MonoLoge

Sprache, Kunst, Kultur, Politik

Autonomes Fahren

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Einige Politiker scheinen überzeugt, Kompetenzen ließen sich erobern, indem man die Grenzen derer überschreitet, die man nicht hat.
Das muss man können.

Als ein Doktortitel an einem Politiker noch chic war und Kompetenz a priori bedeutete, war das Hauptproblem, wenn man einen haben wollte, die Doktorarbeit.
Machmal war die eigene Nachfrage eines, der sich als  Hoffnungsträger fühlte, so stark, dass ihm ein unbändiger Drang zur Kompetenz den Weg zu suchen und zu gehen und sich selbst zu überschreiten, über sich hinaus zu wachsen verhieß und nach solchem Aufwand den Titel ohne übermäßig viel Arbeit zu erobern.
Wie Rumpelstielzchen spann man Stroh zu Gold.

Es war ein Risiko.

Diese Zeiten scheinen vorbei, jetzt gehts auch ohne Doktor und Doktorarbeit, und man kann nicht mehr erwischt werden.
Auf diese moderne Art hat sich kürzlich Spahn geradezu beispielhaft zu einem mit Abstand führenden Onkologen gemausert, nachdem er seine Kompetenz als führender Sozialpolitiker versuchsweise schon bewiesen hatte: alles in bester Ordnung, mehr ist immer besser, sollen sie Kuchen essen, und Spahn hat den Kuchen mitgebracht.

Er kann dem Schicksal dankbar sein, dass er nicht Hartzvierer, sondern Gesundheitsminister wurde. Aber das ist vielleicht kein Zufall.
Die Sache mit dem Krebs ist allerdings noch nicht ausgestanden, das Schicksal agiert bis jetzt noch ohne Ansehn der Person.

In beiden Fällen ist es Spahn erspart geblieben, zu praktizieren, was Voraussetzung ist für Kompetenz auf den Spezialgebieten, die man der Inkompetenz erobert.
Immerhin hat Spahn einen Ministerposten.
Welche Kompetenzen er mit dieser Eroberung überschritten hat, ist unklar. Möglicherweise hat jemand anderes Spahns Inkompetenz unterschätzt, und dieser konnte dann die Eroberung machen.

Nun hört man, Macron habe gesagt, er sei auch eine Gelbweste. Er trägt nur keine.

Seltsam all das. Beinahe unheimlich. Was soll es uns sagen? Sollte uns das irgendwie etwas bedeuten?
Ja, aber so leicht kann man (noch) nicht drauf kommen: künstliche Intelligenz. Das ist genau ihre Art, Kompetenzen zu erobern.

P.S.: Soeben wurde das nächste Diskussionsthema bei Maybritt Illner bekannt gegeben: »Was sind uns die Alten wert?«
Eine Frage, wie sie so nur die künstliche Intelligenz gestellt haben kann.

 

Beitrag 361
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Written by monologe

7. Februar 2019 at 4:56 pm

Altmaier zieht die Lederjacke an

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Endlich, endlich! Ein deutscher Wirtschaftsminister hat eine den Realitäten und unbequemen Wirklichkeiten entsprechende, konsequente Strategie für die deutsche Wirtschaft entworfen – inklusive Protektionismus.
In ausgewählten Fällen, sagt er, wenn es sein muss.

Das ist, der Kenner wirds gleich erkannt haben, »German first«, ein bisschen, in ausgewählten Fällen, womöglich auch »EU first«.
Eine Revolution ist das, nicht mehr, nicht weniger, viel zu spät und doch zu früh, eine Strategie der Nach-Merkel-Ära ist das schon, in der Not des Zuspätkommens frei von Ideologie.

Ob Rumänien nun etwa als das Silicon Dracutal dabei sein wird, wird sich zeigen, Frankreich als hochindustrialisiertes Land ist schon dabei.
Für jedes Mitgliedsland der EU wird es mit dieser Zeitenwende konkret, warum es gut und wichtig ist, dieser Gemeinschaft anzugehören.

Wäre ein solcher Wirtschaftsminister mit dem Realitätssinn eines Trump vor ein paar Jahren schon im Amt gewesen, der Brexit wäre nun nicht Realität, sondern kein Thema.

Beitrag 360

Written by monologe

5. Februar 2019 at 6:12 pm

Sitting Bullshit

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Der Shutdown ist beendet, die einen darbten, den egalisierten deutschen Medien brachte er reelles Futter und Care, so ist die Welt.
Gott und Trump sei Dank kommt aber immer wieder aus Amerika was herüber, das von der Erdscheibe Abgegessenes ersetzt – man hätte sonst kaum etwas als das aus der Hand, die einen füttert, und ganz von selbstgefälligem Opportunismus kann man auch nicht leben, es ist eine Schande.

Was aus Amerika kommt, kommt allerdings selten oder gar nicht aus den Indianer-Reservaten.
Während des Shutdowns aber drang aus diesen Reservaten via Deutschlandfunk in einfachen Bericht verpackt mal was durch, das geeignet schien, beim deutschen Verbrauchertum Empörung zu wirken, denn die allgemeine Empörung über Trump mit dem Shutdown zu pflegen und zu erhalten ist gar nicht zu vermeiden gewesen, unerlässlich für die Kompensation aller Eventualitäten nach Blick ins eigene Kontor hinter Balken und Brett hervor.
Neben anderen wichtigen Empörungen hat die über Trump alles, um andere Schmerzen leichthin überdeckend chronisch, ja, resistent zu werden und über den eigenen Schatten jenen Schatten zu werfen, den man selbst nicht mehr überspringen muss und könnte.
Die Empörung der Germans, der Phantomschmerz in ihrer amputierten Überlegenheit muss immer neue Nahrung bekommen, und so fühlte der Deutschlandfunk als führendes Medium die Pflicht, sie diesmal wie auf Butterfahrt ins Blaue medial über den Dorfteich direkt hinunter zu den am Shutdown-Syndrom Leidenden in die amerikanischen Reservate zu führen.

Wer da aber ohne Emotion und Empörung über Trump und Shutdown dabei war, der erfuhr Erstaunliches und Relevantes – dank dem Shutdown (manches hat doch noch sein Gutes, obwohl die Dualität schon kopflos vor der Alternativlosigkeit geflohen scheint).
Man bekam also zu hören, dass der amerikanische Staat die Indianer-Reservate, so sei es vertraglich festgelegt, mit allem Lebensnotwendigen zu versorgen habe und zwar ausschließlich mittels staatseigener Lastwagen.

Einem Bericht, wonach wegen des Shutdowns (wegen Trump) auch die Versorgung der Indianer-Reservate ausgesetzt sei, da die staatlichen Lastwagen, mit denen sie erfolgen müsse, nun stillstehen, diesen Bericht anzunehmen und zu bringen konnte der Deutschlandfunk offenbar nicht widerstehen.
Indianer ohne Versorgung wegen des Shutdown – diese neuerliche abscheuliche Folge von Trumps Politik, dieses Ding konnte der Deutschlandfunk offenbar keine Stunde für Recherche zurückhalten.
Trump, die Wespe, an der die Früchte nagen, hat den aktuellen Shutdown zwar ausgelöst und am längsten durchgehalten – erfunden hat er ihn nicht (der erste datiert 1976 unter Präsident Gerald Ford, Demokrat), und dass er oder irgendeiner der US-Prädidenten, die je einen Shutdown auslösten, einschließlich Obama, die Nichterfüllung von Versorgungs-Verträgen mit den Reservat-Indianern in bedeutenderem Umfang dadurch verursacht haben, das geht – um es vorweg zu sagen – auf eine deutsche Erfindung Trumps zurück: den fake news.

Die deutschen Verbraucher, an fake news bei Trump inzwischen gewöhnt, sind in all dem »Brexit-Chaos« nach der »Winter-Katastrophe« momentan natürlich dankbar für jedes bisschen heiße Luft, aus welchem Fön auch immer, und bei dem, was sie bei Laune hält, nicht wählerisch.
Wer sich allerdings die Mühe machte, die Verträge der US-Regierung mit den Indianern zu suchen, für den wurde es auf Wikipedia höchstens lauwarm:

»In Kanada übertrugen formal zahlreiche Stämme dem Königreich England per Vertrag ihre einstigen Ländereien (vor allem zwischen 1867 und 1923). Stattdessen erhielten sie viel kleinere, handelbare Grundstücke. Ebenfalls im Vertrag festgeschrieben war die Höhe der Essensrationen, welche die Indianer als Ausgleich auf ewige Zeiten erhalten sollten, und die finanzielle Entschädigung, die etwa bei zwölf Dollar pro Person lag. Häuptlinge erhalten zusätzlich pro Jahr ca. 25 Dollar. Zusätzlich verpflichtete sich die kanadische Regierung, für Bildung und Gesundheitsversorgung der Reservatsindianer zu sorgen. Fisch- und Jagdrechte wurden ihnen teilweise weiterhin gewährt. Es gab viele verschiedene Verträge mit sehr unterschiedlichen Bedingungen und manche Gruppen argumentieren heute, die Seite der Ureinwohner sei nicht zum Abschluss dieser Verträge legitimiert gewesen.« (weil Land für Indianer Gottes eigenes ist und darum keine Handelsware sein kann).

In Kanada also, und was man da liest, wirkt vergleichsweise erstaunlich sozialdemokratisch links.
Alles intensive Weitersuchen nach in den USA vom Staat in ähnlicher Weise versorgten Reservaten blieben ergebnislos.
Auf der kalten Spur wurde es aber doch noch heiß:

»Autoren beschreiben die Reservate zu ihren Anfangszeiten als Gefangenenlager, welche die Indianer nur mit Erlaubnis verlassen durften. Das eingeschränkte Reservatsleben machte den Indianern ihre Selbstversorgungswirtschaft unmöglich. Sie waren abhängig von Lebensmittelrationen, die von den Regierungsvertretern als Druckmittel verwendet wurden. Zeigten sich einzelne Indianer widerständig, wurde ihnen die Lebensmittelration vorenthalten, so dass den Indianern nichts anderes übrig blieb, als sich zu fügen.« (Wikipedia)

Das lesend wird manchem deutschen »Hartz-IV-Empfänger« zumute sein, als ob ihn der Affe laust. Diese Ähnlichkeiten!
Der seit 2002 Wirklichkeit und Realität gewordene deutsche Sozialplan mit dem Namen eines Weißclowns aus den schwindelhaften VW-Werken in Wolfsburg war in den Kernkompetenzen also offenbar die Erfindung eines weißen Vaters in Washington Mitte des 19. Jahrhunderts?!

Zweifellos, Zustände in den US-Reservaten der »Anfangszeiten« vor runden 150 Jahren sind für deutsche »Hartz-IV-Empfänger« bis heute aktuell: sie dürfen die Stadt nicht ohne Genehmigung verlassen, Abhängigkeit, Sanktionen, sie gefügig zu machen.
Immerhin ist es soweit, dass das deutsche Verfassungsgericht nun nach 17 Jahren prüft, ob bei Widerständigkeit Einzelner Sanktionen, also Kürzungen des Existenzminimums, verfassungsmäßig seien.
Weit gebracht.

Man kann allerdings vermuten, dass weder die Sanktionen noch Hartz IV, die Mischung aus Preußischem Kulturgut und Büchners ”Woyzeck«, kaum grundsätzlicher in Frage gestellt werden können als durch die Wirklichkeit.
Da besteht offensichtlich eine traditionell übermächtige Binnennachfrage und Bereitschaft, strenge Zumessung durchzusetzen, eine Lust an Rationierung, rauem Ton und Repression und natürlich nach erbaulicher Armut.
Die Befriedigung dieser Nachfrage hat Vorrang, es entstanden Agenturen, Behörden, ein geradezu indutrieller Komplex, in denen Lust und Bereitschaft der Exekutive zu dienen sich nützlich macht, das Gute tut und sein Auskommen davon hat.
Wie sollte man das alles in allem heutzutage nennen?, unverwüstliche, systematische deutsche Gemütlichkeit?
Jede Entwürdigung wird der Ehre aufgerechnet.

Aber auch wenn die Beschreibung der Lebensbedingunge in den amerikanischen Reservaten während der »Anfangszeiten« verblüffend der Beschreibung derer unter dem Regime der Agenda »fordern und fördern« ähnelt (das bis heute für den christlichen wie den protestantischen Sozialismus alternativlos ist, weil es weder den einen, noch den andern weder für Arbeitslose, noch für Indianer gibt), dann haben die Indianer dennoch großes Glück, dass sie nicht hier in Deutschland ihre Ansprüche stellen vonwegen Ureinwohner und Sonderrechte.

Das gäbe einen knappen Prozess mit dem Bescheid, dass es hier keine Ureinwohner, sondern nur Eingewanderte gibt.
Mögen Vorfahren an den Kreuzzügen teilgenommen haben, ihre Vorfahren kamen auch von irgendwo her, denn die Neanderthaler, mögliche Urahnen, sind ausgestorben, wären sies nicht, wären sie wohl zugewanderte Australopithecusse gewesen, und darauf zu bestehen, schließlich doch von Adam und Eva abzustammen – die bekanntlich in die prekäre Welt eingewandert sind aus dem Paradies. Und Indianer sind schließlich aus Indien.
Es sollen alle gleich sein, gleich frei unter dem Grundgesetz sowie den allgemeinen Menschenrechten als Maß für die Bemessung der gewährten Rationen für alle davon Abhängigen. Von daher, bitteschön, sind Sonderrechte sogar völlig überflüssig.
Reservate nur noch für den Schutz der letzten Wildtiere.
Wäre Deutschland von heute die USA von damals, hätte es keine Reservate und keine Extrawürste gegeben. Es wird sich integriert wie wir Einwanderer alle es müssen.

Auch die deutschen Einwanderer in die USA zu den Anfangszeiten haben sich selbstverständlich integriert:

»Im Minnesota der 50er- und 60er-Jahre des 19. Jahrhunderts folgten dagegen auch die Deutschen der Politik des „Vertreibens oder Ausrottens“. Sie vertrieben die bettelnden Indianer und versorgten sie höchstens mit Schnaps, was die Moral der Indianer weiter erodierte. Diese nannten die Deutschstämmigen daher „iya-sica“ (Schlechtsprecher)« (WELT)

Ja, der Hass. Damals wie heute. Und er musste auch damals mit allen gebräuchlichen Mitteln bekämpft werden:

»Im folgenden Frühjahr wurden 1300 überlebende Indianer in eine ungesunde Einöde am Missouri deportiert, wo sie kaum den Winter überlebten. Neu-Ulm (deutsche Siedlung) aber entwickelte sich zu einem blühenden Gemeinwesen. 1887 wurde feierlich ein Denkmal zu Ehren des Cheruskers Hermann eingeweiht, das auch in den Weiten Amerikas an den Sieg der Germanen über die Römer im Jahre 9 n. Chr. im Teutoburger Wald erinnern sollte. In diesem Fall sollte ein Sieg über die Ureinwohner des Landes die Treue der Migranten zu ihrem neuen Vaterland dokumentieren. So können sich Geschichtsbilder verbiegen.«

Nun ja. Man darf immerhin gespannt sein, ob die Migranten von heute ihre Treue zu ihrem neuen Vaterland irgendwann auf ähnliche Weise dokumentieren werden.
Wir modernen deutschen Ureinwanderer haben da allerdings wenig zu befürchten, denn wir sind kulturell anpassungsfähig, moralisch flexibel, auch im Glauben, und sind zudem leicht zu begeistern für das Unabwendbare.
Nur Völker mit starken Kulturen, die wenig oder gar nicht anpassungsfähig sind, falschen Stolz bewahren, renitent werden, womöglich hassen, Widerstand leisten gegen eine Übermacht, nur diese werden ausgerottet oder dezimiert, manövrieren sich ins Abseits. Das haben die Indianer auf dem gesamten amerikanischen Kontinent bereits hinter sich samt aussichtslosem Kampf um Freiheit.

In den Anfangszeiten in einer Reservation zu leben war vielleicht kein Spaß, wenn man als Indianer bedenkt, was man einmal gehabt, besonders, was man verloren hat.
Aber die Welt verändert sich alternativlos zum Besseren, Größeren, Bedeutenderen, Unsinkbaren, nach ihrem Recht und Gesetz rückt sie immer enger zusammen, bis der freie bleierne Weltbürger en masse aus dem Schmelztigel steigt, und so erscheint in einem Reservat zu leben heute gar nicht mehr allzu schlecht, besonders, weil auch die feinen Leute die Annehmlichkeiten eines Lebens in Reservaten entdeckt haben.
Die Zeiten, in denen Reservate für Indianer eine gute Lösung schien, sind längst vorüber, unmöglich geworden, nicht mehr durchzusetzen gegen die Freiheit des Individuums und die Gleichheit usw.

»Rund 80 % des Reservatslandes sind, trotz der Parzellierungspolitik um 1900, im Besitz der Stammesregierung. Der jeweilige Stamm vergibt seinen Mitgliedern Nutzungsrechte. Diese Handhabung repräsentiert das traditionelle Kollektivsystem der Indianer. Je nach Reservat gibt es jedoch recht hohen Individualbesitz, so zum Beispiel in der Ridge Pine Reservation der Lakota oder der Crow Reservation, wo der Individualbesitz zwischen 60 und 85 % liegt. Im Osage-Reservat liegt er sogar beinahe bei hundert Prozent. Das meiste Land wird treuhänderisch vom BIA verwaltet. Aufgrund des Sonderstatus der Indianer zahlen individuelle Landbesitzer keine Grundsteuern.
Da die Parzellen zu klein für Selbstversorgung sind und ohnehin oft wenig Interesse an der Landwirtschaft besteht, bedeutet die Verpachtung die einzige Ertragsmöglichkeit. 1984 waren 13,6 % des Reservatslandes verpachtet. Heute ist ein großer Teil des Reservatslandes in den Händen Weißer. In der Crow Reservation ist beispielsweise ein Viertel des Landes im Besitz Weißer sowie 65 % an Agrarunternehmen verpachtet.
Allerdings lebt nur rund die Hälfte der 5,2 Millionen Indianer in den 310 Reservaten, sie gelten als Ghettos. Was heißt das, dass ein Reservat „souverän“ ist? Die US-Regierung hat bestimmte Bedingungen gestellt: Die Stämme dürfen etwa keine Armee gründen oder eine eigene Währung einführen. Kapitalverbrechen wie Mord müssen vom FBI untersucht werden. Dafür erhalten Indianer neben der Zugehörigkeit zu ihrer eigenen „Nation“ automatisch die amerikanische Staatsbürgerschaft (umgekehrt aber nicht).
Stellen Sie sich vor: Die Sorben oder gar die Türken in Deutschland erhalten 2,3 Prozent des Territoriums (die Reservate umfassen 22,6 Millionen Hektar) und dürfen dort eigene Grenzen errichten und Gesetze ausrufen – die Scharia zum Beispiel. Zugleich genießen sie alle Rechte deutscher Staatsbürger.«

Siehste! Unvorstellbar. Reservate, Ghettos. Keine Grundsteuern!
Wie es in USA zur Einrichtung der Reservate kommen konnte, scheint nur als Notlösung im Chaos dieser Zeit verständlich. Und jetzt sollen sie froh sein, dass es nicht Sorben oder gar Türken waren, mit denen man es zu tun hatte, sondern Indianer?
Aber es gibt sie in den USA nunmal, die Reservate. Was ist aus ihnen geworden?

»Spannend wurde es in den 1980er Jahren, als die Stämme entdeckten, dass sie Gesetze erlassen können, die im übrigen Amerika nicht gelten. Deshalb gibt es beispielsweise in den Reservaten so viele „Smoke Shops“, die stinknormale Zigaretten verkaufen. Rauchen Indianer etwa mehr als andere? Nein: Viele Stämme haben ihre Tabaksteuer absichtlich so niedrig gesetzt, dass sie Zigaretten an Weiße der benachbarten Ortschaften deutlich billiger verkaufen können. Sie verdienen damit ein Vermögen.
Doch das ist nichts gegen die Entdeckung des Glücksspiels, das in Amerika ansonsten streng reguliert oder gar verboten ist. Inzwischen betreiben rund 240 Indianerstämme etwa 460 Kasinos, die allermeisten mit gigantischem Erfolg. Die Rede ist nicht von irgendwelchen schmuddeligen Spielhallen, sondern von riesigen funkelnden Hotels mit Restaurants, Theatern und Spas.
Je nachdem, wie gut der Deal ist, den die Indianer mit den Investoren schließen (die das Kapital und Know-how mitbringen), können diese Kasinos Milliarden abwerfen. Es gibt Stämme, die jährlich jedem ihrer Mitglieder eine Million Dollar zukommen lassen – bei fast hundertprozentiger Arbeitslosigkeit. Reservate ohne Kasinos leiden dagegen oft immer noch unter starker Armut – das sind eben die, die zu weit weg von den weißen Städten liegen.
Wenn es nicht so politisch inkorrekt wäre, würde ich dennoch glatt behaupten, dass die Indianer heute zu den reichsten Minderheiten der USA gehören. Allein deshalb dürfte die Frage, wo die Grenzen ihrer Souveränität verlaufen, die Gerichte und die Politik wohl noch lange beschäftigen.« (Eric T. Hansen)

Die Sozialpolitik, die Arbeitsplätze schafft, scheint wirklich die beste zu sein. Die, die Arbeitslosen vom eigenen Stamm eine Million Dollar pro Jahr zukommen lässt, erlöst aus dem monströsen Überfluss des Überflüssigsten, das es in der Welt gibt, das ist die schlechteste Sozialpolitik.

Das hat der Deutschlandfunk leider glatt verschwiegen.
Er hatte allerdings abzuwägen zwischen der Pflicht, Trump, die Folgen seines Shutdowns für die Ureinwohner in den Reservationen, für die Schwächsten einer ohnehin tief gespaltenen Gesellschaft, anzuprangern oder den Sozialbetrug.
Die Überlegung, für bestimmte Einwanderer Reservate nach amerikanischem Vorbild einzurichten, damit man sieht, wie sie leben wollen und sich ihr jäher Reichtum erklären lässt, hat er auch nicht angestellt.
Es ist nicht mehr nötig.

(Beitrag 359)

Written by monologe

29. Januar 2019 at 6:24 pm

Nachrichtensperre

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form7

Ist etwas interessanter als ein Dacheinsturz aufgrund der Schneeniederschläge in Oberammergau? Oder toppt irgend eine andere Meldung den Nachrichtenblock mehr als ein Sportunfall in Sölden aufgrund einer Lawine? Angesichts der Berichterstattung in den öffentlich-rechtlichen Nachrichtensendungen muss die Frage verneint werden. Gebirgsjodler, die sonst nie im Fokus der Öffentlichkeit stünden, berichten, wie sie und wann sie etwas gesehen haben und dass das alles Wahnsinn sei. Mit der letzten Bemerkung haben sie allerdings recht. Nicht, weil die Natur so zurückschlägt, sondern weil der Aufwand der Berichterstattung nur noch einzahlt auf das Konto der Verdunkelung. 

Im benachbarten Frankreich spielt sich das eigentlich Drama ab. Davon wird herzlich wenig berichtet. Der Grund dafür ist einfach: sollte die Massenbewegung, die sich dort unter der Chiffre Gelbwesten einen Namen gemacht hat, um sich greifen, gar nach Deutschland greifen, dann ist sehr schnell Schluss mit dem Projekt Europa, so wie es sich die Exportweltmeister vorstellen. Denn…

Ursprünglichen Post anzeigen 398 weitere Wörter

Written by monologe

13. Januar 2019 at 9:31 am

Veröffentlicht in Allgemeines

Fakenew!

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Die SPD hatte es nicht leicht. Scherzhaft schien sie wie auf einer Expedition zum politischen Nordpol mit der Hartz IV im Pack-Eis nahe dem Gabrielsund irgendwo in der Argtis in einem Funkloch im Tief der Sozialisten festzusitzen.
Die unverbindliche Rettungsinitiative gewisser Medien, die ihr die verzweifelt angeforderte to-do-Vorschläge-Liste der Menschen nahe bringen sollte, um sie vom Eis zu holen, schien sie nicht erreichen zu können. Die Lage ernst.
Ein Funkspruch von Käptin Nahles wurde aufgefangen, in dem die Befreiung der Hartz-IV aus der Beklemmung angekündigt wurde, dann Stille und ein nächstes Tief.

Die Sozialdemokratie ist hilflos.

Es entsteht die Eindruck, dass die 2. Runde GroKo das Großes k.o ist, nachdem sie der Gong vor dem k.o schon in der 1. Runde gerettet hatte. Nun macht sie schöne blaue Augen auf Flucht dem Clinch Ringelreih durch den Ring. Für Stimmung im Saal sorgt die mopsfidele CDU »Was meints, werden wir den KomMerz wählen?«, die Leute wollen schließlich was fühln, hörn und sehn für ihr Geld.
Der Maas präsentiert den Stolz der SPD noch im stehenden k.o – Weltklassefigur.

In so einem GroK.o fällt niemandem mehr groß was ein, und es kommt noch hinzu, dass man auch nicht mehr groß überlegt, was einem nicht mehr einfällt.
Es scheint, so geht´s der SPD.

Ihre Fans hatten gehofft, sie werde gegen die CDU und Merkel mindestens so renitent sein wie Seehofer. Für den Anfang!

Sie kam nicht drauf, was sie versprochen hatte, nicht auf das Mindeste, worauf jene Leute, die sie Menschen nennt, mit Recht hoffen, sie kam nichtmal drauf, den Bedürftigen wenigstens zu Weihnachten etwas extra zukommen zu lassen. Das Mindeste fiel ihr in ihrem Traum nicht ein, in dem sie am Ende vom Mindesten auch nicht mehr wird träumen dürfen.
Auf Fresse stand an, auf Fresse fallen wird es werden – wenn nicht ein Wunder geschieht.

Das Wunder kam tatsächlich:
aus Frankreich von den Gelbwesten, Fachkräften für Sozialreform – französischer Frühling!
Es begann mit Protesten gegen die de facto Erhöhung von Treibstoffpreisen – mehr brach durch, und die Gelbwesten entschlossen sich, Tage des Zorns auszurufen und konfrontierten die Regierung Macron mit folgenden Forderungen:

»Abgeordnete Frankreichs, wir übermitteln Ihnen die Direktiven des Volkes, damit Sie diese in Gesetze umsetzen.
Abgeordnete, verschaffen Sie unserer Stimme Gehör in der Nationalversammlung!
Folgen Sie dem Willen des Volkes! Setzen Sie diese Direktiven durch:

  • Null Obdachlosigkeit: DRINGEND.
  • Mehr Progression bei der Einkommenssteuer, das heißt, mehr Stufen.
  • Mindestlohn von 1.300 Euro netto.
  • Förderung der kleinen Geschäfte in den Dörfern und Stadtzentren. Einstellung des Baus von großen Einkaufszentren um die Großstädte herum, die den Einzelhandel abwürgen, und mehr kostenlose Parkplätze in den Stadtzentren.
  • Isolierung von Wohnungen im großen Maßstab, um die Ökologie mit Einsparungen in den Haushalten voranzubringen.
  • Steuern: die GROSSEN (McDonald´s, Google, Amazon, Carrefour …) sollen GROSS zahlen und die Kleinen (Handwerker, Klein- und Mittelbetriebe) zahlen KLEIN.
  • Ein einheitliches System der Sozialversicherung für alle (Handwerker und kleine Selbständige eingeschlossen). Abschaffung der Selbständigen-Sozialversicherung (RSI).
  • Das Rentensystem muss solidarisch bleiben und demzufolge vergesellschaftet werden. Keine Rente nach Punkten.
  • Schluss mit der Erhöhung der Treibstoffsteuer.
  • Keine Rente unter 1.200 Euro.
  • Jeder gewählte Abgeordnete hat das Recht auf den Medianlohn. Seine Reisekosten werden überwacht und, soweit begründet, erstattet. Recht auf Restaurant- und Urlaubsgutscheine.
  • Die Löhne aller Franzosen sowie die Renten und Leistungen sind entsprechend der Inflation zu indexieren.
  • Schutz der französischen Industrie: Verbot von Verlagerungen. Schutz unserer Industrie bedeutet Schutz unseres Know-hows und unserer Arbeitsplätze.
  • Schluss mit der Arbeitnehmerentsendung. Es ist nicht normal, dass jemand, der auf französischem Territorium arbeitet, nicht den gleichen Lohn und die gleichen Rechte erhält. Jede Person, die autorisiert ist, auf französischem Territorium zu arbeiten, ist einem französischen Staatsbürger gleichzustellen und ihr Arbeitgeber muss für sie die gleichen Abgaben entrichten wie ein französischer Arbeitgeber.
  • Zur Sicherung der Beschäftigung: Befristete Arbeitsverträge in großen Unternehmen stärker begrenzen. Wir wollen mehr unbefristete Verträge.
  • Abschaffung der „Steuergutschrift für die Förderung des Wettbewerbs und der Beschäftigung“, CICE (1). Nutzung dieser Gelder zur Förderung einer französischen Wasserstoffauto-Industrie (wirklich ökologisch, anders als Elektroautos).
  • Ende der Austeritätspolitik. Einstellung von Zinszahlungen auf illegitim eingeschätzte Schulden und Beginn der Schuldentilgung – ohne auf das Geld der Armen und weniger Armen zurückzugreifen, sondern durch Aufspüren der 80 Milliarden an Steuerhinterziehungen.
  • Abstellung der Ursachen für erzwungene Migration.
  • Korrekte Behandlung von Asylbewerbern. Wir schulden ihnen Wohnraum, Sicherheit, Ernährung sowie Bildung für die Minderjährigen. Zusammenarbeit mit der UNO zur Einrichtung von Empfangslagern in zahlreichen Ländern der Welt in Erwartung des Ergebnisses des Asylverfahrens.
  • Rückführung abgelehnter Asylbewerber in ihr Ursprungsland.
  • Umsetzung einer tatsächlichen Integrationspolitik. In Frankreich zu leben heißt, Franzose/Französin zu werden – Französisch-Kurse, Kurse in französischer Geschichte und in staatsbürgerlicher Bildung mit Abschlusszeugnis am Ende der Kurse.
  • Festlegung eines Maximallohns von 15.000 Euro.
  • Schaffung von Arbeitsplätzen für Arbeitslose.
  • Erhöhung der Leistungen für Personen mit Behinderungen.
  • Begrenzung der Mieten. Mehr Wohnungen mit gemäßigten Mieten – insbesondere für Studenten und prekär Beschäftigte.
  • Verbot des Verkaufs von Grundstücken und Einrichtungen, die sich im Eigentum Frankreichs befinden – Talsperren, Flughäfen und so weiter.
  • Konsequente zur Verfügung Stellung von Mitteln für Justiz, Polizei, Gendarmerie und Armee. Bezahlung oder Freizeitausgleich von Überstunden der Ordnungskräfte.
  • Einsatz aller Mauteinnahmen für den Unterhalt der Autobahnen und Landstraßen Frankreichs sowie für die Straßenverkehrssicherheit.
  • Da die Gas- und Strompreise seit der Privatisierung gestiegen sind, wünschen wir, dass beides wieder in die öffentliche Hand kommt und die Preise entsprechend gesenkt werden.
  • Sofortiger Stopp der Einstellung kleiner Bahnstrecken, der Abschaffung von Postämtern und der Schließung von Schulen und Entbindungsstationen.
  • Wohlergehen für ältere Menschen. Verbot der Gewinnerzielung auf Kosten älterer Menschen. Statt „Graues Gold“ „Graues Wohlergehen“.
  • Maximal 25 Schüler pro Klasse von der Vorschule bis zur Abschlussstufe.
  • Bereitstellung notwendiger Mittel für die Psychiatrie.
  • Volksentscheide sind in die Verfassung aufzunehmen. Schaffung einer lesbaren und effizienten Website, überwacht durch ein unabhängiges Kontrollorgan, auf der Menschen Gesetzesvorschläge einbringen können. Wenn ein solcher Vorschlag 700.000 Unterschriften erhält, ist er von der Nationalversammlung zu diskutieren, zu ergänzen und gegebenenfalls mit Änderungsvorschlägen zu versehen. Die Nationalversammlung ist zu verpflichten, ihn – ein Jahr nach dem Stichtag der Erlangung der 700.000 Unterschriften – der Gesamtheit der Franzosen zur Abstimmung vorzulegen.
  • Rückkehr zu einem 7-Jahres-Mandat für den Präsidenten der Republik. Die Wahl der Abgeordneten zwei Jahre nach der Wahl des Präsidenten wird dem Präsidenten der Republik ein positives oder negatives Signal hinsichtlich seiner Politik übermitteln. Dies wird dazu beitragen, der Stimme des Volkes Gehör zu verschaffen.
  • Rente mit 60 Jahren. Recht auf Rente mit 55 Jahren für alle Personen, die schwer körperlich arbeiten – beispielsweise Maurer oder Schlachthausarbeiter.
  • Verlängerung des Systems der Zuschüsse für Kinderbetreuung (Pajemploi) über das 6. Lebensjahr hinaus bis zum 10. Lebensjahr des Kindes.
  • Förderung des Schienengütertransports.
  • Kein Quellensteuerabzug.
  • Schluss mit den lebenslangen Bezügen für Altpräsidenten.
  • Verbot der Erhebung einer Gebühr von Händlern für die Zahlung per Kreditkarte durch deren Kunden.
  • Besteuerung von Schiffsdiesel und Kerosin

Der größte Teil dieser Forderungen wurde – fake, fake, fake! – sofort von der überglücklichen Sozialdemokratie Deutschlands für sich und an sich selbst übernommen!

Written by monologe

5. Dezember 2018 at 8:19 pm

Veröffentlicht in Aktuelles, Parteien, Politik, Realität, Satire, SPD

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Gabriel News

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»Seit die SPD-Führung ihn als Außenminister abserviert hat,« meldete dpa am 4. Nov., »ist Sigmar Gabriel nurmehr einfacher Bundestagsabgeordneter. Er behauptet, damit gut leben zu können – und jettet weiterhin um die Welt. Derzeit ist er in den USA. Sein Ziel: verstehen, warum Amerikaner Trump wählen.«

Außenminister ist er auch mit Fleiß gewesen, in Deutschland weltbekannt, abserviert, nun steht er da, der arme Tor, und ist so klug als wie zuvor.
Sich selber zu verstehn, so heißt es, sei höchstes Ziel, doch mit der Erlösung von deutscher Pflicht und Schuldigkeit – wirf deine Krücken weg und geh! – verspürt Gabriel nun den Drang hinaus, andere verstehn, das ist sein Ziel. Endlich.
Sigmars idealer Lebenszweck war das bisher nicht.
Wo die Mäuse auf dem Tisch KannKann tanzen, den Katzen den Kampf ansagen, wo der Berg, wenn er kreißt, mehr, schlauere, größere Mäuse gebärt – dieses Paradies verlässt er, um zu verstehen, warum andere anderswo durchaus einen Kater wählen.

Viele arme Teufel sind schon ins gelobte Land gezogen, dem amerikanischen Traum folgend. Heute, wenn ein Gabriel nach Amerika reist, dann will er nach dem Rechten sehn, dann reist er auch nicht ins, sondern kommt aus dem gelobten Land, folgt nicht einem amerikanischen Traum, denn er ist ja kein Tellerwäscher und Millonär wird man als Sozialdemokrat woanders, nein, dann folgt man einem hochmodernen deutschen Traum, der unbeschreiblich edel und ritterlich ist: um zu verstehen.

Der in der warmen Luft hängende Gabriel muss vielleicht noch warten, ehe er ins gemachte Nest der Industrie sich irgendwo niederlassen kann, sieht nicht wie ein Heiland aus, auch wie ein Erlöser wirkt er nicht, es stellt sich also die Frage, ob er als Top-Trump-Oppositioneller die interessante Reise als ein Saulus antritt und ob das Risiko einer Offenbarung bestehe und dass ihm da etwas von den Augen fallen könnte. Ohne weiteres scheint gewiss, dass den Amerikanern, die Trump wählen, das Verständnis Gabriels dafür noch gefehlt hat, und die, die Trump nicht wählen, werden auf dieses Verständnis brennen.

Weil amerikanische Präsidenten nicht in Deutschland gewählt werden, das einzuräumen, damit könnte es sich Gabriel ja leicht machen, den Wahlsieg Trumps zu erklären, und es ließe sich sicher einräumen, dass die Amerikaner (wenn sie gewusst hätten) vor allem ihn nicht verstanden haben, bevor er jetzt abserviert den Eindruck gewonnen hat, dass er sie nicht versteht, und das ist dann so einfach nicht mehr.

Die Amerikaner haben von nichts gewusst. Ohne dass es der Gabriel versteht, hätten sie Trump vielleicht nicht gewählt, oder sie hätten zumindest doch vom Gabriel als Außenminister erwartet, dass er sich, statt in Deutschland wie Gott in Frankreich die Unverständnis-Offensive an der Anti-Trump-Front mitzumachen, auf den Weg macht nach Amerika, um zu verstehen.
Wohl, aus Amerika kam Aufklärung und Unverständnis. Über deutsche Autos haben wir bis dahin nichts gewusst, blind dem Wahren, der Herrlichkeit, der Pracht und dass die Gesamtheit der Überdimensionierung dem Lebensgefühl wie dem guten Recht auf Raum, Stärke, Überlegenheit, Schutz angemessen sei, stumm vertraut (wie der Totenkopf nicht tot zu kriegen ist, scheint auch Panzerfahrer zu sein als ideales Lebensgefühl nicht verloren zu gehen).

Wenn Gabriel verstehend aus Amerika zurückkehrt, versteht er dann die Welt hier nicht mehr?
Da müsste man nun überlegen, ob es dafür einen Anlass gibt.
Aufklärung aus Amerika, Wissen, das keine Konsequenzen auslöst, wo das Weltbild fest ist, die Ordnung aus Einvernehmen, Ignoranz, Opportunismus, besten Absichten, der wie geschmiert funktionierende, alternativlose Betrieb – hat da Verstehen oder Nichtverstehen irgendeine Bedeutung?
Das bisschen Betrug und Selbstbetrug, garantiert es nicht im Höchstmaß gefühlte Demokratie, Beteiligung über Meinungsbildung, wächst daraus nicht Europa, wenn die Formel lautet, nur mitgemacht!?

Es gibt einen Unterschied zwischen Verstehen und sich auf etwas verstehen, und was letzteres betrifft, muss man sich fragen, ob die kompetentesten Fachkräfte für SadoMaso-Sozialismus so einfach abserviert werden sollten (Interruption).
Wie Gabriel die LINKE im Handumdrehen zur Muttern der Hartz-IV-Ausgeburt macht – das ist einfach genial:
»Der frühere SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hat seine Partei vor einer zu starken Fixierung auf das Hartz-IV-Thema gewarnt.«(dpa, 21.11.2018)
Der Schelm.
Wenn er will, kann Gabriel auch Trumps trockenen Witz:
›Die SPD muss aufpassen, dass sie keine Hartz-IV-Partei wird. Die gibt es schon: Das ist die Linkspartei“, sagte er dem „Reutlinger General-Anzeiger‹. Dazu sagte Gabriel: ›Ich glaube nicht, dass der Facharbeiter es als gerecht empfindet, dass jemand Sozialhilfe bekommt und nicht mit Sanktionen rechnen muss, wenn er Arbeit ablehnt.‹«
Kurzum, Gabriel würde es nicht verstehen, wenn der Facharbeiter es anders empfinden oder gar anders verstehen würde.
In diesem Fall könnte der Facharbeiter sich immerhin dazu entschleißen, die (im Gegensatz zur LINKEN aufstrebenden) GRÜNEN zu wählen, weil er sich fachmännisch für den Sozialstaat mit menschlichem Antlitz und die Habeck-Care entschieden hat, indem er sich sagt, wenn ich selbst arbeitslos würde, wollte ich dann Hartz IV erleben?
Da könnte Gabriel nur auf das Grundgesetz verweisen, nämlich dass die Würde eines jeden einzelnen Menschen unantastbar ist usw.

Aber wie dem auch sein mag, ein sehrsehr einfacher Bundestagsabgeordneter kann viel besser leben von dem, was ihm Billiges zu Hartz IV einfällt, als mindestens ein Dutzend jener, deren Leben von Hartz IV oder gar von Grundsicherung aus der Realität jener Abgeordneten verhängte Wirklichkeit ist.

Nachdem Gabriel alle Unklarheiten darüber, welche Partei die Hartz IV-Partei ist, ausgeräumt hat, der bisherige Glaube wie Schuppen von den Augen gewischt, die Offenbarung erfolgte, dass folgerichtig die SPD Hartz IV machen musste, weil die Hartz IV-Partei (die LINKE) dagegen war, und die SPD es bis heute nicht hat ändern oder abschaffen können, weil die Linkespartei nicht ablässt davon, das zu fordern,
»räumte Gabriel aber ein, dass man die Grundsicherung Hartz IV reformieren müsse, ›denn es gibt einiges, was nicht gut läuft‹.«

Es dauerte nach Hartz-IV-Schröder 13 Jahre Hartz-IV-Merkel, ehe Gabriel zumindest das verstanden hat:
»Man dürfe Menschen nach Jahrzehnten der Arbeit nicht genauso stellen wie diejenigen, die noch nie gearbeitet haben, erläuterte Gabriel. ›Das zu korrigieren, ist völlig richtig. Zudem finde ich es falsch, dass Kindergelderhöhungen nicht an Hartz-IV-Empfänger weitergegeben werden. Und auch die Zuverdienstgrenzen sind zu niedrig.‹«

Weil die Linkspartei ja Hartz-IV-Partei ist, und ein rechter Sozialdemokrat davon nichts weiß, was die Linke tut und nichts zu tun hat damit, kann ein Gabriel nicht wissen, dass Kindergeld-Erhöhungen und sogar das Kindergeld selbst sehr wohl an Hartz-IV-Empfänger weitergegeben werden – bevor es samt Erhöhung »angerechnet« wird, also der Regelsatz sich um den Betrag verringert.
Man hätte glauben können, einem Sozialdemokraten vom Format Gabriels sei bekannt, dass die Menschen Kindergeld bekommen, aber nichts davon haben, sodass, wer will, mit Recht sagen kann, dass das Pack Kindergeld für sonstwas einsetzt, nur nicht für die Kinder, und so begründen, dass sie unterm Strich keins bekommen.

Was so einer aber wirklich nicht wissen kann, ist, dass in einem Staat der jüdisch-christlicher Werte voll des Überflusses über den großen Rand zu Weihnachten für die Armen, ihre Kinder, die armen Alten, für die Bedürftigen Hartz-IV-»Empfänger« – was für ein Wort -, Empfänger von Grundsicherung, Sozialhilfe es keinen roten Heller zusätzlich, mehr gibt zu diesem Fest der Nächstenliebe, dem Tag, als zu Christus´ Geburt im Schafstall (nicht Saustall) Könige aus dem Morgenland mit Gaben erschienen, als zuvor der Reiche aus Palmyra kam, um von seinem Reichtum herzuschenken, dass es also an diesem Tag für die Bedürftigen nichts extra gibt, dass das eine Affenschande ist, das kann er nicht wissen.
Von der Vergrößerung dieser Schande durch das elendeste Schweigen dazu und darüber, das je von drei christlich-demokratischen Symbolkandidaten und dem Krippenspiel-Spektakel für die Schafställe übertönt wurde, ganz zu schweigen.

Man kann verstehen, warum der Schnee sich weigert, leise zu rieseln in Europas Egozentrum, und das Pack zu Weihnachten nur noch froh ist, wenn ihm der Duft von Spahns Tafelspitz an »Mehr ist immer besser« nicht als geldwert angerechnet wird.
Die Sehnsucht geht in diesem Jahr wieder auf Frieden, darauf, dass in Spahns Hirn mehr geht als immer genau das, was für die Bedürftigen ausreicht, und eine kleine Hoffnung auf die künstliche Intelligenz, die auf all das nicht kommen könnte.

Written by monologe

4. Dezember 2018 at 4:36 pm

Aus der Hauptschule

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Direktor/Mathelehrer überrascht Hauptschüler, indem er vor sie hin tritt und spricht, er habe sich entschlossen, schon jetzt mitzuteilen, was er erst in vier Wochen verraten wollte: Zwei plus Drei ist gleich Fünf.
Die Klassenlehrerin, die zuvor verneint hatte, von diesem Ergebnis etwas zu wissen oder davon, dass ein solches etwa in nächster Zeit bekannt gegeben werden wird, hat, versichert Direktor/Mathelehrer, nichts davon gewusst.
Er sei zwar nach langem Hin- und Herüberlegen schon in den Sommerferien zu diesem Ergebnis gekommen, sagt Direktor/Mathelehrer, habe aber nicht geglaubt, dass es notwenig werden könnte, dieses Ergebnis der Klasse schon soviel früher mitzuteilen.
Die Resultate der Klasse haben jedoch nicht überzeugt, die engagierte Lehrerschaft sei so schlecht beurteilt worden, dass er als Direktor, so sagt er, die Notwendigkeit gesehen habe, den Wissensstand der Klasse mit der Übermittlung eines sicher für sie unerwarteten, außerordentlich interessanten Ergebnisses höherer Mathematik kurzfristig aufzuwerten.

Direktor/Mathelehrer teilt der Klasse weiterhin mit, dass er in vier Wochen aufhören werde, Mathelehrer sein zu wollen, und mit Abgang der Klasse wolle er auch nicht mehr Direktor sein.
Dazu, sagt er, habe er sich entschlossen, um der Lehrerschaft für die Zukunft eine Neuordnung und ein Weiterso auf höherem Niveau zu ermöglichen.
Was er selbst dann tun werde, dass ihm da nichts einfalle, diese Sorge habe er nicht.

Aus der Klasse kommen Rufe: »Wat iss denn ditte? Bist du irre?« und »Sind wir doof? Kindagarten oder wat?!« und »Ick gloob ooch! Und deswejen vapass ick mein Bus!« und »Bescheuert. Ihr könnt mir mal hier.« usw.
Die meisten und undankbarsten Schüler verlassen die Versammlung.
Wen kann das wundern?

Möglich, dass Schüler einer Klasse einer deutschen Hauptschule trotz mieser Pisa-Noten intellektuell leicht sehr viel weiter, wahrhaftiger, unverdorbener sind, als der gesamte Medien-Tross, der sich gestern versammelt hatte, um der CDU-Vorsitzenden und Kanzlerin Merkels Entschluss zu vernehmen, nicht mehr als Parteivorsitzende kandidieren zu wollen – usw.

Written by monologe

30. Oktober 2018 at 6:29 pm