschützt werden, während andere dem Schutzgas ausgesetzt bleiben, in dem die Politik sie zusammenschweißt?
Das herauszufinden haben die betreffenden Firmen gewollt, denn selbst das Testlabor in seiner Universität scheint es auch nicht genau gewusst zu haben, darum die Tests an ethisch kommissionierten Menschen als auch Affen bei grünem Licht.
Die Dementis, es habe sich nicht um Tests bezüglich Mensch und Affe im Straßenverkehr, sondern solche hinsichtlich Belastungen am Arbeitsplatz gehandelt, sind insofern interessant, als man gerne erfahren würde, wer sich für diese Arbeitsplätze als am besten geeignet erwiesen hat und einen bekommen könnte.

Die geeigneten Testpersonen haben, wie man hört, vorerst 700 Euro bekommen, die Affen hatten das Privileg, mit Wissenschaftlern zusammen zu arbeiten.
Einer von ihnen würde vielleicht den »Bericht für eine Akademie« verfassen – doch für welche Akademie?
So kam es, dass Krischer von den GRÜNEN etwas Ähnliches lieferte, nicht an eine Akademie, sondern für Radio, Internet etc.:
»Ja. Ich glaube, wir brauchen insgesamt eine kritische Haltung zur Autoindustrie. Ich habe ja auch gestern gestaunt, dass die Frau Bundeskanzlerin, dass der geschäftsführende Verkehrsminister, Herr Schmidt, sich alle jetzt über diese Versuche empören. Da muss ich natürlich offen sagen, das finde ich absolut bigott, weil sicherlich ist es richtig, sich über diese Versuche zu empören, aber wir machen doch in Deutschland im Moment ein Realexperiment an 80 Millionen Bürgern mit Grenzwertüberschreitungen in zahllosen Innenstädten.«

Tatsächlich scheinen momentan noch eine ganz Reihe mehr solcher Realexperimente an 80 Millionen Bürgern mit Grenzwertüberschreitungen im Gange zu sein, mit denen es herauszufinden gilt, wieviel sie ver- und ertragen der Erneuerungen, der Schulzschen Rekrutierungen und alternativlosen Realitäten mehr.
Die Autoindustrie ist da nur die Avantgarde, Projekt, das experimentelle Viviselektionierung für kommende Realitäten heißen könnte, zu deutsch Auswahl am lebenden Organismus.
Man muss kein Prophet sein, um vorherzusehen, dass Affen für etwa das autonome Fahren, auch für autonomes Regieren, autonomes Lernen, alles autonom Mögliche in der Zukunft wie gemacht sind, geeigneter als selbst bildungsferne Schichten.
Da will man vorerst natürlich herausfinden, welche in welchem Grad erstickende Umwelt in urbanen Gegenden in- und außerhalb der flächendeckenden Autonomie für Affen erträglich ist und mit des Menschen, des ethischen Vertreters, Humanismus, Moral und Geschmack vereinbar erscheint.

Trickfilme, hat man festgestellt, schauen sie gern.

Written by monologe

31. Januar 2018 at 2:23 pm

Veröffentlicht in Aktuelles, Glosse, Politik, Realität, Satire

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